Panorama

Loveparade-KatastrophePolizei durchsucht Büros

25.01.2011, 15:20 Uhr

Offenbar hakt es bei der Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung Duisburg und der Polizei hinsichtlich der Ermittlungen zur Loveparade-Katastrophe. Die Polizei sieht sich jedenfalls zu einer Razzia genötigt - in den Amtsstuben einzelner Verdächtiger.

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(Foto: dpa)

Im Zuge der Ermittlungen zur tödlichen Massenpanik bei der Loveparade hat die Staatsanwaltschaft Arbeitsplätze und Wohnungen von Beschuldigten durchsucht. Die Ermittler nahmen insgesamt zehn Objekte unter anderem in Duisburg und Berlin unter die Lupe, wie Oberstaatsanwalt Rolf Haferkamp berichtete. "Es geht um elektronisch gesicherte Daten, die uns bisher fehlten", sagte er.

Der städtische IT-Dienstleister soll nicht alle elektronischen Dateien den Ermittlern überreicht haben, teilte die Stadtverwaltung mit. Der Sprecher der Kommune betonte, die Stadt unterstütze nach wie vor die ermittelnden Behörden uneingeschränkt und habe bereits Anfang November ihr Einverständnis zur Weitergabe städtischer Daten gegeben.

Bei Beschäftigten der Stadt Duisburg, die als Beschuldigte gelten, seien nur Arbeitsplätze durchsucht worden, insgesamt fünf Objekte. Bei Beschäftigten des Loveparade-Veranstalters Lopavent seien ebenfalls insgesamt fünf Arbeitsplätze und Wohnobjekte aufgesucht worden, so Haferkamp. Als Beschuldigte gelten insgesamt 16 Personen: Elf Angestellte der Stadt, vier Lopavent-Beschäftigte und ein leitender Polizeibeamter.

Am 24. Juli 2010 war es auf der Love-Parade in Duisburg zu einer Massenpanik gekommen, bei der 21 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt wurden. Die Stadt, der Veranstalter und die Polizei hatten sich danach die Verantwortung gegenseitig zugeschoben. Gegen wen sich die Ermittlungen nun konkret richten, wurde nicht mitgeteilt. Oberbürgermeister Adolf Sauerland und Veranstalter Rainer Schaller gehören nach dem bisherigen Stand der Dinge nicht dazu.

Quelle: dpa/rts