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Spezialeinheiten stürmten das Gehöft mit schwerem Gerät.
Spezialeinheiten stürmten das Gehöft mit schwerem Gerät.(Foto: dpa)

Blutbad in Österreich: Polizei findet Leiche des Wilderers

Ein Polizeieinsatz gegen einen Wilderer gerät völlig außer Kontrolle. Auf der Flucht richtet der mutmaßliche Täter ein Gemetzel an: Drei Polizisten und ein Sanitäter sterben. Polizisten umstellen seinen Bauernhof, das Militär rückt mit Panzern an - am Ende finden sie eine verbrannte Leiche.

Bei einer dramatischen Verfolgungsjagd in Österreich hat ein mutmaßlicher Wilderer vier Menschen getötet, bevor er sich offenbar selbst richtete. Sondereinheiten der Polizei durchkämmten am Abend das verzweigte Gehöft des Verdächtigen Alois H. und drangen in das Bauernhaus ein, in welchem sie nach Angaben der Nachrichtenagentur APA in einem Geheimversteck auf eine verkohlte Leiche stießen. Zuvor hielt sich der 55-Jährige auf dem Bauernhof in Großpriel 90 Kilometer westlich von Wien verschanzt.

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Nach Angaben der Behörden hatte er zuvor drei Polizeibeamte und einen Sanitäter erschossen. "Es ist heute Nacht zu einer unvorstellbaren Bluttat gekommen", sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager. Zwei Polizisten und ein Sanitäter wurden bei der versuchten Festnahme des Mannes in der Nacht zum Dienstag getötet, wie das Innenministerium in Wien mitteilte. Wie APA weiter meldete, wurde ein weiterer Beamter, den der Mann vorübergehend als Geisel genommen hatte, tot in seinem Streifenwagen aufgefunden.

Nach dem Mann war wegen jahrelanger Wilderei gesucht worden. Seit dem frühen Morgen hatten Einheiten der Polizeigruppe "Cobra" mit Panzerfahrzeugen sein Gehöft belagert. Gegen 18.20 Uhr startete die Polizei eine "gesicherte Durchsuchung"´. Mehrere Dutzend Polizisten waren auf dem Anwesen im Einsatz, sagte ein Polizeisprecher der APA.

"Mich werden sie nicht kriegen"

Auf diesem undatierten Bild posiert der Wilderer mit seiner erlegten Beute.
Auf diesem undatierten Bild posiert der Wilderer mit seiner erlegten Beute.(Foto: dpa)

Nach Angaben des Innenministeriums hatten Polizisten den Mann in der Nacht in seinem Auto in einem Wald bei Annaberg in Niederösterreich angehalten. Alois H. durchbrach daraufhin mit seinem Wagen die Straßensperre und eröffnete sofort das Feuer auf die verschiedenen Streifen. Ein Polizist wurde dabei getötet. Als ein Sanitätswagen eintraf, habe der mutmaßliche Wilderer auch auf dessen Fahrer geschossen und diesen getötet.

Einige Kilometer weiter sei der Flüchtige auf einen weiteren Streifenwagen gestoßen und habe erneut einen Beamten erschossen, berichtete APA weiter. Einen weiteren Beamten habe er als Geisel genommen und sei mit diesem im Streifenwagen zu seinem Bauernhof in Großpriel geflohen. Nachmittag gab die Polizei bekannt, dass der Beamte tot in dem Streifenwagen am Bauernhof aufgefunden wurde.

"Ein ruhiger, angenehmer Nachbar"

Stundenlang hatten die Einsatzkräfte versucht, mit dem Verdächtigen zu sprechen, doch die Kontaktaufnahme scheiterte. Allerdings telefonierte der mutmaßliche Wilderer offenbar mit einem Freund, und soll dabei einen Selbstmord angekündigt haben. Seinen Hund habe er schon erschossen und "mich werden sie auch nicht kriegen", soll der 55-Jährige in dem Gespräch gesagt haben, zitierte die "Kronen Zeitung" den Bekannten. Er habe eingeräumt, "der Wilderer vom Annaberg" zu sein.

Der Transportunternehmer Alois H. soll unauffällig in seinem niederösterreichischen Bauernhaus in Großpriel gelebt haben.  "Er war ein ganz ruhiger, angenehmer Nachbar", erzählt sein Nachbar Johannes Lechner. Unscheinbar, weder streitsüchtig noch auffällig.

In Großpriel herrschte während des Einsatzes eine gespenstische Stimmung. Die Menschen durften ihre Wohnungen nicht mehr verlassen, Polizisten gingen von Tür zu Tür, um die Bewohner zu alarmieren. Einzig Journalisten, Fotografen und Kameraleute waren auf der Straße zu sehen.

Quelle: n-tv.de

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