Panorama

Hilfe für Loveparade-OpferOmbudsmann nimmt Arbeit auf

09.08.2010, 18:07 Uhr
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Der Ort der Katastrophe. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Hilfe für die Opfer der Loveparade-Katastrophe läuft nur schleppend an. Der Fonds der NRW-Landesregierung wird bislang kaum genutzt. Ab sofort soll Ombudsmann Wolfgang Riotte die Opfer bei der Umsetzung ihrer Ansprüche unterstützen.

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Wolfgang Riotte auf einer Pressekonferenz in Köln (April 2008). (Foto: picture alliance / dpa)

Der von der Landesregierung eingesetzte Ombudsmann für die Opfer der Loveparade-Katastrophe hat seine Arbeit aufgenommen. Wolfgang Riotte hofft, dass sich mehr Betroffene bei ihm melden. "Für Menschen, die traumatisiert sind, ist es nicht ungewöhnlich, wenn sich das Krankheitsbild erst später zeigt." Bisher habe er Angehörige der 21 Toten im Umgang mit Behörden unterstützt oder Verletzten die Kriterien der verschiedenen Soforthilfefonds erklärt.

Noch habe er nur wenige telefonische Anfragen erhalten, sagte Riotte. "Ich werde gerne helfen, wenn es an anderer Stelle nicht weitergeht", bot er an. Der Ansprechpartner für die Angehörigen und Verletzten des Unglücks in Duisburg hat ein eigenes Büro im Gebäude der Düsseldorfer Bezirksregierung bezogen.

Erfahrungen bei Unicef

Riotte war 15 Jahre lang Staatssekretär im NRW-Innenministerium und ab April 2008 für zehn Monate vorübergehend Geschäftsführer von Unicef Deutschland. Deshalb kenne er sich bestens mit Behörden und ihren Abläufen aus. "Es ist also nicht das erste Mal, dass ich mit solchen Fällen betraut bin", sagte er.

Die NRW-Landesregierung hatte nach der Loveparade einen Fonds von einer Million Euro aufgelegt, um soziale Notlagen bei den Hinterbliebenen und Schwerverletzten schnell und unbürokratisch zu lindern. Die Verwaltung des Fonds liegt bei der Unfallkasse NRW.

Kaum Resonanz auf Fonds

Der Fonds sei jedoch bisher noch wenig in Anspruch genommen worden, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. "Die Anträge laufen schleppend an", gab sie zu. Die Hinterbliebenen der 21 Todesopfer seien bereits angeschrieben worden. Doch da die Kasse keine Angaben über die Identität der Verletzten habe, sei eine Kontaktaufnahme mit ihnen schwierig.

Auch der Veranstalter der Loveparade, Rainer Schaller, hatte zusammen mit der Axa-Versicherung eine Million Euro für die Opfer zur Verfügung gestellt. Anträge nimmt der Versicherungskonzern schriftlich unter Angabe der verursachten Kosten entgehen.

Quelle: dpa