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Der Südafrikaner Oscar Pistorius wehrt sich vor dem Verfassungsgericht gegen eine Verurteilung wegen Mordes.
Der Südafrikaner Oscar Pistorius wehrt sich vor dem Verfassungsgericht gegen eine Verurteilung wegen Mordes.(Foto: dpa)

Berufung gegen Mordurteil: Pistorius geht vors Verfassungsgericht

Wegen der tödlichen Schüsse auf seine Freundin ist Oscar Pistorius bereits zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nachdem ein Berufungsgericht dieses Urteil kassiert hat, droht ihm eine deutlich härtere Strafe. Das will der Sportler mit aller Macht verhindern.

Der südafrikanische Sprintstar Oscar Pistorius hat nach seiner Verurteilung wegen Mordes das Verfassungsgericht angerufen. Pistorius wandte sich an die oberste Justizbehörde, um Beschwerde gegen das im Dezember von einem Berufungsgericht gefällte Urteil einzulegen, wie ein Anwalt aus Pistorius' Verteidigerteam, Andrew Fawcett, sagte. Pistorius' Anwälte wollen versuchen, nachzuweisen, dass er Opfer eines unfairen Verfahrens geworden ist.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, Luvuyo Mfaku, bestätigte den Eingang der Klage bei Gericht in Johannesburg. Die Staatsanwaltschaft habe nun zehn Tage, um dazu Stellung zu nehmen, erklärte er weiter. Das Gericht werde dann über die Zulassung der Klage befinden. Südafrikanische Juristen räumen Pistorius' Klage vor dem Verfassungsgericht allerdings nur geringe Chancen ein.

Der unterschenkelamputierte Sportler hatte seine Freundin Reeva Steenkamp im Februar 2013 durch die geschlossene Toilettentür seines Hauses in Pretoria erschossen. Er beteuerte stets, seine Freundin für einen Einbrecher gehalten und sie in Panik erschossen zu haben.

Strafmaß steht noch aus

In erster Instanz war Pistorius im Oktober 2014 wegen fahrlässiger Tötung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung gegen das Urteil ein, sie plädierte auf Mord. Wegen guter Führung wurde Pistorius im vergangenen Oktober aus der Haft in den Hausarrest entlassen.

Ein Berufungsgericht hatte Pistorius am 3. Dezember schließlich doch wegen Mordes verurteilt. Es argumentierte, dass Pistorius 2013 mit "krimineller Absicht" gehandelt habe. Er habe insgesamt vier großkalibrige Kugeln durch die geschlossene Toilettentür geschossen und deshalb damit rechnen müssen, dass er jemanden dahinter töten würde - ungeachtet der Identität seines Opfers.

Das Strafmaß wurde noch nicht verkündet, dem früheren Spitzensportler drohen bis zu 15 Jahre Haft. Vorerst darf der 29-Jährige gegen Zahlung einer Kaution im Hausarrest in Pretoria bleiben.

Quelle: n-tv.de

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