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Benedikt XVI. am Fenster seines Arbeitszimmers.
Benedikt XVI. am Fenster seines Arbeitszimmers.(Foto: dpa)

Vorletztes Angelus-Gebet mit Benedikt: Papst fordert Erneuerung

Elf Tage vor seinem Rücktritt wird Papst Benedikt XVI. von zehntausenden auf dem Petersplatz erschienen Menschen gefeiert. Im Rahmen des Angelus-Gebets fordert der 85-Jährige zur Erneuerung der katholischen Kirche auf.

Zehntausende Menschen sind zum vorletzten Angelus-Gebet des scheidenden Papstes auf den Petersplatz in Rom geströmt. Unter dem Jubel und Applaus der Menge trat Benedikt XVI. an das Fenster seines Arbeitszimmers über dem Platz und winkte den Pilgern zu.

Zehntausende Menschen sind auf dem Petersplatz.
Zehntausende Menschen sind auf dem Petersplatz.(Foto: Reuters)

"In den entscheidenden Momenten im Leben, im Grunde genommen sogar in jedem Moment, stehen wir am Scheideweg: Wollen wir dem Ich folgen oder Gott?", sagte Benedikt in einer kurzen Ansprache: "den individuellen Interessen oder dem wirklich Guten?"

Der 85-Jährige forderte die Gläubigen zur Erneuerung der katholischen Kirche und zur entschiedenen Hinwendung zu Gott auf. Benedikt dankte den Menschen für ihre Unterstützung in diesen "besonderen Tagen für mich und für die Kirche".

"Danke, dass ihr so zahlreich erschienen seid", sagte Benedikt nach dem Gebet. "Auch das ist ein Zeichen der Zuneigung und der geistigen Nähe, die ihr mir in diesen Tagen zeigt." Viele der Gläubigen hatten Transparente mitgebracht und feierten den Papst mit "Benedetto"-Rufen. Auch Roms Bürgermeister Gianni Alemanno und der Gemeinderat nahmen an dem Gebet teil.

Rund 1000 Sicherheitskräfte und etwa 200 Freiwillige sicherten den Platz ab. Die Straßen rund um den Petersplatz wurden für den Verkehr gesperrt, der Nahverkehr wurde verstärkt. Normalerweise kommen jeden Sonntag einige tausend Gläubige zum traditionellen Angelus-Gebet mit dem Papst.

Frühere Papstwahl?

Vatikan-Sprecher Federico Lombardi hatte zuvor mitgeteilt, es werde derzeit geprüft, ob die Vorschriften einen früheren Papstwahl-Termin zuließen als den zunächst angekündigten 15. März. Die Regeln des Vatikans schreiben eigentlich vor, dass das Konklave 15 bis 20 Tage nach Amtsniederlegung des Vorgängers zusammenkommen muss, um einen Nachfolger zu bestimmen. Dies bezog sich bislang meist auf den Tod des Amtsträgers.

Die Regeln der Kirche könnten nun auch anders interpretiert werden, erklärte der Vatikan-Sprecher. Dies würde bedeuten, dass das Konklave bestehend aus knapp 120 Kardinälen unter 80 Jahren bereits vor dem 15. März in Rom zusammenkommen könnten, um den nächsten Papst zu bestimmen.

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Quelle: n-tv.de

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