"Gott segne die indigenen Völker": Papst spricht Indianerin heilig
Papst Benedikt XVI. erhebt sieben Menschenin den Stand der Heiligen, unter ihnen die deutschstämmige Nonne Maria Anna Cope. Erstmals wird auch eine Indianerin zu einer Heiligen. Der Papst erhofft sich so eine Stärkung der katholischen Kirche.
Papst BenediktXVI. hat in einer feierlichen Zeremonie auf dem Petersplatz in Rom die bayerischeMystikerin Anna Schäffer und sechs andere Glaubenszeugen heiliggesprochen. Vor Zehntausendenvon Pilgern hob Benedikt bei strahlendem Herbstwetter auch die deutschstämmigeNonne Maria Anna Cope in diesen Stand der Verehrung. Die größte internationale Aufmerksamkeitunter den neuen Heiligen der katholischen Kirche galt der Nordamerikanerin KateriTekakwitha, die als erste Indianerin heiliggesprochen wurde.
"Das beharrliche Bekenntnisdes Glaubens dieser sieben großherzigen Jünger Christi leuchtet heute in der ganzenKirche", sagte Benedikt in der Messe. Mit heroischem Mut hätten diese Heiligenaus sechs Ländern und fünf Kontinenten ein Leben geführt, das ganz Gott und demDienst an den Menschen gewidmet gewesen sei.
Benedikt wünscht sich, dassdie neuen Heiligen, die jetzt weltweit verehrt werden können, die katholische Kirchestärken und in ihrer Sendung unterstützen, das Evangelium in die Welt zu tragen.Die Heiligsprechungen erfolgen in einer Zeit, in der die katholische Kirche weltweitnach Wegen sucht, den Glauben zu erneuern.
Der Vorsitzende der DeutschenBischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, würdigte bei einem Empfang in derdeutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl das Lebens- und Glaubenszeugnis von AnnaSchäffer: "Mit dem heutigen Tag hat uns Papst Benedikt eine neue Heilige geschenkt",erklärte er in Rom. Zur Stärkung der Kirche in Deutschland habe auch die jüngsteErhebung der heiligen Hildegard von Bingen zur Kirchenlehrerin beigetragen."Hildegard von Bingen und Anna Schäffer sind leuchtende Vorbilder für unserenGlauben und das christliche Zeugnis in der Öffentlichkeit", erklärte Zollitsch.
"Spiegel der Liebe Gottes"
Für die Heiligsprechungder tiefgläubigen Anna Schäffer waren auch etwa 2000 Gläubige aus dem Bistum Regensburgangereist. Nach einem schweren Unfall mit unheilbaren Verbrennungen lebenslang ansBett gefesselt, sei Schäffer für viele Ratsuchende zu einer unermüdlichen Fürsprecherinim Gebet und zu einem "Spiegel der Liebe Gottes" geworden, würdigte sieder Papst. Er hob auch Marianne Cope aus dem hessischen Heppenheim hervor, die sichfreiwillig um Leprakranke auf Hawaii gekümmert habe: "Tapfer ging sie dorthinund brach damit ihren Kontakt zur Außenwelt ab." Sie sei ein leuchtendes Beispiel.
Für die vielbeachtete Heiligsprechungder nordamerikanischen Indianerin Kateri Tekakwitha durch Benedikt hatte US-PräsidentBarak Obama eine eigene Delegation auf den Petersplatz geschickt. Die im Alter von20 Jahren getaufte Tochter eines Mohawk-Indianers und einer christlichen Muttersei vor Verfolgung geflüchtet und habe in Montreal Zuflucht gefunden, sagte Benedikt.Sie habe die religiösen Überzeugungen ihres Volkes verworfen und sei ihrer Liebezu Jesus treugeblieben. "Wir vertrauen ihr die Erneuerung des Glaubens in ganzNordamerika an. Gott segne die indigenen Völker!", rief er.
Benedikt stellte mit den sieben Heiligsprechungenin dem von ihm ausgerufenen "Jahr des Glaubens" Katholiken als Vorbilderheraus, die durch Gottesnähe besonders Zeugnis ablegten. Auch Bischöfe aus allerWelt nahmen an der Messe vor etwa 80.000 Gläubigen teil. Sie beraten derzeit ineiner Synode darüber, wie der christliche Glaube in gottferneren westlichen Ländernwieder stärker Fuß fassen kann.
Quelle: n-tv.de


