Skandal um BrustimplantatePIP-Gründer wieder frei

Ist er Schuld an den mangelhaften Brustimplantaten? Dem Gründer der Herstellerfirma PIP wird nun Körperverletzung und nicht mehr fahrlässige Tötung vorgeworfen. Gegen Kaution wird er wieder freigelassen. Ob die Billig-Silikonkissen Krebs verursachen können, ist umstritten.
Im Skandal um mangelhafte Brustimplantate ist der Gründer der Firma PIP wieder freigelassen worden. Nach Angaben seines Anwaltes droht dem 72-jährigen Jean-Claude Mas eine geringere Strafe, weil ihm nun Körperverletzung und nicht mehr fahrlässige Tötung vorgeworfen wird. Als Auflage verhängte das Gericht in Marseille die Zahlung einer Kaution über 100.000 Euro. Zudem darf Mas das Land nicht verlassen und sich nicht mit früheren Managern seiner Firma Poly Implant Prothese (PIP) treffen.
Mas war am Vortag in der Villa seiner Lebensgefährtin in Südfrankreich festgenommen worden. Dort hätten zudem Durchsuchungen stattgefunden. Der PIP-Gründer steht nach Medienberichten auch im Verdacht, die Insolvenz seines Betriebs organisiert zu haben und sein Vermögen in Briefkastenfirmen versteckt oder Familienangehörigen übertragen zu haben.
Weltweit sollen 400.000 bis 500.000 Frauen minderwertige Silikonkissen erhalten haben. Die Vermarktung, den Vertrieb und die weitere Verwendung der Brustimplantate hatte Frankreich der Firma im April 2010 europaweit untersagt. Die nationale Krankenkasse Cnam hatte bei der Staatsanwaltschaft Marseille Strafanzeige wegen schweren Betrugs gestellt. Die Kissen können platzen, die Substanz kann zu Entzündungen führen. Ein Zusammenhang zwischen den Silikonkissen und Krebs wird befürchtet, ist aber nicht bewiesen. Die Regierungen in Deutschland, Frankreich und Tschechien hatten Frauen dazu aufgerufen, die Implantate entfernen zu lassen.