Panorama
Die Ermittler sichern an dem Haus in Alt Rehse Spuren.
Die Ermittler sichern an dem Haus in Alt Rehse Spuren.(Foto: dpa)
Samstag, 13. August 2016

Leichenfund in Landgasthof: Opfer soll Kuppelshow-Kandidatin sein

Vor fünf Jahren sucht Sarah H. im Fernsehen die große Liebe. Im TV wird sie nicht fündig, im richtigen Leben trifft sie Axel G. In dessen Haus soll sie ums Leben gekommen sein. Noch sind die Umstände rätselhaft.

Bei einer in Mecklenburg-Vorpommern gefundenen Frauenleiche soll es sich der "Bild"-Zeitung zufolge um die ehemalige "Schwer verliebt"-Kandidatin Sarah H. handeln. Die 32-Jährige war vor fünf Jahren Kandidatin in der Sat.1-Show, fand allerdings damals nicht die große Liebe. Die Identität der Toten sei wegen des Zustandes noch nicht endgültig geklärt, hieß es dazu von der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg. Die Obduktion habe zunächst nur ergeben, dass es sich um eine Frau handelt. Ein DNA-Test soll nun Gewissheit bringen.

Sarah H. war vor 2011 als TV-Kandidatin in der ersten Staffel der Kuppelshow einem breiten Publikum bekannt geworden. Sie wurde damals als "romantische Regalservicekraft" vorgestellt, die mehr als hundert Barbie-Puppen sammelte. Die Kandidatin fühlte sich in der Sendung vorgeführt und sorgte noch einmal für Aufmerksamkeit, als sie später gegenüber dem NDR-Medienmagazin "Zapp" behauptete, die Szenen in "Schwer verliebt" seien nach einem Drehbuch gestellt und nicht echt gewesen.

Später soll sie den Computerfachmann Axel G. aus Alt Rehse über das Internet kennen gelernt haben. Der Mann, der ursprünglich aus Baden-Württemberg stammt, hatte im Ort den Landgasthof Rethra gekauft, diesen aber nur drei Jahre betrieben und dann geschlossen. Gegen den 51-Jährigen wurde Haftbefehl erlassen. In seinem Haus war die Tote gefunden worden. Dem Beschuldigten werde Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg, Beatrix Komning.

Von Psychiater begutachtet

Anwohner in Alt Rehse vermissten seit Wochen eine jüngere Frau, die zeitweise bei dem Mann gewohnt haben soll. Sie sei seit Wochen nicht mehr gesehen worden. Der Verdächtige soll sich in einer polizeilichen Vernehmung zu dem Fund geäußert haben. Details dazu wollte die Sprecherin aber mit Rücksicht auf die Ermittlungen nicht nennen. Der Mann sei wegen seines Gesundheitszustandes auch einem Psychiater vorgestellt worden.

Die stark verweste Leiche war bereits am Dienstagmorgen von Polizisten in dem Haus gefunden worden. Sie waren - zum wiederholten Mal - wegen Ruhestörung von Nachbarn gerufen worden. Im Dorf war bekannt, dass der Computerfachmann seine Nachbarn oft mit Musik nervte, manche auch bedrohte und sich immer sonderlicher verhielt. Einmal sollen Polizisten den Angaben zufolge knapp verhindert haben, dass er sein Haus und sich selbst in Brand setzte. Inzwischen haben Fachleute der Polizei das weitläufige Wohnhaus und das Gelände am Dorfteich durchsucht.

Quelle: n-tv.de

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