Panorama
Pistorius vor Gericht, im Dezember vergangenen Jahres.
Pistorius vor Gericht, im Dezember vergangenen Jahres.(Foto: REUTERS)

Nun droht lange Haftstrafe: Pistorius scheitert in letzter Instanz

Das Verfassungsgericht lehnt seine Klage ab, damit ist der Rechtsweg ausgeschöpft. Nun muss Oscar Pristorius auf die Verkündung des Strafmaßes warten. Das fällt bei Totschlag nicht gering aus.

Der frühere Spitzensportler Oscar Pistorius ist mit seiner Klage vor dem südafrikanischen Verfassungsgericht gescheitert. Der Fall werde wegen mangelnder Erfolgsaussichten zurückgewiesen, teilte das Gericht in Johannesburg mit. Nun droht ihm eine lange Haftstrafe.

Wegen der tödlichen Schüsse auf seine Freundin am Valentinstag 2013 war der 29-Jährige im Dezember in zweiter Instanz wegen Totschlags verurteilt worden. Darauf stehen in Südafrika normalerweise mindestens 15 Jahre Haft. Die bisher abgeleistete Strafe wird bei der Bemessung des neuen Strafmaßes vermutlich mit einberechnet. Dessen Verkündung wurde wegen der Anrufung des Verfassungsgerichts zunächst jedoch bis 18. April ausgesetzt. Bis dahin bleibt Pistorius weiter unter Hausarrest in der Villa seines Onkels in Pretoria. Die Sprecherin der Familie Pistorius, Anneliese Burgess, wollte zunächst nicht zu der Entscheidung Stellung nehmen.

Nur ein Jahr in Haft

In erster Instanz war Pistorius Ende 2014 wegen fahrlässiger Tötung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft empfand das Urteil jedoch als zu milde und legte Berufung ein. Pistorius leistete nur knapp ein Jahr seiner Haftstrafe ab, und das nicht in einer normalen Zelle, sondern wegen seiner Behinderung - ihm wurden wegen eines Gendefekts beide Unterschenkel amputiert - im komfortableren Krankenhausflügel des Gefängnisses Kgosi Mampuru II.

Wegen guter Führung wurde der Rest seiner Strafe in Hausarrest umgewandelt, was nach südafrikanischem Recht schon nach Ableisten von einem Sechstel der Haftstrafe möglich ist. Im Hausarrest muss er sich aber an Auflagen halten. Er darf das Haus nur zu bestimmten Zeiten verlassen, und das nur in einem Radius von rund 20 Kilometern. Er darf keinen Alkohol trinken, keine Waffe besitzen und muss eine Therapie machen. Seinen Pass musste er abgeben.

In der Anrufung des Verfassungsgerichts vertraten Pistorius' Anwälte die Meinung, dass das Berufungsgericht seine Zuständigkeit überschritten habe. Zudem soll Pistorius wegen des Drucks der hohen medialen Aufmerksamkeit keinen fairen Prozess bekommen haben. Auch das tagelange Kreuzverhör der ersten Instanz habe die Rechte ihres Mandanten verletzt, argumentierten die Anwälte. Unabhängige Juristen hatten der Klage jedoch nur geringe Chancen eingeräumt.

Quelle: n-tv.de

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