Panorama

Liveticker: Hochwasser in Deutschland: Pegel erreichen Höchststände

Braune Wassermassen fluten die Straßen, Menschen müssen in Sicherheit gebracht werden: Mehrere Städte in Bayern, Thüringen und Sachsen rufen Katastrophenalarm aus. Bundeswehrsoldaten eilen in die Unwetterregionen. Der n-tv.de-Liveticker hält Sie auf dem Laufenden.

+++ 23:20 Rotes Kreuz warnt: Deiche nicht betreten! +++
Das Deutsche Rote Kreuz fordert die Anwohner der Hochwassergebiete eindringlich auf, sich nicht auf die Deiche zu begeben. "Es besteht Lebensgefahr!", heißt es in einer Mitteilung des DRK-Landesverbandes Sachsen. Der zunehmende Hochwassertourismus erschwere die Arbeit der Einsatzkräfte. "Auch wenn das Interesse an den Wassermassen sehr groß ist, sollten Schaulustige sich und andere nicht unnötig in Gefahr bringen."

+++ 21:23 Häftlinge füllen Sandsäcke +++
Hochwasser-Hilfe kommt auch aus Sachsens Gefängnissen. 50 Häftlinge und mehrere Bedienstete befüllten am Dienstag in der Justizvollzugsanstalt Torgau Sandsäcke, wie das Justizministerium mitteilt. Insgesamt entstehen so 7000 der Päckchen für den Hochwasserschutz an der Elbe. Am Mittwoch sollen weitere 7000 Säcke folgen. Gefangene der Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen helfen in Trebsen bei Aufräumarbeiten und der Beseitigung von Hochwasserschäden.

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+++ 21:09 Dammbruch in Bitterfeld droht +++
Die Hochwasserlage in Bitterfeld spitzt sich weiter zu. Der Seelhauser See habe mittlerweile einen kritischen Wasserstand erreicht, erklärt ein Sprecher des Landkreises Anhalt-Bitterfeld. Er warnt vor einem möglichen Deichbruch. In diesem Falle würde viel Wasser in die Stadt Bitterfeld fließen. "Alle Menschen im Bereich der Goitzscheufer werden dringend aufgefordert sich hinter die Evakuierungszone zurückzuziehen beziehungsweise vom Ufer zu entfernen", heißt es weiter. Auch alle Einsatz- und Hilfskräfte würden von der Goitzsche zurückgezogen.

+++ 20:25 Landkreis Lüchow-Dannenberg löst vorsorglich Katastrophenalarm aus +++
Wegen des erwarteten Rekord-Hochwassers an der Elbe ruft der niedersächsische Landkreis Lüchow-Dannenberg vorausschauend Katastrophenalarm aus. Helfer seien dazu aufgerufen, Sandsäcke zu füllen, Evakuierungen seien aber bislang nicht geplant, heißt es vom Landkreis. In Hitzacker wird am Mittag ein Pegelstand von 4,51 Meter gemessen. Für Sonntag prognostiziert das Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg einen Wasserstand von 8,00 Meter für die Kleinstadt - etwa einen halben Meter mehr als 2002. Damals stand Hitzacker komplett unter Wasser.

+++ 19:55 Talsperren sind sicher +++
Die Talsperren in Sachsen sind laut Landestalsperrenverwaltung sicher. Staumauern seien während des Hochwassers nirgendwo gebrochen. Anderslautende Meldungen seien falsch, teilt die Behörde in Pirna mit. So seien etwa große Talsperren für ein Hochwasser ausgelegt, wie es theoretisch alle 1000 bis 10 000 Jahre ein Mal vorkomme. Die Talsperren hätten zudem Entlastungsanlagen, mit denen überschüssiges Wasser abgegeben werde. Die Talsperre laufe dann über. Das sei ungefährlich.

+++ 19:48 Magdeburg rüstet sich für Flutwelle +++
Magdeburg hat das Schlimmste noch vor sich. Die Stadt erwartet am Sonntag einen Pegelstand von 7,20 Metern und löste Katastrophenalarm aus. Normal seien knapp 2 Meter. 2002 war der höchste Pegelstand 6,72 Meter. Flussauf waren die Elbe und ihre Zuflüsse vielerorts schon über die Ufer getreten. In Riesa (Sachsen) wurden Häuser geräumt und Schulen geschlossen.

+++ 19:32 Tausende Evakuierungen bei Straubing und Bitterfeld +++
Bei Deggendorf und Straubing müssen rund 6000 Menschen ihre Häuser verlassen, in Bitterfeld sogar 10.000. Dort droht ein See nach einem Deichbruch im sächsischen Löbnitz überzulaufen. Geräumt werden auch die Dörfer Sollnitz und Kleutsch an der Mulde bei Dessau-Roßlau. In Dresden, wo die Elbe vom normalen Pegelstand von 2 auf 7,37 Meter anschwoll, werden weitere Evakuierungen vorbereitet.

+++ 19:24 Mindestens vier Hochwassertote in Deutschland +++
Deutschlandweit kommen im Hochwasser mindestens vier Menschen ums Leben. Bereits am Donnerstag ertrinkt in Niedersachsen eine Radfahrerin. In Baden-Württemberg verlieren drei Menschen ihr Leben, unter ihnen ein Feuerwehrmann. In Tschechien finden mindestens acht Menschen den Tod. Österreich beklagt zwei Fluttote, die Slowakei einen.

+++ 19:10 Auch Zeitungen und Rundfunk haben zu kämpfen +++
Das Hochwasser in Deutschland beeinträchtigt auch die Arbeit von Verlags- und Medienhäusern. So lagert der MDR ab Donnerstag zwei Fernsehsendungen aus dem Landesfunkhaus in Magdeburg aus. Die Greizer Redaktion der "Ostthüringer Zeitung" (otz) kann ihre Redaktionsräume wegen des Hochwassers nicht betreten. Sie arbeitet mobil. Zwar sei die Zeitung komplett erschienen - bis zu den Lesern in der Greizer Innenstadt und mehreren kleinen Orten kommt sie aber nicht.  Im Raum Rosenheim in Bayern warten Abonnenten am Montag vergeblich auf das "Oberbayerische Volksblatt" (OVB). Im Druckhaus wird der Strom abgestellt, daher kann die Montagausgabe nicht gedruckt werden.

+++ 18:39 Bitterfeld bereitet sich auf die große Flut vor +++
Die Hochwasserlage hat sich in Bitterfeld zugespitzt. Etwa 10 000 Menschen wurden am Dienstag aufgefordert, vorsorglich ihre Häuser zu verlassen. Es sei nicht klar, wann und wie stark Wasser aus dem Goitzschesee in die Stadt eindringen werde, teilte der stellvertretende Landrat des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, Bernhard Böddeker, mit.  Die Gefahr sei groß, weil im sächsischen Löbnitz ein Deich gebrochen sei. Es fließe sehr viel Wasser in einen See, der direkt neben dem Goitzschesee liegt.

+++ 18:20 Umweltschützer werfen Politik Versagen vor +++
Mehrere Umweltschutzorganisationen werfen der Politik Versagen beim Hochwasserschutz vor. Die Regierungskoalition habe sich zwar das Ziel gesetzt, natürliche Auen zu reaktivieren und Flusstäler zu renaturieren, sagte der Vorsitzende des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), Olaf Tschimpke, der Online-Ausgabe des Handelsblatts. Hie mr sei aber trotz ausreichender Zeit nicht viel passiert. Ähnlich äußerte sich der Chef des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger. Auch die die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall forderte mehr Überflutungsgebiete.

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+++ 17:51 Österreicher bekommen Freibier +++
Kühles Nass mal nicht aus der Donau: In Österreich unterstützt eine Brauerei die Hochwasser-Helfer mit Freibier. Wirte, Feuerwehr- und Militärstützpunkte in den Hochwassergebieten erhielten je 100 Liter Bier, alkoholfreies Bier und Radler, sagte eine Firmensprecherin. Dies sollten sie dann an die Hilfskräfte verteilen.

+++ 17:23 Österreicher kritisiert Deutschland +++
In vielen Teilen Österreichs haben die Menschen am Dienstag mit Bangen den Höhepunkt des Donau-Hochwassers erwartet. Kritik gab es an Deutschland: Das Hochwasser sei in den Prognosen unterschätzt worden, man sei abhängig vom Nachbarland, beschwerte sich der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer: "Die Situation, die wir in Passau haben, ist von Bayern nicht vorhergesagt worden." Man werde sich dieses Thema "sehr genau anschauen" und Verbesserungen anstreben.

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Kanzlerin besucht Passau: Hilft das Hochwasser Merkel im Wahlkampf?

Hilft das Hochwasser Merkel im Wahlkampf?

+++ 17:07 Linkspartei will Schuldenbremse aussetzen +++
Die Flut ruft die Politiker auf den Plan. Die Linkspartei fordert nun, die Schuldenbremse auszusetzen. "Die Länder und Kommunen brauchen jetzt richtig viel Geld, um die Schäden zu beheben", so Parteichefin Katja Kipping im "Tagesspiegel". Die Finanzmittel seien auch nötig, um weiteren Hochwasser- und Klimaschutz betreiben zu können. "In Zeiten, wo bundesweit eine Schuldenbremse wirkt, ist das schwieriger."

+++ 17:02 Schäuble sagt weitere Hilfen zu +++
Finanzminister Wolfgang Schäuble sagt den Hochwasseropfern weitere Unterstützung über die Soforthilfe des Bundes hinaus zu. "Erst nachdem die Flut bewältigt ist, wird es möglich sein, einen wirklichen Überblick über die Schäden zu gewinnen", so Schäuble zur "Leipziger Volkszeitung". Momentan gehe es um die akute Hilfe und eine angemessene Beteiligung des Bundes an den Sofortmaßnahmen der Länder.

+++ 16:56 43.500 Feuerwehrleute im Einsatz +++
Im Kampf gegen das Hochwasser bieten die Feuerwehren in Deutschland seit dem Wochenende rund 43 500 Einsatzkräfte auf - mehr als bei der Jahrhundertflut 2002. Das geht aus einer Erhebung des Deutschen Feuerwehrverbandes hervor. Allein in Bayern seien mehr als 14 000 im Einsatz gewesen, 11 500 in Sachsen und 10 300 in Baden-Württemberg. Beim Hochwasser 2002 seien es insgesamt rund 40 000 gewesen.

+++ 16:32 Niedersachsen befürchtet Katastrophe +++
An der Elbe in Niedersachsen bereiten sich Katastrophenstäbe auf das erwartete Rekord-Hochwasser vor. "Wir müssen uns auf eine sehr, sehr ernste Lage gefasst machen", sagt Landes-Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). "Ich rechne damit, dass wir Katastrophenalarm ausrufen müssen, auch zur Vorsorge, damit alle Leute zur rechten Zeit am rechten Platz sind." Wann die Elbe in Niedersachsen ihren Höchststand erreichen wird, ist noch unklar.

+++ 16:26 Meißen will Strom teilweise abschalten +++
Die sächsische Stadt Meißen will wegen des steigenden Hochwassers einzelne Stromleitungen vom Netz nehmen. "Die Vorbereitungen laufen schon", sagt Oberbürgermeister Olaf Raschke. Zuvor hatte das Wasser in Meißen eine Schutzwand überschwemmt und war in die Altstadt gelaufen. Am Morgen wurde ein Pegelstand von 8,06 Meter gemessen. Vor allem das Theater der Stadt machte den Helfern Sorgen. Falls das Wasser die Decke erreicht, würden die nach dem Hochwasser 2002 sanierten Bereiche wieder zerstört.

+++ 16:03 Neue Flutwelle rollt aus Tschechien heran +++
Das Hochwasser in Tschechien bahnt sich seinen Weg in Richtung der deutschen Grenze. Die Moldau erreicht in Prag ihren Scheitelpunkt, während die Wassermassen weiter nach Norden ziehen und am Abend in der Elbstadt Usti-nad-Labem erwartet werden. Dort wird mit Überschwemmungen gerechnet. Die Zahl der Todesopfer in Tschechien steigt auf mindestens acht, hunderte Menschen sind ohne Strom.

+++ 15:57 Entwarnung im Rheinland +++
Das Rheinland ist einer Hochwasserkatastrophe wie im Süden und Osten Deutschlands erst einmal entgangen. Zwar steigen die Rheinpegel in Nordrhein-Westfalen noch an, doch sehr viel langsamer als am Vortag. In Worms und Mannheim ging der Wasserstand bereits zurück. Hochwasser Ende Mai und Anfang Juni ist auch am Rhein nicht ungewöhnlich.

+++ 15:47 30-Millionen-Soforthilfe in Sachsen +++
Sachsen legt ein 30-Millionen-Euro- Sofortprogramm für Betroffene der Hochwasserkatastrophe auf. Das Geld wird den Bürgermeistern zur Verfügung gestellt und soll den Opfern von diesem Donnerstag an ausgezahlt werden, erklärt Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Rande des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Pirna. Laut Tillich ist es eine Hilfe für Menschen, "die keine trockenen Sachen mehr haben und bei denen die Waschmaschine nicht mehr funktioniert".

+++ 15:40 Hochwasser in Sachsen ähnlich wie 2002 +++
Das Hochwasser an der Elbe wird laut sächsischem Innenministerium wahrscheinlich ähnliche Ausmaße wie 2002 annehmen. "Wir rechnen mit einem Pegelstand von neun Metern plus X", teilt das Innenministerium in Dresden mit.  Bevölkerung und Behörden müssten sich auf eine vergleichbare Situation wie beim Hochwasser vor elf Jahr einrichten. Gegen 14.00 Uhr stand der Pegel in Dresden bei 7,61 Metern - rund 1,80 Meter weniger als 2002.

+++ 15:18 Gauck: "Zusammen schaffen wir das" +++
Der Bundespräsident meldet sich zu Wort. Joachim Gauck spricht den vom Hochwasser betroffenen Menschen Mut zu und dankt den Helfern in den Katastrophengebieten. "Das Schicksal der Betroffenen bewegt mich. Ich bin froh zu hören, dass sie in diesen Stunden in Solidarität und Entschlossenheit zusammenstehen und viel Beistand und Unterstützung erfahren," so Gauck. Die vielen Helferinnen und Helfer, die unermüdlich im Einsatz seien, vermittelten die Botschaft: "Zusammen schaffen wir das!" Auch im Internet zeigen viele Menschen ihre Solidarität.

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+++ 15:01 Hochwasserbilanz am Neckar: Drei Tote +++
Baden-Württemberg zieht Bilanz: Das Hochwasser fordert dort drei Todesopfer, drei weitere Menschen werden verletzt. Unter den Todesopfern sind nach Auskunft des Innenministeriums ein Feuerwehrmann und zwei Zivilisten. 30 von insgesamt 44 Stadt- und Landkreisen seien betroffen gewesen. Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte Steuererleichterungen für Hochwasseropfer an. Die Sanierung der Dämme soll 500 Millionen Euro kosten.

+++ 14:46 Mann in der Slowakei ertrunken +++
Im Süden der Slowakei fällt in der Nacht ein Mann in den Hochwasser führenden Fluss Slana und ertrinkt. Unter Hinweis auf laufende Ermittlungen will die Polizei den Mann nicht als direktes Hochwasseropfer bezeichnen. Medien berichten, der Unbekannte sei vermutlich betrunken gewesen und zu nahe an den Fluss getreten.

+++ 14:05 Um Regensburg gilt Katastrophenalarm +++
Der Landkreis Regensburg ruft den Katastrophenfall aus. Die Hochwassersituation an den Flüssen hat sich verschärft, sagt Landrat Otto Gascher. Probleme gibt es nicht nur an der Donau, sondern auch an der Naab und an kleineren Flüssen. Auch Wohngebiete sind vom Hochwasser bedroht. Für besorgte Einwohner gibt es ein Bürgertelefon im Landratsamt.

(Foto: dpa)

+++ 13:39 Damm bei Deggendorf bricht +++
Im Landkreis Deggendorf bangen die Menschen um ihre Anwesen: Ein Donau-Damm ist gebrochen, das Wasser breitet sich dahinter aus. Betroffen sind zunächst nur einzelne Gehöfte, die weiteren Folgen sind noch nicht abzusehen. 4000 Menschen müssen ihre Häuser verlassen, um sich in Sicherheit zu bringen.

+++ 13:23 Merkel verspricht auch Pirnaern Soforthilfe +++
Bei ihrer Stippvisite im sächsischen Pirna wiederholt Kanzlerin Angela Merkel ihr Bekenntnis zu umfassender und rascher Hilfe für die Flutopfer. Für jeden Euro, den das Land Sachsen zur Verfügung stellt, wird der Bund einen Euro drauflegen, sagt sie. In Pirna wird in wenigen Stunden das Wasser seinen Höchststand erreichen.

+++ 13:16 Aigner: "Lassen Bauern nicht im Regen stehen" +++
Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner verspricht, zusätzlich zu den von Angela Merkel zugesagten 100 Millionen Euro, Hilfe in der Flutkatastrophe. "Wir werden die betroffenen Landwirte nicht im Regen stehen lassen", sagt die CSU-Frau. "Ich bin mir bewusst, dass gegenwärtig die Existenz vieler Familienbetriebe auf dem Spiel steht. Deshalb wollen Bund und Länder schnell und unbürokratisch helfen." Die Ministerin deutet ein Sonderkreditprogramm der Landwirtschaftlichen Rentenbank und zinsgünstige Kredite zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen an.

+++ 12:55 Flut bricht in Passau Rekord von 1954 +++
Es gibt einen offiziellen Höchststand der Flut in Passau, wo der Wasserspiegel mittlerweile schon wieder sinkt: Am Montagabend gegen 21 Uhr maß das bayerische Landesamt für Umwelt 12,89 Meter. Damit fällt das aktuelle Hochwasser deutlich schlimmer aus als das von 1954 - damals erreichten die Fluten einen Höchstwert von 12,20 Metern. Nur im August 1501 gab es laut Nachforschungen des Wasserwirtschaftsamtes Passau mit etwa 13,00 bis 13,20 Metern einen noch höheren Pegelstand als jetzt.

+++ 12:39 Deiche in Halle weichen durch +++
Halle an der Saale erlebt dramatische Stunden. Hunderte Einsatzkräfte kämpfen mit Hilfe der Bundeswehr um die Deiche an der Saale. "Die Dämme sind sehr aufgeweicht", sagt der parteilose Oberbürgermeister Bernd Wiegand. Mit Sandsäcken wird versucht, den Gimritzer und den Passendorfer Damm zu stützen. Zudem sind Schlamm und Morast angefahren worden. "Wir gehen derzeit davon aus, dass wir die Dämme halten können. Die Frage ist, wie lange sie halten", sagt Wiegand.

+++ 12:31 Merkel reist nach Pirna +++
Als nächste Station ihrer Reise durch Deutschlands Katastrophengebiete wird Kanzlerin Angela Merkel in Pirna in der Sächsischen Schweiz erwartet (live bei n-tv). Die Stadt liegt an der Elbtalweitung, wo Wesenitz und Gottleuba in die Elbe münden. Hier sind erste Bürger schon evakuiert worden. In einigen Bereichen der  Altstadt gibt es keinen Strom mehr. Den Behörden zufolge ist mit  Höchstständen der Elbe wie bei der Jahrhundertflut 2002 zu rechnen.

+++ 12:02 In Magdeburg wird es schlimmer als 2002 +++
Magdeburg stellt sich auf extremes Hochwasser der Elbe ein. Nach derzeitigen Prognosen wird an der Strombrücke die Marke von 6,90 Metern erreicht, wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung sagt. Normal sind knapp zwei Meter. Bei der Flut 2002 stand der Pegel bei maximal 6,72 Metern. 30.000 Sandsäcke zur Sicherung von Deichen und zum Errichten von Wällen sind gefüllt und 22.000 bereits verbaut.

+++ 11:52 Orban ruft in Ungarn den Notstand aus +++
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban ruft entlang der Donau den Katastrophen-Notstand aus. Die Behörden mobilisieren insgesamt 8000 Soldaten, 8000 Katastrophenschützer, 1400 Wasserbau-Experten und 3600 Polizisten, erklärt er bei einem Besuch der Katastrophenschutz-Zentrale. In Ungarn wird die Scheitelwelle des Hochwassers ab Mittwoch erwartet, am Wochenende dürfte sie Budapest erreichen. Der Notstand gilt für die westungarischen Bezirke Györ und Komarom sowie für Teile des Bezirks Pest und für die an der Donau gelegenen Stadtbezirke von Budapest.

+++ 11:46 Stadt Halle sagt Händelfestspiele ab +++
Halle an der Saale ist die Geburtsstadt Georg Friedrich Händels. Seit 1922 finden hier regelmäßig zu Ehren des Komponisten die Händel-Festspiele statt. In diesem Jahr müssen sie wegen des Hochwassers ausfallen. Die Veranstaltung sollte eigentlich am Donnerstag eröffnet werden.

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+++ 11:37 Flut erreicht am Wochenende Niedersachsen +++
In Niedersachsen müssen sich die Menschen entlang der Elbe auf ein schwieriges Wochenende einstellen. Das Hochwasser wird dann die Region erreichen. Die Wasserstände könnten noch die von 2002 und 2011 übersteigen, befürchten die Behörden. "Man kann noch nicht genau sagen, an welchem Tag das Hochwasser Niedersachsen erreicht. Und es ist auch noch nicht klar, wann der höchste Stand zu erwarten sein wird", sagt ein Sprecher des Umweltministeriums in Hannover.

+++ 11:26 Ballack-Abschiedsspiel in Leipzig findet statt +++
In der Region Leipzig macht den Menschen das Hochwasser Sorgen, für einen berühmten Sachsen wird es dagegen wohl nicht zum Problem: Michael Ballack kann sein Abschiedsspiel am Mittwoch wie geplant durchführen. "Wenn sich nichts ändert und die Deiche halten, wird das Spiel voraussichtlich stattfinden", sagte Stadtsprecher Matthias Hasberg. Die Arena befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Elsterbecken. Hier wollte Drittliga-Neuling RB Leipzig am Montag schon den Aufstieg feiern, die Party musste aber wegen der Flut abgesagt werden.

+++ 11:18 Talsperre in Thüringen droht überzulaufen +++
Im thüringischen Ziegenrück verschärft sich die Hochwassersituation. Grund: Aus der Bleichlochtalsperre müssen etwa 200 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abgelassen werden, teilt das Landratsamt mit. Die Talsperre droht sonst überzulaufen. Der steigende Pegelstand der Saale zwingt das Energie-Unternehmen Vattenfall als Pächter der Talsperre zu dieser Maßnahme. Damit steigt die Gefahr der Überflutung von Ziegenrück. Der Ort kann eigentlich nur 120 Kubikmeter Wasser pro Sekunde verkraften.

+++ 11:01 Sachsen erwartet neue Wassermassen +++
Alle Prognosen der Hochwasserexperten könnten durch rasant steigende Pegelstände entlang der Elbe schon bald Schall und Rauch sein. Der Bevölkerung in Sachsen und Sachsen-Anhalt stehen nach neusten Zahlen noch dramatische Tage bevor. Durch heranrauschende Wassermassen aus Tschechien soll das Elbehochwasser deutlich höher ausfallen, als bislang erwartet. "Es gibt doch eine sehr kritische Situation", räumte das sächsische Innenministerium jetzt ein.

+++ 10:47 Österreich noch nicht aus dem Gröbsten heraus +++
Auch in Österreich kämpfen die Menschen noch mit den Fluten. Der Höhepunkt ist vielerorts noch nicht erreicht. So sollen in Ober- und Niederösterreich die Pegelstände den Tag über noch steigen. Unklar ist, ob die neu errichteten 11,15 Meter hohen Schutzwände halten. Genaue Vorhersagen sind schwierig, weil in Bayern eine wichtige Messstation ausgefallen sei. Im Westen des Landes wird derweil schon aufgeräumt: In Salzburg, Vorarlberg und Tirol sind wichtige Verkehrswege blockiert.

+++ 10:38 FDP will Flutschäden-Fonds einrichten +++
Die Liberalen wollen einen Fonds einrichten, der Flutschäden von Privathaushalten und Unternehmen ausgleicht, sofern keine Versicherungen oder Dritte dafür auskommen. Parteichef Philipp Rösler und Fraktionsvorsitzender Rainer Brüderle sagen, es müsse auch geprüft werden, welche Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auf die Unternehmen in den Flutgebieten zugeschnitten werden könnten. "Die Menschen, die von der Flutkatastrophe betroffen sind, brauchen schnelle und unkomplizierte Soforthilfe", erklärten die FDP-Politiker. Viele Existenzen stünden "unverschuldet auf dem Spiel".

+++ 10:21 Merkel: Soforthilfe ist "gut ausgegebenes Geld" +++
Vor Ort in Passau spricht Kanzlerin Angela Merkel den Helfern von Bundeswehr, THW, Feuerwehr, DRK und Wasserwacht ihre Anerkennung und ihren Dank aus. "Mir ist bewusst, das dauert noch Wochen. Deshalb wird unsere Unterstützung nicht nachlassen." Über die zugesagte Soforthilfe sagte sie: "Angesichts dessen, wofür wir sonst Geld ausgeben, ist das gut ausgegebenes Geld."

(Foto: dpa)

+++ 10:12 Merkel in Passau: Kanzlerin sagt Hilfe zu +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist im vom Hochwasser besonders stark betroffenen Passau eingetroffen. Vor Ort informiert sich die CDU-Chefin über die Lage und spricht mit Bürgern. Zuvor flog sie mit einem Hubschrauber über Bayern, um sich einen Überblick zu verschaffen. "Wir haben gedacht, 2002 war die Lage schon exorbitant", sagte Merkel. Jetzt sei die Situation aber noch dramatischer. Sie sagte zu, dass der Bund unbürokratisch Soforthilfe in Höhe von 50 Millionen Euro bereitstellen wird.

+++ 10:02 Platzeck besucht brandenburgische Krisengebiete +++
Erinnerungen an den "Deichgrafen" werden wach: Matthias Platzeck, dieses Mal als Ministerpräsident von Brandenburg, und Landesumweltministerin Anita Tack von der Linkspartei sind im Brandenburger Hochwassergebiet unterwegs. Platzeck wird in der Prignitz erwartet. Er will sich über die Situation an der Elbe informieren, deren Pegelstände steigen. Tack besucht das Lagezentrum des Elbe-Elster-Kreises in Herzberg. Dort wird an der Schwarzen Elster mit der höchsten Alarmstufe gerechnet. Platzeck ist beim Oderhochwasser 1997 bundesweit bekannt geworden, als er als Krisenmanager im Katastrophengebiet unterwegs war. Damals tauften ihn Journalisten "Deichgraf".

+++ 9:51 Wasserhöchststand bedroht historisches Prag +++
In Prag erreicht die Moldau den bisherigen Höchststand. Gegen 6 Uhr morgens rauschten nach Behördenangaben 3210 Kubikmeter Wasser pro Sekunde den Fluss hinab - normal sind 150. Zu einer Bedrohung für die historische Bausubstanz wird unterdessen auch das steigende Grundwasser. U-Bahnen verkehren weiter nicht. Sieben Menschen sind bisher durch das Wetter gestorben.

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+++ 9:39 Wasser in Grimma und Borna fließt langsam ab +++
In den betroffenen Orten im Landkreis Leipzig fließt das Hochwasser von Mulde und Weißer Elster langsam ab. "Borna ist zum Großteil wasserfrei", sagt ein Sprecher des Katastrophenstabes beim Landratsamt. Auch der Pegelstand der Mulde im sächsischen Grimma sinkt leicht, liegt aber auf noch relativ hohem Niveau. Problematisch ist die Situation noch in Pegau-Elstertrebnitz. Dort ist der Pegelstand der Weißen Elster noch sehr hoch. In der Nacht musste dort ein Damm aufgegeben werden.

+++ 8:55 BUND-Experte: Flüsse brauchen wieder mehr Raum +++
So dramatisch die Folgen des aktuellen Hochwassers für die Menschen sind, sie sind vom Menschen selbst verursacht. Das sagt zumindest Winfried Lücke, Gewässer-Experte beim BUND, n-tv.de: "Früher haben die Flüsse meanderhaft die Landschaft durchlaufen. Heute sind sie begradigt. Das Wasser trifft darum heute schneller an einer Flussmündung ein als das früher der Fall war." Der Umweltverband fordert, dass Geld, das schon nach dem Hochwasser 2002 bereitgestellt wurde, verstärkt für die Renaturierung der Flussläufe eingesetzt wird.

+++ 8:26 In den Flutgebieten besseres Wetter erwartet +++
In den Hochwassergebieten im Osten und Südosten bessert sich das Wetter. Der Regen zieht laut Deutschem Wetterdienst ab, die Sonne setzt sich durch. Im Osten kann es noch einige Schauer geben, die aber mit Blick auf die Hochwasserlage unbedeutend sind. Von Westen her stabilisiert sich das Wetter, verbreitet scheint die Sonne.

+++ 8:05 Bad Liebenwerda ruft höchste Alarmstufe aus +++
In Bad Liebenwerda befürchten die Behörden zur Stunde das Schlimmste. Es gilt laut Landesumweltamt die höchste mögliche Alarmstufe 4. Die Schwarze Elster erreicht hier einen Pegelstand von 3,10 Meter. Das ist fünfmal so hoch wie sonst.

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+++ 7:53 Bayern stellt 150 Millionen Euro bereit +++
Das Bundesland Bayern will den Betroffenen der Flutkatastrophe mindestens 150 Millionen Euro unbürokratisch zukommen lassen. Das verspricht Wirtschaftsminister Martin Zeil von der FDP im Bayerischen Rundfunk.

+++ 7:37 Hochwasser erreicht Brandenburg +++
Die Hochwasserwelle aus Sachsen erreicht Brandenburg. In den vergangenen 24 Stunden sind die Pegelstände der Flüsse dort gestiegen, wie das Landesumweltamt mitteilt. Vor allem an der Elbe und der Schwarzen Elster laufen die Vorbereitungen an. In Herzberg, im Jahr 2002 wochenlang von Hochwasser bedroht, werden vorsorglich Sandsäcke gefüllt. Auch Mühlberg an der Elbe droht die höchste Alarmstufe 4. An der Oder, die 1997 beim dortigen sogenannten Jahrhunderthochwasser besonders betroffen war, gibt es bisher dagegen keine Probleme.

(Foto: dpa)

+++ 7:23 A8 bleibt noch bis Donnerstag gesperrt +++
Eine der meistbefahrenen Autobahnen Deutschlands, die A8, wird noch bis Donnerstag nicht befahrbar sein, wie die "Augsburger Allgemeine" berichtet. Grund ist abfließendes Wasser und daraufhin nötige Reparaturarbeiten. Österreich-Reisende müssen Alternativrouten benutzen. Allerdings ist das schwierig, da die meisten Ausweichstrecken ebenfalls vom Hochwasser betroffen sind.

+++ 7:11 Piraten organisieren Hilfsportal +++
Betroffene des Hochwassers und Hilfsbereite können über ein neues Portal zueinander finden. Auf hochwasser.piratenpartei-bayern.de stellen Menschen nach Regionen sortiert ihre Kontaktdaten ein, die Kapazitäten haben, um andere beim Sichern ihrer Anwesen und Aufräumen zu unterstützen. Das Angebot gilt nicht nur für Bayern, sondern auch für die übrigen Hochwassergebiete.

+++ 6:59 In Regensburg gilt Katastrophenalarm +++
Die Donau-Stadt Regensburg ruft Katastrophenalarm aus. Der Hochwasserscheitel wird einer Sprecherin zufolge für 8 Uhr erwartet: Ein Pegelstand von 6,80 Meter soll dann an der Messstation "Eiserne Brücke" erreicht sein - so hoch wie das letzte Mal vor 130 Jahren. Die Behörden rechnen jedoch damit, dass die Flut für Regensburg glimpflich abgeht: "Die Strom- und Trinkwasserversorgung funktioniert nach wie vor. Einigen Straßen droht aber Überschwemmung."

(Foto: dpa)

+++ 6:41 Bitterfeld wird teilweise evakuiert +++
In Bitterfeld muss ein Ortsteil evakuiert werden, weil die Goitzsche, ein Tagebausee, über die Ufer tritt. Grund ist laut MDR ein Dammbruch in Sachsen bei Roitzschjora. Der Kreis  Anhalt-Bitterfeld warnt, dass nicht absehbar sei, wann das Wasser bis in die Stadt vordringt. Auch ein Krankenhaus ist betroffen, die Patienten werden nach Halle, Köthen und Wolfen verlegt.

+++ 6:28 Hochwasser fließt in Meißener Altstadt +++
Im sächsischen Meißen stellt sich der Ernstfall ein. Das Elbe-Hochwasser fließt in die Altstadt. Der Wasserstand liegt bei knapp acht Metern. Die Schutzwand misst nur 7,85 Meter. Der zentral gelegene Theaterplatz ist bereits überflutet. An der tiefsten Stelle steht das Wasser einen halben Meter hoch - Tendenz steigend. Noch soll nicht evakuiert werden.

+++ 5:41 Sinkende Pegelstände an Inn und Donau +++
Beim Jahrhundert-Hochwasser in Passau ist nach Einschätzung des Krisenstabs das Schlimmste überstanden. Die Wasserstände von Inn und Donau seien im Laufe der Nacht deutlich gefallen, sagte ein Sprecher.

+++ 4:49 Damm in Halle muss gesichert werden +++
Die Pegelstände vieler Flüsse in Sachsen-Anhalt steigen unaufhörlich an. Der für den Schutz der Plattenbausiedlung Halle-Neustadt wichtige Gimritzer Damm muss verstärkt werden. 100.000 befüllte Sandsäcke werden dazu aus dem Raum Hannover nach Halle gebracht, wie die Stadt mitteilt. Die Saale hat in Halle-Trotha in der Nacht die Marke von 7,50 Metern überschritten.

+++ 3:47 Meißens Altstadt droht Überflutung +++
Das Hochwasser im sächsischen Meißen steigt über die Höhe der Schutzwand. Es sei davon auszugehen, dass die Altstadt überflutet werde, sagt ein Sprecher des Katastrophenstabs. Die Elbe habe hier einen Pegelstand von 7,89 Metern erreicht.

+++ 1:03 Pegel in Thüringen sinken +++
In den Thüringer Hochwassergebieten entspannt sich die Lage zusehends. Das Lagezentrum des Innenministeriums meldet sinkende Pegelstände im ganzen Land. "Jetzt hoffen wir, dass die Deiche weiter halten", sagt ein Sprecher. An neun Messstellen gilt in der Nacht noch die höchste Alarmstufe drei.

+++ 0:36 Lage in Oberbayern entspannt sich +++
Die Lage in den oberbayerischen Hochwassergebieten beruhigt sich langsam. Die Pegelstände im Landkreis Rosenheim seien weiter gefallen, die Hilfskräfte rüsteten sich nun für die anstehenden Aufräumarbeiten, so ein Sprecher des Landratsamtes. Am Dienstag könne der Katastrophenalarm voraussichtlich aufgehoben werden.

+++ 0:31 "Blaues Wunder" für Autos gesperrt +++
Wegen des unaufhörlich steigenden Hochwassers wird in Dresden die erste Elbbrücke für Autos gesperrt. Radfahrer und Fußgänger dürfen die Loschwitzer Brücke, auch "Blaues Wunder" genannt, noch bis zu einem Pegelstand von 8,50 Metern weiter überqueren. Die Elbe hatte kurz vor Mitternacht einen Pegel von 7,08 Metern erreicht.

+++ 23:37 Hochwasser in Regensburg steigt weiter +++
In Regensburg verschärft sich die Hochwasserlage. Man erwarte nun einen Pegelstand von 6,70 Meter, teilt eine Sprecherin der Stadt mit. Es droht nun die Überflutung mehrerer Straßen, die vorsorglich gesperrt wurden. In einer Schule im Stadtgebiet steht ein Notlager mit 365 Feldbetten zur Verfügung.

+++ 22:28 Neun Tote in Tschechien und Österreich +++
In Tschechien kamen sieben Menschen durch das Unwetter ums Leben: Bei Prag starben ein Mann und eine Frau, als ein Gebäude zusammenbrach, im Norden des Landes wurden zwei Leichen entdeckt: bei Benesov ein ertrunkener 82-jähriger Mann; in der Nähe von Prag erlitt ein Elektriker in einer Transformatorenstation einen tödlichen Stromschlag. In Pruhonice bei Prag erschlug ein umgestürzter Baum eine Frau. In Tschechien mussten 8000 Menschen ihre Wohnungen räumen. Zwei Hochwasser-Tote wurden aus Österreich und einer aus der Schweiz gemeldet. In Prag wurden rund Tausend Tiere aus dem Zoo in Sicherheit gebracht.

+++ 21:26 In Sachsen-Anhalt droht Dammbruch +++
In Sachsen-Anhalt droht ein Damm zu brechen. Im Dorf Zangenberg bei Zeitz im Süden des Landes könnte die weiße Elster einen Deich einreißen. Das berichtet der MDR. Die Bundeswehr verstärkt demnach den Damm mit 50.000 Sandsäcken.

(Foto: dpa)

+++ 20:40 Magdeburg ruft Katastrophenfall aus +++
Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg richtet sich auf extremes Hochwasser der Elbe ein. Am Dienstagmorgen um 6 Uhr will die Stadt den Katastrophenfall ausrufen. Erst am Nachmittag war das Pretziener Wehr geöffnet worden, um die Stadt und das benachbarte Schönebeck vor Überflutung zu schützen - indem das Wasser der Elbe in einen Kanal umgeleitet wird. Die Stadt rechnet damit, dass der Wasserstand der Elbe in den kommenden Tagen dramatisch ansteigt. Deiche sollen daher mit Sandsäcken verstärkt werden.

+++ 20:14 Lage in Oberbayern entspannt sich +++
Laut oberbayerischer Bezirksregierung entspannt sich die Lage in der Region. 3800 im Landkreis Rosenheim evakuierte Menschen kehren in ihre Wohnungen zurück, berichtet der Bayerische Rundfunk.

+++ 20:06 Dorf gibt Kampf gegen Wasser auf +++
Das 460-Einwohner-Dorf Altjeßnitz in Sachsen-Anhalt gibt den Kampf gegen das Mulde-Hochwasser auf. Zehn Jahre habe der Ort für einen neuen Deich gekämpft und ihn nicht bekommen, zitiert der MDR die Bürgermeisterin.

+++ 19:51 Hochwasser bedroht Halle +++
Die Stadt Halle befürchtet das schlimmste Hochwasser seit 70 Jahren. In Sachsen-Anhalts einwohnerstärksten Kommune fließt die Weiße Elster in die Saale, die bereits jetzt einen Wasserstand von über sieben Metern hat.

+++ 19:35 Gefängnis in Passau evakuiert +++
Wegen des Hochwassers evakuiert die Polizei ein Gefängnis in Passau. Rund 60 Gefangene werden verlegt - 35 Häftlinge nach Straubing und 24 nach Landshut. Ein Gefangener, dessen Entlassung ohnehin einen Tag später ansteht, kann vorzeitig gehen.

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+++ 19:01 Auch am Rhein steigen die Pegel +++
Auch am Mittelrhein sind die Pegelstände weiter gestiegen. Am Dienstag wird in Mainz ein Scheitelwert von mehr als sieben Metern erwartet. Bei Ingelheim wird voraussichtlich ein Polder geflutet, um die Wassermassen zu bändigen. Dann soll nach Angaben der Struktur- und Genehmigungsdirektion der Verkehr auf der nahen A 60 in Richtung Bingen verengt werden. Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums kommt ein solches Hochwasser hier nur alle 20 Jahre vor.

+++ 18:47 4000 Helfer des Bundes im Einsatz +++
In den deutschen Hochwassergebieten sind seit Samstag rund 4000 Helfer des Bundes im Einsatz. Dazu gehören 1400 Soldaten, rund 2000 Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW) und rund 600 Bundespolizisten. Sie kümmern sich um Aufbau und Sicherung von Deichen mit Sandsäcken, überwachen die Katastrophengebiete aus der Luft, bieten Betroffenen Unterkunft und Verpflegung sowie Begleitung und erste medizinische Versorgung.

+++ 18:43 Sechs Tote in Tschechien +++
Dauerregen und Überschwemmungen haben in Tschechien bislang sechs Menschen das Leben gekostet. Die Hochwasserlage ist weiter kritisch. Landesweit verlassen mehr als 7000 Menschen ihre Häuser. Rund 20 Eisenbahnstrecken und 150 Landstraßen sind gesperrt.

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+++ 18:41 Hochwasser kein Grund für Unpünktlichkeit +++
Überflutete Straßen, Radwege unter Wasser oder verspätete Züge: Hochwasser erschwert auch Berufstätigen den Weg zur Arbeit. Doch von der Pflicht, pünktlich ins Büro oder in den Betrieb zu kommen, entbindet Arbeitnehmer das extreme Wetter nicht. "Sie müssen deshalb alles Zumutbare unternehmen, um ihre Arbeitsstelle zu erreichen", sagt Verdi-Rechtsexperte Alfried Ströl.

+++ 17:45 Leipzig wähnt Innenstadt in Sicherheit +++
Laut Krisenstab der Stadt Leipzig erreichen die Überflutungen nicht die Innenstadt. Das Bundesverwaltungsgericht könnte jedoch überflutet werden, berichtet die Leipziger Volkszeitung.

+++ 17:20 Autobahn bei Dessau wird teilweise gesperrt +++
Zwei Fahrstreifen der A9 bei Dessau werden ab 17:30 Uhr in Richtung Berlin gesperrt. Laut MDR bekommt die Autobahn einen Hilfsdeich aus Sandsäcken. Mehr Infos zu Verkehrsbehinderungen gibt es hier.

(Foto: dpa)

+++ 17:12 Schlimmster Regen ist vorbei +++
In den nächsten Stunden ist mit einer leichten Wetterbesserung zu rechnen. Von der Lausitz bis ins Erzgebirge kann es zwar noch regnen, doch "der dickste Regen ist erst einmal vorbei", so n-tv-Meteorologe Björn Alexander. Große und flächendeckende Niederschläge erwartet er nicht mehr. Zur Wochenmitte klettern die Temperaturen in den Bereich der 20-Grad-Marke.

+++ 16:55 Hochwasser-Leiche bei Reutlingen gefunden +++
Drei Tage nach einem Sturz in die tosende Elsach findet die Polizei die Leiche eines Hochwasser-Opfers aus Bad Urach bei Reutlingen in Baden-Württemberg. Der Körper des 46-jährigen Bauarbeiters wird bei Metzingen im Bachbett der Erms gefunden - 13 Kilometer vom Unglücksort entfernt. Am Freitagabend will der  Mann eine Baustelle gegen das Hochwasser absichern. Dabei stürzt er wohl in die Wassermassen.

+++ 16:32 Friedrich: Hochwasserschutz ernst nehmen +++
Bundesinnenminister Friedrich würdigt den "beispiellosen Kampf" der Helfer gegen das Hochwasser. "Ich bin sehr, sehr stolz auf das Technische Hilfswerk", sagt der CSU-Minister bei n-tv. Zugleich mahnt er, künftig die Hochwasserschutzmaßnahmen wirklich ernst zu nehmen. Langfristig müsse man auch Überschwemmungsgebiete vorhalten, um so Schlimmeres zu verhindern.

+++ 16:11 Merkel stellt Hilfe in Aussicht +++
Kanzlerin Angela Merkel stellt den Opfern des Hochwassers Hilfe in Aussicht: "Der Bund wird auch schauen, was wir helfen können, genauso wie die Länder", sagt die CDU-Chefin. Auch die bayerische Staatsregierung will die Folgen der Hochwasserkatastrophe in Passau und Südostbayern mit einem Hilfsprogramm von 150 Millionen Euro lindern. Daran soll sich auch der Bund beteiligen, sagt ein Sprecher des bayerischen Finanzministeriums - in welcher Höhe, ist noch unklar.

+++ 16:08 Lage in Zwickau entspannt sich +++
Gute Nachrichten aus Zwickau: Dort entspannt sich die Lage offenbar - die Pegelstände am Fluss Mulde sinken seit mehreren Stunden. Nach Prüfung der besonders betroffenen Bereiche in Crossen und Schlunzig geben die Behörden Entwarnung. Die Deiche seien zwar durchweicht, aber stabil, teilt die Stadt mit. Daher könnten die Menschen in ihr Zuhause zurückkehren.

+++ 15:56 Aigner sagt Hilfe zu +++
Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner verspricht den von Hochwasser betroffenen Landwirten Hilfe. Ihr Ministerium  verschaffe sich gegenwärtig einen ersten Überblick über die  Schäden. "Dann wird entschieden, wo und wie geholfen werden kann", erklärt die CSU-Ministerin. "Klar ist: Wir werden die Landwirte nicht im Regen stehen lassen."

+++ 15:32 Pegelmessgeräte in Passau wegen Hochwassers ausgefallen +++
In Passau erreicht die Donau historische Höchststände - die Messung wird nun allerdings schwieriger. Die Pegelmessgeräte fallen wegen des Hochwassers aus. Letzte Messungen zeigten einen Wasserstand zwischen 12,30 und 12,40 Metern.

+++ 14:54 Donau-Flutwelle nähert sich Bratislava +++
Die slowakische Hauptstadt Bratislava bereitet sich auf die aus Österreich nähernde Donau-Flutwelle vor. Der slowakische Wetterdienst ruft die höchste Warnstufe aus. Mehrere ufernahe Verbindungsstraßen werden für den Verkehr gesperrt. Der Schiffsverkehr auf der Donau wird komplett eingestellt. Die Scheitelwelle der Donau wird für die Wochenmitte erwartet.

+++ 14:47 Passau stellt Trinkwasserversorgung ein +++
Wegen des schweren Hochwassers müssen die Stadtwerke Passau die Trinkwasserversorgung einstellen. Es drohe eine Verunreinigung der Trinkwasserbrunnen, teilt der Krisenstab mit. Das noch vorhandene Wasser in den Hochbehältern der bayerischen Stadt sei begrenzt und in einzelnen Bereichen bereits erschöpft. Erwartet wird, dass die Restmengen noch im Laufe des Montags verbraucht werden. Der Krisenstab arbeite mit Hochdruck an Lösungen, um der Bevölkerung Trinkwasser anbieten zu können, hieß es.

+++ 14:37 Stromausfälle im Osten +++
Wegen des Hochwassers fällt bei etwa 14.000 Kunden des Energieversorgers Envia in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen der Strom aus. Rund 500 Mitarbeiter des Unternehmens sind im Einsatz, um die Stromversorgung wiederherzustellen. Das Unternehmen ruft die Menschen in den Hochwassergebieten auf, sich von Stromanlagen fernzuhalten. Es besteht Lebensgefahr.

+++ 14:10 Katastrophenalarm jetzt auch für Dessau +++
Sachsen-Anhalt ruft Katastrophenalarm für die Region Dessau-Roßlau aus. Dort können die Fluten der Mulde nicht in die Elbe abfließen. Ein Rückstau mit katastrophalen Folgen wird erwartet. In Gerwisch bei Magdeburg sollen die Pegelstände 70 Zentimeter über dem Hochwasser von 2002 liegen. Die Zugverbindungen nach Mitteldeutschland sind extrem eingeschränkt.

+++ 13:40 Brüssel will einspringen +++
Die EU-Kommission bietet den vom Hochwasser betroffenen Ländern Deutschland, Österreich und Tschechien finanzielle Hilfe an. "Die europäische Familie ist zur Hilfe bereit, soweit sie das gemäß dem Europäischen Solidaritätsfonds tun kann", teilt der EU-Kommissar für Regionalpolitik, Hahn, in Brüssel mit. Der Fonds war 2002 nach dem schwerem Hochwasser der Elbe und anderen Flüssen gegründet worden.

+++ 13:20 Hamsterkäufe: Passauer Supermärkten geht das Wasser aus +++
In Passau fürchten offenbar viele Menschen Versorgungsengpässe. In einigen Supermärkten wird das Wasser knapp, wie die "Passauer Neue Presse" berichtet.

+++ 13:03 Grimma befürchtet das Schlimmste +++
Der Oberbürgermeister von Grimma spricht von einer "katastrophalen Lage". Im Gespräch mit n-tv.de erklärt Berger, dass voraussichtlich noch im Laufe des Tages die Hochwasserpegel von 2002 erreicht werden. "Und das heißt, dass alles, was in den letzten zehn Jahren aufgebaut wurde - mit viel Unterstützung vom Staat und von vielen Bürgern - wahrscheinlich wieder kaputtgemacht wird. Wir rechnen mit einem Schaden von 300 bis 400 Millionen Euro", so Berger.

+++ 12:50 Leichte Entspannung in Jena +++
In Jena entspannt sich die Hochwasser-Situation ein wenig. Der Wasserstand der Saale sinkt seit Sonntagabend um 15 Zentimeter, heißt es beim Führungsstab der Polizei. In Jena stehen weniger Häuser im Wasser als zunächst befürchtet.

+++ 12:39 VW sagt im Werk Zwickau die Frühschicht ab +++
Das Hochwasser macht auch dem Automobilkonzern Volkswagen zu schaffen. So muss im Werk Zwickau die Produktion vorübergehend gestoppt werden. Der Frühschicht sei abgesagt worden, sagt ein Sprecher. Allerdings ist das Werk selbst nicht überschwemmt. Jedoch sind viele Verkehrswege im Umfeld dicht, auf denen ein Teil der Lieferanten  und auch zahlreiche Mitarbeiter das Werk hätten erreichen sollen. Ab der Nachtschicht um 22 Uhr geht es im Werk wieder weiter.

+++ 12:32 Pegel in Passau übersteigt historischen Höchstwert +++
Der bayerische Hochwassernachrichtendienst meldet einen neuen Pegelhöchststand für Passau. So übertrifft der Wert sogar den Rekord von 1501, damals stand er bei 12,22 Metern. Die Marke der Flutkatastrophe von 1954 ist ebenfalls überschritten.

+++ 12:21 In Dresden gilt Katastrophenalarm +++
Die Behörden lösen in Dresden für mehrere Stadtteile Katastrophenalarm aus. Die Bevölkerung wird gebeten, auf unnötige Fahrten mit dem Auto zu verzichten und den Weg für Einsatzfahrzeuge freizuhalten. An einigen Stellen hätten Schaulustige bereits die Rettungswege zugestellt, hieß es. Die Verwaltung warnt davor, Deiche zu betreten. Es besteht Lebensgefahr. Auch in Chemnitz, Zwickau, in Mittelsachsen, im Erzgebirge, im Leipziger Land, in Nordsachen und in der Sächsischen Schweiz gilt Katastrophenalarm.

+++ 12:14 Zwenkauer See wird zum Schutz Leipzigs geflutet +++
In Leipzig wird die Hochwasserlage immer prekärer, auch wenn die Deiche in der Stadt noch stabil sind. Der Stand der Weißen Elster hat die Werte für die höchste Alarmstufe überschritten. Und die Stadt befürchtet wegen des anhaltenden Regens im Erzgebirgsvorland noch Schlimmeres. Daher ist südlich von Leipzig das Entlastungsbauwerk Zitzschen geöffnet worden. Wasser aus der Weißen Elster fließt dadurch in den Zwenkauer See ab.

+++ 11:59 Merkel reist in die Katastrophengebiete +++
Kanzlerin Angela Merkel will sich persönlich ein Bild von der Lage machen und am Dienstag in die Hochwassergebiete reisen. Wohin genau die CDU-Chefin kommen wird, konnte ihr Sprecher Steffen Seibert noch nicht sagen. Zudem soll ein Krisenstab im Kanzleramt gebildet werden, in dem auch die Ressorts Inneres, Verteidigung und Finanzen vertreten sein sollen. Die Leitung übernimmt Innen-Staatssekretär Klaus-Dieter Fritsche.

+++ 11:09 Grimma hat es wieder erwischt +++
Die Stadt Grimma richtet ein Hochwasser-Spendenkonto ein. "Zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre ein Jahrhunderthochwasser! Grimma hat es wieder massiv erwischt", so die Stadtverwaltung. Für die Beseitigung der Hochwasserschäden würden deshalb Spenden gesammelt. Das Wasser der Mulde überflutet bereits Teile der Stadt im Kreis Leipzig. Die Altstadt ist evakuiert, die Schulen bleiben geschlossen. Grimma war auch 2002 von schweren Überschwemmungen betroffen.

+++ 10:44 Dresden erwartet wieder neun Meter +++
Teile von Dresden drohen erneut in den Fluten der Elbe zu versinken. Das Umweltministerium rechnet mit einem Pegelstand von bis zu neun Metern - fast so viel wie bei der Jahrhundertflut im August 2002 (9,40 Meter). Der Stadtteil Laubegast wäre dann wieder eine Insel - von der Elbe und einem Arm des Flusses eingeschlossen. Wann der Scheitel der Flut kommt, ist noch nicht absehbar.

+++ 10:26 Sachsen gibt Dämme auf +++
In Sachsen nimmt das Hochwasser dramatische Ausmaße an. Im Landkreis Leipzig werden die Dämme aufgegeben, um sich auf die Rettung von Menschen zu konzentrieren. Der Damm bei Nitzschka ist unterspült, ein Teil der Ortschaft evakuiert. In Frohburg wird die Evakuierung vorbereitet. Im Bornaer Ortsteil Trähna ist das bereits geschehen. Feuerwehren aus Brandenburg unterstützen den Katastropheneinsatz und richten Hubschrauberlandeplätze ein.

+++ 10:03 Noch mehr Regen in den Hochwassergebieten +++
Es könnte noch schlimmer werden. Der Deutsche Wetterdienst sagt auch für heute zum Teil kräftigen Regen voraus. Für Südbayern und das Erzgebirge sprechen die Meteorologen sogar Warnungen vor extremem Unwetter aus.

+++ 09:00 Pegel in Passau steigt schneller +++
Der Pegel der Donau in Passau hat bereits jetzt die Zwölf-Meter-Marke überschritten, dies war erst für den Mittag erwartet worden. Ein Wasserstand dieser Größenordnung wurde zuletzt im späten Mittelalter verzeichnet. Der Katastrophenschutz  erwartet noch einen halben Meter mehr. Viele Menschen verlassen ihre Häuser in der Altstadt durch hüfthohes Wasser und müssen alles zurücklassen.

+++ 08:49 Weitere Evakuierungen in Rosenheim +++
In Rosenheim (Bayern) muss nach einem Dammbruch ein weiterer Stadtteil evakuiert werden. Viele Straßen in der Region sind nicht mehr befahrbar. Auch im Altenburger Land in Thüringen herrscht jetzt Katastrophenalarm. Bei Bad Düben in Nordsachsen schwillt die Mulde derart an, dass eine wichtige Brücke gesperrt wird.

+++ 08:15 Damm bei Leipzig unterspült +++
Im Landkreis Leipzig ist der Damm bei Nitzschka unterspült. Ein Teil der Ortschaft muss evakuiert werden. Nach Angaben des Krisenstabs werden Evakuierungen auch für Frohburg vorbereitet. Derweil ist in Leipzig am Morgen ein Pionier-Bataillon aus Holzminden eingetroffen. Die 350 Soldaten sollen die zivilen Hilfskräfte in der Region unterstützen.

+++ 07:27 Der Süden Sachsen-Anhalts bittet um Mithilfe +++
Im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt ruft die Feuerwehr über Twitter zur Mithilfe auf. Auch würden dringend Tauchpumpen benötigt. Die Lage sei extrem kritisch. Ministerpräsident Haseloff spricht von einer dramatischen Entwicklung. Auch Dessau erwartet extremes Hochwasser, wenn sich die Rekordstände der Mulde am Zufluss zur Elbe zurückstauen.

+++ 07:10 Uhr Pegel in Nordsachsen vor neuen Höchstständen +++
Im Landkreis Nordsachsen ist die Mulde nur noch wenige Zentimeter von den Werten des Hochwassers von 2002 entfernt. Besonders betroffen ist Eilenburg. Die gesamte Innenstadt ist evakuiert, rund 7000 Menschen kommen in Notquartieren unter.

+++ 06:45 Uhr Passau erwartet nie dagewesenes Hochwasser +++
In Passau wird gegen Mittag ein Pegelstand von über zwölf Metern nicht  mehr ausgeschlossen - das letzte Hochwasser dieser Größenordnung wurde dort zuletzt im späten Mittelalter im Jahr 1501 verzeichnet. Das Jahrhunderthochwasser 2002 hatte einen Höchststand von 10,81 Metern. An sämtlichen Schulen in der Stadt fällt heute der Unterricht aus, für heute terminierte Abiturprüfungen hat das Kultusministerium per Erlass abgesetzt.

+++ 05:59 Uhr Bundeswehr sichert Umspannwerk +++
Bei der Hochwasserhilfe in Sachsen sichern 120 Panzergrenadiere ein Umspannwerk in der Region Glauchau. Der Energieversorger enviaM muss bereits Tausenden Haushalten in der Region den Strom abdrehen.

+++ 05:25 Uhr Unwetterwarnungen verlängert +++
Die amtliche Unwetterwarnung vor ergiebigem Dauerregen wird für die Städte Dresden und Chemnitz sowie die Landkreise Mittelsachsen (Tiefland), Meißen, Vogtlandkreis (Tiefland) und Zwickau (Tiefland) bis 12 Uhr verlängert.

+++ 04:30 Uhr Schulen bleiben geschlossen +++
In den am stärksten von Hochwasser betroffenen Regionen in Bayern und Sachsen bleiben am Montag zahlreiche Schulen geschlossen. Für viele Schüler in Bayern heißt das: keine Abiturprüfungen. Die überschwemmten Städte Passau und Rosenheim informieren auf ihren Internetseiten, welche Schulen betroffen sind.

+++ 03:30 Uhr Evakuierungen in Thüringen +++
Die Kleinstadt Gößnitz und die Greizer Neustadt werden wegen steigenden Wassermassen evakuiert. In Greiz werden die betroffenen Gebiete zudem vorsorglich vom Stromnetz getrennt. Bundeswehrsoldaten unterstützen die Einsatzkräfte in den überschwemmten Gebieten. Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) will die Region am Montag besuchen, um sich ein persönliches Bild von der Situation und möglichen Schäden machen zu können.

+++ 02:30 Uhr Donaupegel in Passau steigt weiter +++
Im bayerischen Passau wird ein Pegelstand der Donau von 12 Metern nicht mehr ausgeschlossen. Zur Stunde erreicht der Pegel bereits 11,30 Meter. Beim Jahrhunderthochwasser 2002 war der Höchststand 10,81 Meter.

+++ 02:00 Uhr Neue Gefahrenstufen erwartet +++
Das Landeshochwasserzentrum Sachsen rechnet für die Hochwassergebiete an Elbe, den Nebenflüssen der Oberen Elbe, Mulde, Weiße Elster, Spree und Lausitzer Neiße mit der höchsten Alarmstufe. Es besteht Gefahr für Leib und Leben. Das sächsische Innenministerium empfiehlt eine spezielle Internetseite für Informationen über die standortgenaue Gefahrenlage: www.zuers-public.de.

+++ 01:40 Uhr: Damm in Rosenheim gebrochen +++
Auch in Rosenheim - der drittgrößten Stadt in Oberbayern - droht die Lage außer Kontrolle zu geraten. Berichten zufolge ist der Mangfalldamm gebrochen, das Wasser schießt ungehindert in den Stadtteil Oberwöhr. Etwa 1000 Menschen werden die Nacht in einer nahen Volksschule verbringen müssen. Auch Rosenheim selbst ist betroffen. Auf der Internetseite der Stadt heißt es: "Wegen des Dammbruchs in Kolbermoor droht Hochwasser in die Rosenheimer Innenstadt einzufließen. Vor diesem Hintergrund hat der Krisenstab die großräumige Sperrung Rosenheims für den Durchgangsverkehr veranlasst. Alle Zufahrtsstraßen nach Rosenheim sind nicht mehr in Richtung Innenstadt befahrbar".

+++ 01:15 Uhr Sachsen mahnt Bürger zur Vorsicht +++
Die sächsische Landesregierung warnt vor einer weiteren Verschärfung der Sicherheitslage und ruft die Bevölkerung zur Vorsicht auf. Bis Montagnachmittag ist im Vogtlandkreis und im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit "extremen und andauernden Niederschlägen" zu rechnen. Die Hochwasserlage an Weißer Elster, den Mulden und der oberen Elbe werde sich nochmals verschärfen.

+++ 00:50 Uhr: Katastrophenalarm für Rottal-Inn +++
Für Teile des Landkreises Rottal-Inn wurde am Sonntagabend um 23.30 Uhr Katastrophenalarm ausgelöst. Wie Andreas Büttner vom Landratsamt in Pfarrkirchen der "Passauer Neuen Presse" kurz vor Mitternacht mitteilte, sei der Pegel am Inn bei Simbach rasant gestiegen, so dass er bald an der Brücke zur Grenze anstehe. Im Landratsamt wurden Evakuierungsmaßnahmen für die Straßen koordiniert, die nahe der Brücke liegen. An der Rott waren bereits zuvor bei einzelnen Weilern Anwohner von Überflutung bedrohter Häuser in Sicherheit gebracht worden.

+++ 23:30 Uhr: Alarmstufe 3 an der Elbe in Dresden und Schöna +++
Die Elbe hat bei Dresden die Sechs-Meter-Marke überschritten. Damit gilt nun in der Landeshauptstadt Warnstufe 3. Ab einem Pegel von sieben Metern würde die Warnstufe 4 gelten. In Schöna gilt bereits seit Sonntag 18 Uhr die Hochwasserwarnstufe 3. Der Pegel der Elbe beträgt dort derzeit 6,22 Meter. Dort würde ab einem Pegel von 7,50 Metern die Warnstufe 4 gelten.

+++ 23:15 Uhr Katastrophenschutzzug unterwegs +++
Nach Informationen des Mitteldeutschen Rundfunks ist der Katastrophenschutzzug Sonneberg auf dem Weg nach Ostthüringen.

+++ 23:10 Uhr Evakuierungen in Borna und Eilenburg +++
In Borna und Eilenburg sind Evakuierungen angelaufen. Wie der Landkreis Leipzig mitteilt, ist hier die Situation an einem Deich der Pleiße kritisch. Für Betroffene gibt es ein Bürgertelefon: 03437/984 2222.

+++ 23:00 Uhr Döbeln steht unter Wasser +++
Das Wasser der Freiberger Mulde hat die Innenstadt von Döbeln (Mittelsachsen) überschwemmt. Die gesamte Innenstadt stehe auf einer Fläche von etwa 30 Hektar komplett unter Wasser, teilt die Stadtverwaltung mit. Der Grenzwert für die Alarmstufe 4 sei am Abend um mehr als einen Meter überschritten worden. Anwohner wurden in Turnhallen untergebracht.

+++ 22:05 Uhr Gera prüft Evakuierungen +++
Wegen des unaufhaltsam steigenden Wassers der Weißen Elster hat nun auch Gera - Thüringens drittgrößte Stadt - Katastrophenalarm ausgelöst. Der Wasserspiegel steigt so dramatisch, dass in einigen Stadtteilen Evakuierungen nötig werden könnten. Die Bundeswehr ist den Angaben zufolge in Bereitschaft. Bedroht ist auch der Stadtteil Untermhaus, wo das Geburtshaus des Malers Otto Dix steht. Dort ist auch die Kunstsammlung der Stadt beheimatet.

+++ 21:40 Uhr Bayern bildet Krisenstab +++
Angesicht des dramatischen Hochwassers hat die bayerische Landesregierung einen Krisenstab eingerichtet. Das erste Treffen ist für diesen Montag 12 Uhr geplant. "Möglicherweise werden wir eine Entwicklung bekommen, die zu einem Hochwasser führen könnte, das bisher noch nie dagewesen ist", sagt Ministerpräsident Horst Seehofer. Nach tagelangem Dauerregen droht Passau und Südostbayern ein bislang noch nicht dagewesenes Hochwasserdrama.

Quelle: n-tv.de

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