Zu lax für RadikalkatholikenPriester kritisiert Bischof
Katholische Hardliner attackieren den Freiburger Erzbischof, weil der eine Priester-Initiative ihrer Ansicht nach nicht scharf genug bekämpft. Konkret geht es um die Frage, ob geschiedene Wiederverheiratete an der Kommunion teilnehmen dürfen.
Das konservative "Netzwerk katholischer Priester" wirft dem Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch einen zu laxen Umgang mit der Diskussion um wiederverheiratete Geschiedene vor. Zollitsch sehe dabei zu, "wie die Eindeutigkeit der katholischen Botschaft ins Zwielicht" gerate, sagte Netzwerksprecher Guido Rodheudt dem "Spiegel".
Eine Gruppe von Priestern in Zollitschs Diözese hatte sich in einem Aufruf dazu bekannt, Menschen in zweiter Ehe nicht von der Eucharistie-Feier auszuschließen. Dies ist laut Kirchenrecht jedoch verboten, weil die Ehe nach katholischem Verständnis unauflöslich ist. Dennoch hat ein Fünftel der Priester und Diakone im Erzbistum Freiburg den Aufruf unterschrieben.
Zollitsch, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, hatte daraufhin erklärt, grundsätzlich sei es zu begrüßen, "wenn sich Priester, Diakone und Gemeinden darum bemühen, dass sich wiederverheiratete Geschiedene 'geliebt, akzeptiert und nicht ausgeschlossen fühlen'." Zugleich forderte er jedoch ein Ende der öffentlichen Debatte: "Denn die katholische Kirche sucht hier derzeit intensiv nach Lösungen im Dialog - nicht durch medial multiplizierte Forderungen und Unterschriftenaktionen."
Für Rodheudt, der als Priester in einer Gemeinde bei Aachen arbeitet, war diese Erklärung offenbar bereits Verrat an den Grundsätzen der Kirche. Er forderte den Freiburger Erzbischof auf, "Reformforderungen nicht zweideutig zu kommentieren, sondern sich an die eindeutigen Grundsätze der Lehre der Kirche zu halten".
Unterstützung bekommen die konservativen Priester vom Kölner Kardinal Joachim Meisner, der Zugeständnisse der Kirche in dieser Frage ausschloss. Die Unauflöslichkeit der Ehe könne von der Kirche nicht aufgegeben werden, sagte er dem "Spiegel".