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Bei seiner ersten Generalaudienz zeigte sich Franziskus gelöst und gut gelaunt.
Bei seiner ersten Generalaudienz zeigte sich Franziskus gelöst und gut gelaunt.(Foto: dpa)

Putsch in Zentralafrika: Papst fordert Ende der Gewalt

Bei seiner ersten Generalaudienz äußert sich Papst Franziskus auch zum ersten Mal seit seiner Wahl zu einem aktuellen politischen Thema. Er macht auf die Lage in der Zentralafrikanischen Republik aufmerksam, wo in diesen Tagen ein Putsch passiert. Am Donnerstag will er eine Geste der Demut zeigen.

Papst Franziskus hat ein Ende der Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik gefordert. "Ich rufe dazu auf, die Gewalt und die Plünderungen sofort zu beenden", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche bei seiner ersten Generalaudienz auf dem Petersplatz. Es müsse so schnell wie möglich eine politische Lösung der Krise in dem Land gefunden werden, um den Frieden wieder herzustellen. Er verfolge die Lage in der Zentralafrikanischen Republik "mit großer Aufmerksamkeit".

Seine Rede hielt der Papst nur auf Italienisch.
Seine Rede hielt der Papst nur auf Italienisch.(Foto: dpa)

Es war das erste Mal seit seinem Amtsantritt, dass sich Franziskus zu einem aktuellen Konflikt äußerte. Er sprach vor mehreren tausend Menschen, die sich auf dem Platz vor dem Petersdom versammelt hatten. Franziskus brach mit einer Tradition, indem er ausschließlich Italienisch sprach und nicht auch die Sprachen der aus dem Ausland angereisten Gläubigen benutzte.

In der Zentralafrikanischen Republik hatten Rebellen der Séléka-Allianz am Sonntag die Hauptstadt Bangui unter Kontrolle gebracht. Der entmachtete Präsident François Bozizé war zuvor nach Kamerun geflohen. Rebellenführer Michel Djotodia erklärte sich zum neuen Machthaber und kündigte an, die Verfassung außer Kraft zu setzen, das Parlament aufzulösen und die Übergangsregierung abzusetzen. Er will das Land bis zu Wahlen in drei Jahren mit Dekreten führen. In der Hauptstadt wurde seit der Machtübernahme von zahlreichen Plünderungen berichtet. Der bisherige Chef der Übergangsregierung, Nicolas Tiangaye, wurde nach eigenen Angaben erneut als Ministerpräsident eingesetzt.

Osterfeiern beginnen mit Fußwaschung

Papst Franziskus wird am Gründonnerstag die Feierlichkeiten zum Osterfest einleiten. Am Morgen weiht er im Petersdom traditionell die heiligen Öle. Dann feiert er im Jugendgefängnis Casal del Marmo gemeinsam mit Insassen den Abendmahlgottesdienst. Dabei wäscht er zwölf Jugendlichen verschiedener Nationalitäten und Religionen die Füße. Franziskus folgt damit einem Brauch, den er als Erzbischof von Buenos Aires eingeführt hatte. Die Messe mit der Fußwaschung wird am Gründonnerstag üblicherweise in der Lateranbasilika gefeiert, Franziskus wollte sie aber in der Haftanstalt.

Am Karfreitag steht am Kolosseum der traditionelle Kreuzweg auf dem Programm. Am Sonntag verkündet Franziskus dann seine erste Osterbotschaft und spendet den traditionellen Segen "Urbi et Orbi", der Stadt und dem Erdkreis.

Quelle: n-tv.de

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