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Donnerstag, 17. Mai 2007

Freudentag in Russland: Orthodoxe wieder vereint

Nach acht Jahrzehnten der Trennung haben die orthodoxen Christen in Russland die Wiedervereinigung des Moskauer Patriarchats mit der russisch-orthodoxen Auslandskirche gefeiert. Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Alexi II., und der Metropolit der in den USA beheimateten Auslandskirche, Laurus, unterzeichneten am Himmelfahrtstag in der Moskauer Erlöserkathedrale den "Akt der kanonischen Gemeinschaft". Präsident Wladimir Putin wertete dies als Ereignis von "historischem Maßstab und gewaltiger moralischer Bedeutung".

Eine Entwicklung Russlands sei unmöglich, ohne sich auf die historischen und geistlichen Erfahrungen des eigenen Volks zu stützen, sagte Putin nach Angaben der Agentur Interfax. "Deshalb dient die Wiederherstellung der Einheit der Kirche unseren gemeinsamen Interessen", ergänzte der Präsident während der feierlichen Zeremonie in der Erlöserkathedrale. Die von Stalin gesprengte und erst in den 1990er Jahren wieder aufgebaute Kirche gilt als Symbol für die Wiedergeburt der russischen Orthodoxie.

Alexi II. lobte ausdrücklich den Einsatz Putins für die Überwindung der Kirchenspaltung. Putin hatte in den vergangenen Jahren in New York bei Metropolit Laurus für eine Annäherung der Kirchen geworben. Die russisch-orthodoxe Auslandskirche zählt weltweit etwa 450 Gemeinden. Etwa 40 davon gehören zur Diözese Berlin und Deutschland. Nach unterschiedlichen Angaben gehören der Auslandskirche insgesamt 100.000 bis 500.000 Gläubige an. Zum Moskauer Patriarchat gehören in Russland etwa 70 Millionen Menschen.

Spaltung im Jahre 1927

In den Wirren der Russischen Revolution von 1917 hatten sich in den Westen geflohene Priester, Adlige und andere gläubige Orthodoxe zu einer russischen Auslandskirche zusammengefunden. Zur Spaltung auf Jahrzehnte kam es 1927, als die orthodoxe Kirche in Russland sich mit der atheistischen Sowjetmacht arrangierte und die Auslandskirche daraufhin alle Kontakte nach Moskau abbrach.

Selbst nach dem Zerfall der Sowjetunion blieben die religiösen Fronten lange Zeit verhärtet. Erst 2003 nahmen beide Seiten offizielle Gespräche auf, die nun zur Aufhebung der Kirchenspaltung führen. Die Auslandskirche will jedoch auch in Zukunft eine weitgehende Autonomie bei der Wahl der Bischöfe und in Verwaltungsfragen behalten.

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