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Einige Wohnungen am "Kölnberg" sollen eigens zum Dealen angemietet worden sein.
Einige Wohnungen am "Kölnberg" sollen eigens zum Dealen angemietet worden sein.(Foto: dpa)

Razzia in Kölner Problemviertel: Polizei nimmt "brutalen" Dealer-Ring hoch

400 Beamte für 15 Festnahmen und mehr als 50 Durchsuchungen: Die Kölner Polizei geht massiv gegen eine kriminelle Großfamilie vor. Sie soll mit dem Handel von harten Drogen Millionen verdienen. Die Beamten stoßen auf tierischen Widerstand.

Bei einem Großeinsatz gegen Kölner Drogenhändler haben Fahnder am Morgen zahlreiche Verdächtige verhaftet. 15 Mitglieder einer Drogenbande, darunter vier Frauen, seien festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Beschuldigt werde eine Großfamilie, die lange Zeit den Drogenhandel im Stadtteil Meschenich kontrolliert haben soll. An den Festnahmen waren auch Spezialeinheiten beteiligt. Die Bande soll Heroin und Kokain im deutlich zweistelligen Kilogramm-Bereich verkauft und damit Millioneneinnahmen erzielt haben.

Seit dem Morgen sind nach Polizeiangaben 54 Wohnungen durchsucht worden - darunter auch in dem als sozialer Brennpunkt bekannten Hochhauskomplex "Auf dem Kölnberg". Nach Erkenntnissen der Ermittler sollen einige Wohnungen nur zum Zweck des Drogenhandels angemietet worden sein. Die aufwendigen Ermittlungen gegen die deutsche Großfamilie mit jugoslawischen Wurzeln laufen seit vergangenem Juli und führten zur Aufdeckung der Geschäftsstrukturen der vergangenen drei Jahre.

Als Haupttäter identifizierte die Polizei einen 44-Jährigen. Dieses "Oberhaupt der Bande" soll seit 2012 den Drogenhandel am "Kölnberg" kontrollieren. Die Bande soll ihr Geschäft mit großer Brutalität betrieben haben. Drogensüchtige sollen als Verkäufer beschäftigt und vollkommen überwacht worden sein. Rivalen und andere missliebige Menschen seien aus dem Viertel vertrieben worden. Die Polizei berichtete von wiederholten Körperverletzungen und Erpressungen.

Eine folgenschwere Verwechslung

Bei der Durchsuchung eines Imbisses stießen die Beamten nach eigenen Angaben auf einen aggressiven Wachhund. Dieser sei betäubt und in ein Tierheim gebracht worden.

Bei einer der durchsuchten Wohnungen handelte es sich allerdings nach Polizeiangaben um eine Verwechslung. Dabei sei der Bewohner des Appartements verletzt worden. Die Polizei prüft nun Schadensersatzansprüche des Geschädigten. An der Aktion waren nach Angaben der Polizei insgesamt etwa 400 Beamte beteiligt.

Quelle: n-tv.de

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