Mittwoch, 10. März 2010
Keine Verbindungen zur Hitler-Jugend: Pfadfinder weisen Berichte zurück
Dokumente des britischen Geheimdienstes MI5 belegen, dass sich der Gründer der Pfadfinderbewegung, der Brite Baden-Powell, 1937 mit führenden Nazis getroffen haben soll. Die Pfadfinder weisen Berichte über Verbindungen zur HJ zurück.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Die Pfadfinderbewegung hat Berichte über angebliche Verbindungen zur Hitler-Jugend (HJ) in den 30er Jahren zurückgewiesen. Die Organisation sei vielmehr ein "Opfer des Nazi-Regimes" gewesen, teilte das Welt-Pfadfinderbüro in Genf mit.
Die Pfadfinder reagierten damit auf zwei Tage zuvor in Großbritannien veröffentlichte Dokumente, wonach sich der Gründer der Bewegung, der Brite Robert Baden-Powell, 1937 mit führenden Nazis getroffen haben soll, angeblich um eine engere Zusammenarbeit mit der HJ auszuloten. Unter anderem soll er mit dem deutschen Botschafter in London und späteren Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop darüber gesprochen haben.
Verhältnis galt als angespannt
Zu den Dokumenten des britischen Geheimdienstes gehörte auch ein Brief Baden-Powells an Ribbentrop, in dem er diesem für das Treffen dankte. Die Pfadfinder erklärten, der Ton dieses Schreibens sei "höflich und diplomatisch" gewesen. In Wahrheit sei das Verhältnis zwischen der HJ und den Pfadfindern aber angespannt gewesen. So habe die HJ bereits im Januar 1933 gegenüber der Jugendbewegung ihre Feindschaft demonstriert und für sich reklamiert, die alleinige Vertretung deutscher Jugendlicher zu sein.
Die Pfadfinderbewegung wurde 1907 gegründet. Prominente Pfadfinder waren unter anderem der frühere US-Präsident George W. Bush, der britische Ex-Premier Tony Blair, der frühere französische Präsident Jacques Chirac, der britische Fußballstar David Beckham und "Beatle" Paul McCartney.
AFP
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