Panorama
Die umstrittene Standesbeamtin Kim Davis sagt, sie sei dem Papst voller Demut begegnet.
Die umstrittene Standesbeamtin Kim Davis sagt, sie sei dem Papst voller Demut begegnet.(Foto: REUTERS)

"Wer bin ich schon?": Papst traf homophobe Standesbeamtin

Kim Davis bekommt Unterstützung von ganz oben: Während seines USA-Besuchs traf der Papst die Standesbeamtin aus Kentucky. Davis ist bekannt, weil sie sich weigert, homosexuelle Paare zu trauen.

Papst Franziskus hat sich während seines USA-Besuchs offenbar mit der umstrittenen Standesbeamtin Kim Davis getroffen. Darüber berichtet der "Guardian". Die  49-Jährige aus dem Bundesstaat Kentucky war bekannt geworden, weil sie sich strikt weigerte,gleichgeschlechtliche Paare zu trauen. Wegen ihres Widerstandes saß sie sogar in Beugehaft. Ihr Verhalten polarisierte: Strenggläubige bejubelten Davis, andere beschimpften sie.  

Davis sagte zu dem Treffen mit dem Kirchenoberhaupt: "Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals den Papst treffe. Wer bin ich schon, dass ich diese Möglichkeit bekomme? Ich bin doch nur eine Angestellte, die Jesus liebt und mit meinem ganzen Herzen für ihn da sein möchte." Der Papst sei sehr freundlich gewesen und die Zusammenkunft sehr persönlich, so die 49-Jährige. Franziskus habe sie gebeten, für sie zu beten. "Der Papst hat sich bei mir für meinen Mut bedankt und gesagt, ich soll stark bleiben."

Davis-Anwalt macht Treffen publik

Das nicht öffentliche Treffen soll in der Botschaft des Vatikans in Washington stattgefunden haben. Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf die christliche Gruppe "Liberty Council", die von Davis's Anwalt Matt Staver gegründet wurde. Er hatte die Zusammenkunft unter anderem via Twitter öffentlich gemacht. Der Vatikan hält sich indes bedeckt: Zu den Berichten gab es keine Reaktion vom Papst.

Der "Guardian" schreibt allerdings, dass der Papst auf dem Rückflug nach Rom etwas zu dem Treffen gesagt haben soll. Demnach habe er Verständnis für Davis. Dass sie homosexuelle Paare aus Gewissensgründen nicht vermählen könnte, sei ein Menschenrecht. Und wenn jemand einem diese Weigerung verbiete, dann erkenne er ihm dieses Recht ab.

Während seiner fünftägigen Reise hatte sich Franziskus zwar gegen sexuelle Gewalt von Geistlichen ausgesprochen und über die Zügellosigkeit der Weltwirtschaft geschimpft. Über die gleichgeschlechtliche Ehe sprach er jedoch nicht.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen