Panorama
Montag, 17. Juli 2017

Kopulierende Bären auf Wappen: Posse um Party-Polizisten geht weiter

Mit angeblichem Zaun-Sex und Waffentanz gerieten Berliner Polizisten vor dem G20-Gipfel in die Schlagzeilen. Nun gießen einige Beamten Öl ins Feuer und flanieren mit Fake-Polizeiwappen durch die Hauptstadt - ein Fall für den Polizeipräsidenten.

Der G20-Gipfel in Hamburg hatte noch nicht einmal begonnen, da war der Einsatz für 220 Berliner Polizisten schon beendet. Die Beamten sollen in ihrer Unterkunft in Bad Segeberg exzessiv gefeiert haben. Männer sollen in der Öffentlichkeit uriniert, ein Pärchen vor allen anderen Sex gehabt und eine Polizistin im Bademantel mit einer Dienstwaffe in der Hand auf dem Tisch getanzt haben. Die Hamburger Polizeiführung schickte die Hundertschaft daraufhin umgehend nach Hause.

Bereits kurz nach den vermeintlichen Ausschweifungen kursierte im Netz ein Polizeiwappen, das stark an das originale Hoheitsabzeichen erinnert. Das NDR-Satire-Magazin "extra3" hatte es entworfen und via Twitter veröffentlicht. Dieses inoffizielle Wappen haben sich einige Beamte nun wirklich sticken lassen. Es zeigt den Berliner Bären mit schiefer Krone und Bierflasche, am Boden eine Urin-Pfütze. Im Hintergrund haben zwei andere Bären Sex.

Wie die Berliner "B.Z." berichtet, wurden die Fake-Wappen bereits in der Öffentlichkeit gesichtet. Ein leitender Polizeidirektor schrieb den Angaben zufolge deshalb eine Warnung an seine Kollegen in der Sicherheitsbehörde. Darin heißt es, dass "im Stadtgebiet" Kollegen beobachtet worden seien, "die an ihrer Überziehwestenhülle das in den Medien gepostete Polizeiwappen mit den betrunkenen Berliner Bären" getragen hätten. Der Polizeipräsident bitte darum, dass dies künftig unterbliebe. "Wir wollen nicht an einer Verfestigung des Party-Bullen-Images aktiv mitwirken", heißt es in der E-Mail. Je nach Einzelfall schließe der Behördenleiter disziplinarische Vorermittlungen nicht aus.

Keine Beweise für Party-Exzesse

Die Berliner Polizei hatte sich später für die Party-Exzesse entschuldigt und bestätigt, dass sich einige Kollegen in Hamburg danebenbenommen haben: "Ja, wir haben gefeiert", hieß es in einer Stellungnahme auf Facebook. "Es wurde getrunken, getanzt, gepinkelt und ja scheinbar auch 'gebumst', wie es unser Pressesprecher so schön formuliert hat." Man wolle aber eine Sache gerne loswerden. "In unserer Einsatzkleidung stecken Menschen. Bei unserer Bereitschaftspolizei arbeiten hauptsächlich junge Menschen, die im Einsatz große Verantwortung tragen. Diese jungen Kolleginnen und Kollegen arbeiten sehr professionell."

Beweise für die angeblichen Party-Exzesse legte die Hamburger Polizeiführung bislang nicht vor. "Nach jetzigem Stand ist eindeutig klar: Disziplinarwürdig ist an diesem Verhalten nichts", sagte der Sprecher der Berliner Polizei, Winfrid Wenzel, beim RBB. Es gebe keine Belege, keine Aussagen von Zeugen, keine Videoaufnahmen oder Fotos, die "in irgendeiner Weise disziplinare Folgen" haben müssten.

Quelle: n-tv.de

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