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Das Gelände umstellt, die Zufahrtsstraßen abgeriegelt: Nach sechs Stunden entschließt sich die Polizei zum Sturm.
Das Gelände umstellt, die Zufahrtsstraßen abgeriegelt: Nach sechs Stunden entschließt sich die Polizei zum Sturm.(Foto: REUTERS)

Familiendrama in Sydney: Polizei entdeckt toten Geiselnehmer

Ein mehrstündiges Geiseldrama in Sydney geht blutig zu Ende: Ein Mann stirbt auf offener Straße. Der Geiselnehmer verschanzt sich. Als die Polizei das Gebäude stürmt, stoßen die Einsatzkräfte auf einen weiteren Toten.

Bei einer Schießerei mit anschließender Geiselnahme in der australischen Millionenstadt Sydney sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten befindet sich auch der Geiselnehmer, wie die Polizei mitteilte. Die Tat habe keinen terroristischen Hintergrund gehabt, dem Vernehmen nach ging es um einen familieninternen Streit.

Schwer bewaffnete Einsatzkräfte: Ausnahmezustand in Ingleburn.
Schwer bewaffnete Einsatzkräfte: Ausnahmezustand in Ingleburn.(Foto: AP)

Anwohner hatten am Morgen mehrere Schüsse im Industriegebiet von Ingleburn am Stadtrand von Sydney gehört und daraufhin die Polizei alarmiert. Die eintreffenden Beamten fanden in dem Vorort südlich von Sydney drei Verletzte vor. Ein 43-jähriger Mann erlag noch auf der Straße seinen Schusswunden. Zwei weitere Verletzte konnten zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden.

Der Täter verschanzte sich. Das Gelände wurde großräumig abgesperrt. Spezialeinheiten der Polizei rückten an. Als die Polizei das Gebäude nach sechs Stunden stürmte, stießen die Beamten im Inneren auf drei Geiseln. "Der mutmaßliche Schütze wurde tot gefunden", teilte die Polizei mit. Medienberichten zufolge soll sich der 33-jährige Mann die tödliche Schusswunde selbst zugefügt haben.

Am Rande der Geiselnahme nahm die Polizei einen Mann fest: Er habe die Polizeiarbeit behindert, hieß es. Erste Bilder vom Tatort zeigen unter anderem, wie der Störer in Handschellen abgeführt wird. An der Schießerei und der Geiselnahme war er offenbar nicht beteiligt.

Erinnerungen an Café-Geiselnahme

Drei der Opfer sollen Brüder gewesen sein. Einen terroristischen Hintergrund schloss die Polizei ausdrücklich aus. In Sydney befinden sich die Behörden nach wie vor in erhöhter Alarmbereitschaft. Im Dezember 2014 war es in einem Café in der Innenstadt zu einem islamistisch motivierten Angriff mit Geiselnahme gekommen.

Der Attentäter hatte im Zentrum der Großstadt zeitweise bis zu 17 Menschen in seine Gewalt gebracht. Einige Geiseln konnten im Laufe der stundenlangen Belagerung fliehen. Nach mehr als 16 Stunden stürmten Einsatzkräfte das Café. Bei dem Vorfall kamen zwei Geiseln und der Geiselnehmer ums Leben. Wie sich später herausstellte, starb eine der Geiseln durch Schüsse der Polizei.

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Quelle: n-tv.de

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