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Silvio S. aus Brandenburg misbrauchte und ermordete Mohamed und Elias aus Potsdam.
Silvio S. aus Brandenburg misbrauchte und ermordete Mohamed und Elias aus Potsdam.(Foto: dpa)

Ermordeter Flüchtlingsjunge: Polizei verdächtigte Mohameds Familie

Der vierjährige Mohamed wurde von demselben Täter wie der kleine Elias ermordet. Doch die Polizei sucht zeitweise gar nicht nach dem Jungen, sondern verfolgt eine falsche Fährte - unter anderem weil die Familie aus Bosnien stammt.

Im Fall des getöteten Mohamed hat die Polizei in Berlin einem Bericht zufolge dessen Familie im Verdacht gehabt. Der "Spiegel" beruft sich dabei auf Ermittlungsakten. Darin heiße es, dass am Tag nach der Entführung des Vierjährigen "nicht zweifelsfrei" festzulegen gewesen sei, "ob es sich tatsächlich um einen Vermisstenfall oder vielmehr um Familienstreitigkeiten handelte".

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Weiter heißt es in dem Bericht, die Beamten hätten insbesondere aufgrund der bosnischen Herkunft der Familie Mohameds den Verdacht gehabt, die Angehörigen wollten mit einer vorgetäuschten Entführung ihre bevorstehende Abschiebung verhindern. Aufgrund dieser Einschätzung sei wertvolle Zeit bei der Suche nach dem Jungen verschenkt worden, in der Mohamed eventuell noch lebend hätte gefunden werden können.  

Ein Polizeisprecher betonte, die Familie sei nie Beschuldigter im Verfahren gewesen. Die Mutter habe zunächst aber mehrfach zu den Umständen von Mohameds Verschwinden gelogen.

Polizei vermutete Täuschung

Mohamed war am 1. Oktober 2015 vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) entführt worden. Ein 32-jähriger Mann aus Brandenburg hatte Ende Oktober den Mord an dem Flüchtlingsjungen und auch an dem sechsjährigen Elias aus Potsdam gestanden.

In einer bislang unveröffentlichten Schriftlichen Anfrage der Grünen ist die Rede davon, dass die Polizei zunächst von einer vorgetäuschten Entführung durch die Familie ausgegangen sein soll. "Grundlage für die Aufnahme der Ermittlungsarbeit durch die Polizei Berlin war die von der Kindesmutter erstattete Vermisstenanzeige", heißt es in der Antwort der Berliner Senatsverwaltung für Inneres. Auch der "Spiegel" zitiert daraus. "Zu Beginn der Ermittlungsarbeit lagen keine konkreten Anhaltspunkte vor, die deliktische oder nicht-deliktische Ursachen für das Verschwinden des Mohamed in den Vordergrund gerückt hätten."

Quelle: n-tv.de

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