Panorama

Kein Fall für die Psychiatrie: Polizei lässt Messie-Frau frei

Sie lebt mit der zerstückelten und verwesten Leiche ihres Mannes unter einem Dach. Ihre Wohnung gleicht einem Müllhaufen. Die Ehefrau weist den Verdacht zurück, ihn getötet zu haben. Gerichtsmediziner können nichts Gegenteiliges feststellen. Die Polizei hat keine Handhabe.

Blick in eine typische Messie-Wohnung
Blick in eine typische Messie-Wohnung(Foto: picture-alliance/ dpa)

Mit einer zerstückelten Leiche hat eine Frau in Berlin mehrere Monate lang die Wohnung geteilt. Als Entrümpler in der meterhoch vermüllten Wohnung die Knochen fanden, nahm die Polizei die 52-Jährige vorübergehend fest. Jetzt setzten die Beamten die frühere Lebensgefährtin des Toten wieder auf freien Fuß. Die 52-Jährige hatte den Verdacht zurückgewiesen, ihren Lebensgefährten getötet zu haben.

Messie-Syndrom

Das sogenannte Messie-Syndromist ein wahres Schreckgespenst für jeden Vermieter. Dabei leidet der Mieter unterdem Zwang, wertlose und verbrauchte Sachen zu sammeln und aufzubewahren. In derRegel wird die Wohnung über Jahre mit Müll und wertlosem Zeuge vollgestellt. Geruchsbelästigungen,Schädlingsbefall oder gar die völlige Unbewohnbarkeit der Wohnung sind die Folge.Vor allem Kleinstvermieter werden an den Rand ihrer wirtschaftlichen Existenz gedrängt,da der verursachte Schaden in die Zehntausende gehen kann.

Der Körper des Mannes war zerteilt worden. Die Polizei hatten auch den abgetrennten Kopf gefunden. "Ein Tötungsdelikt konnte aber bei der gerichtsmedizinischen Untersuchung weder ausgeschlossen noch festgestellt werden", hieß es bei der Polizei. Der 55 Jahre alte Mieter starb laut Polizei vor etwa einem Jahr.

Die ehemalige Lebensgefährtin war am Sonntag wegen des Tatverdachts der Tötung festgenommen worden. Sie wurde verhört und medizinisch untersucht. Ein psychologisches Gutachten habe gezeigt, dass eine Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung nicht notwendig sei, erklärte die Polizei.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor entschieden, sie nicht dem Ermittlungsrichter vorzuführen.

Quelle: n-tv.de

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