Panorama
Freitag, 12. Februar 2010

Schüler als Opfer im Drogenkrieg: Präsident entschuldigt sich

Weil der mexikanische Präsident den Mord an 15 Schülern als "Abrechnung zwischen Drogenbanden" bezeichnet hatte, muss er sich nun bei den Eltern entschuldigen. Die Menschen in der Region sind angesichts des anhaltenden Drogenkrieges enttäuscht von ihrem Staatsoberhaupt.

Präsident Caldéron hatte sich deutlich in der Wortwahl vergriffen - nun stellte er sich seinen Kritikern.
Präsident Caldéron hatte sich deutlich in der Wortwahl vergriffen - nun stellte er sich seinen Kritikern.(Foto: AP)

Mexikos Präsident Felipe Calderón ist am Donnerstag in die vom Drogenkrieg heimgesuchte Stadt Ciudad Juárez gefahren und hat die Eltern von 15 ermordeten Schülern um Verzeihung gebeten. "Ich bitte aufrichtig um Entschuldigung", sagte Calderón vor den sichtlich aufgebrachten Bewohnern der Stadt nahe der Grenze zu den USA.

Ende Januar waren bei einem Schulfest 15 junge Menschen getötet worden, der Präsident hatte daraufhin von einer "Abrechnung zwischen Drogenbanden" gesprochen. Dagegen wehrten sich die Eltern der Schüler.

"Verbrechen gegen die Menschlichkeit"

Angesichts der anhaltenden Gewalt nimmer der Protest in Ciudad Juárez zu.
Angesichts der anhaltenden Gewalt nimmer der Protest in Ciudad Juárez zu.(Foto: REUTERS)

In der Stadt mit 1,3 Millionen Einwohnern liefern sich zwei große Drogenkartelle einen erbarmungslosen Krieg um die Schmuggelrouten in die benachbarten USA. Im vergangenen Jahr wurden in Ciudad Juárez 2600 Menschen ermordet. Vertreter gemeinnütziger Organisationen warfen Calderón bei seinem Besuch vor, die Stationierung von tausenden Soldaten und Polizisten sei gescheitert. "Was hier passiert, ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit", kritisierte ein Teilnehmer der Gesprächsrunde.

Seit dem Amtantritt Calderóns im Jahr 2006 wurden im ganzen Land 15.000 Menschen bei Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Drogenkartellen getötet. Auch der Einsatz von mehr als 50.000 Soldaten schuf keine Abhilfe.

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Quelle: n-tv.de

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