Panorama
Freitag, 10. November 2017

Kidnapping und düstere Absichten: Polizei holt fünf Nackte aus Unfallauto

Ein BMW rammt einen Laster und landet im Straßengraben. Verletzt wird niemand. Doch schnell wird klar, dass es sich hier nicht um einen harmlosen Unfall handelt. Denn beteiligt sind: Eine Mutter, ihr Baby, ein Mann und fünf Nackte.

In Nisku kennt jeder jeden. Gerade mal drei Dutzend Menschen leben in dem kleinen Dorf, das eine halbe Autostunde südlich von Edmonton in der kanadischen Provinz Alberta liegt. Zu Wochenbeginn kam es in besagtem Kaff zu einem sonderbaren Vorfall.

Wie der britische "Guardian" berichtet, wurde die Polizei zu einem Unfall gerufen, bei dem ein weißer BMW in einen Kleinlaster gerast war. Im Laster saßen der Fahrer, eine verängstigte Frau mit ihrem erst wenige Wochen alten Baby sowie ein älterer Mann. Im anderen Wagen befanden sich fünf nackte Personen - bei Temperaturen weit unter Null Grad.

Was war passiert? Laut Royal Canadian Mounted Police ist bislang folgendes bekannt: Am Montagmorgen tauchten die fünf Personen im Haus der drei Opfer auf. Sie zwangen die Frau und ihr Baby gegen ihren Willen in den BMW. Der Mann wurde in den Kofferraum gesperrt. Noch während der Fahrt gelang dem Mann die Flucht, auch die Frau konnte sich mit ihrem Baby aus der misslichen Lage befreien. Alle drei wurden von Derek Scott, den die Polizei später als "guten Samariter" bezeichnet, aufgegabelt. Weil sie ohne Schuhe aus einem Graben kamen, hielt er an, um zu sehen, ob sie Hilfe benötigten. Scott nahm die drei zu sich in den Laster und verständigte die Polizei.

Im Adamskostüm abgeführt

Kurz darauf wurde der Lastwagen vom Auto der Verdächtigen ins Visier genommen. Er rammte den Truck von hinten, geriet durch den Aufprall außer Kontrolle und landete im Straßengraben. Noch bevor Schlimmeres passieren konnte, trafen Beamte ein. Die Polizei bewertete den Unfall später als "zielgerichtete Kollision".

Die fünf Personen seien splitterfasernackt von den Polizisten abgeführt worden, es war ein regelrechter "walk of shame", berichtet Scott: "Die letzte Frau im Wagen leistete riesigen Widerstand. Es brauchte fünf Polizisten, um sie rauszuholen. Es war ein ziemlich wilder Kampf."

Zwei Minderjährige seien mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Die Polizei geht davon aus, dass sich alle Beteiligten, also Opfer und Täter, untereinander kennen. Den drei Angeklagten, einem 27-jährigen Mann sowie zwei Frauen in ihren 30ern wird Entführung und Widerstand gegen die Polizei vorgeworfen. Es gibt Hinweise, dass Drogen und Alkohol in diesem bizarren Fall eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben.

Quelle: n-tv.de

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