Panorama

Übers Ziel hinausgeschossenPiloten mit Laptops beschäftigt

27.10.2009, 13:31 Uhr

Weil sie zu sehr mit ihren Laptops beschäftigt sind, merken zwei Piloten eines US-Airbusses mit 114 Passagieren an Bord nicht, dass ihr eigentlicher Zielflughafen schon weit hinter ihnen liegt.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Zwei Piloten einer US-Passagiermaschine waren zur Zeit der geplanten Landung mit ihren Laptops beschäftigt und flogen daher 240 Kilometer an ihrem Zielflughafen vorbei. Das teilte die Nationale Verkehrssicherheitsbehörde NTSB mit, die nach dem aufsehenerregenden Vorfall von voriger Woche Ermittlungen eingeleitet hatte. Demnach gaben die beiden 53 und 54 Jahre alten Männer an, dass sie so vertieft in ein neues Computer-Programm zur Piloten-Dienstplanung waren und so intensiv darüber diskutierten, dass sie ihr Ziel verpassten und über eine Stunde lang nicht auf Funksprüche reagierten.

Der Airbus A 320 der Gesellschaft Northwest mit 144 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern an Bord war am vergangenen Mittwochabend in San Diego (Kalifornien) gestartet und sollte in Minneapolis (Minnesota) landen. Das tat er auch - aber erst nach dem ungeplanten Umweg und mit mehr als einstündiger Verspätung. Die Maschine befand sich bereits über Minnesotas Nachbarstaat Wisconsin, als ein Flugbegleiter bei den Piloten anfragte, wann das Flugzeug denn landen werde. Erst da schaute der Flugkapitän erstmals auf die Armaturen-Anzeige im Cockpit und bemerkte, dass Minneapolis schon weit hinter ihm lag.

"Beide (Piloten) gaben an, dass es eine Ablenkung gab", heißt es in der NTSB-Mitteilung wörtlich. "Die Piloten sagten, dass es eine ... Periode der Diskussion gab, in der sie nicht auf das Flugzeug oder auf Anrufe (vom Bodenpersonal) achteten." Das lange Schweigen im Cockpit hatte sogar die Sorge ausgelöst, die Maschine könnte entführt worden sein. So waren in Wisconsin Kampfflugzeuge aufgestiegen.

Die Untersuchungen dauern noch an, die beiden Piloten sind zurzeit vom Dienst suspendiert. Aber sie werden wahrscheinlich ihren Job verlieren, wie Delta Airlines, die "Mutter" von Northwest, inzwischen klarmachte. In einer Mitteilung hieß es, das Benutzen von Laptops oder Aktivitäten, die nicht mit dem Führen des Flugzeuges zusammenhingen, seien während des Fluges strikt verboten, "und Verstöße führen zur Entlassung".

Quelle: dpa