Panorama

Wieder Ausschreitungen in AthenPolizei setzt Tränengas ein

06.12.2011, 15:16 Uhr
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Vor dem Parlamentsgebäude im Zentrum Athens. (Foto: REUTERS)

In Athen geht die Polizei mit Tränengas gegen hunderte Demonstranten vor. Diese schleudern Molotowcocktails und Steine auf die Beamten. Die Zusammenstöße finden am Gedenktag für einen Jugendlichen statt, der 2008 von der Polizei erschossen worden war. Jetzt wird befürchtet, dass sich die Krawalle mit den Protesten gegen die Sparvorhaben überlagern könnten.

Drei Jahre nach dem Tod eines 15-Jährigen durch eine Polizeikugel ist es in Athen erneut zu massiven Ausschreitungen zwischen Jugendlichen und der Polizei gekommen. Hunderte Randalierer lösten sich aus einer friedlichen Demonstration von rund 2000 Schülern vor dem Parlament und bewarfen die Polizei mit Brandflaschen und Steinen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Randalierer auseinanderzutreiben.

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Viele Demonstranten wurden festgenommen. (Foto: AP)

Auch in der Hafenstadt Thessaloniki, in Heraklion auf Kreta und in der Hafenstadt Patras kam es zu kleineren Ausschreitungen. Am Abend wollten Autonome und linksgerichtete Gruppierungen demonstrieren. Tausende Polizisten blieben deshalb in Alarmbereitschaft.

Nach dem Tod des 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos war Griechenland im Dezember 2008 von einer beispiellosen Gewaltwelle überzogen worden. Im Oktober 2010 war der Täter, ein heute 39-jähriger Polizist, von einem Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Zusammenführung der Proteste erwartet

In Athen wird befürchtet, dass sich die Demonstrationen zum Jahrestag mit den Protesten gegen die aktuellen Sparvorhaben überlagern könnten. Viele Teilnehmer hielten Plakate hoch wie "Soziale Revolution jetzt" und forderten in Sprechchören eine Rücknahme der Sparmaßnahmen.

In den vergangenen Monaten war Athen wiederholt Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen. Vor dem Hintergrund der desolaten Situation der Staatsfinanzen war es auch zu regelrechten Straßenschlachten zwischen rivalisierenden Gruppierungen gekommen.

Quelle: AFP