Panorama

Immer mehr ZulaufPrivatschulen groß im Kommen

21.12.2007, 13:02 Uhr

Im Schuljahr 2006/07 besuchen rund 892.000 Mädchen und Jungen Schulen in privater Trägerschaft. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um 2,2 Prozent.

Die Privatschulen in Deutschland haben immer mehr Zulauf. Im Schuljahr 2006/07 besuchten rund 892.000 Mädchen und Jungen Schulen in privater Trägerschaft, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Im Vergleich zum vorigen Schuljahr bedeutet dies einen Anstieg um 2,2 Prozent. Damit liegt der Anteil der Privatschüler an der Gesamtzahl der Schüler bei 7,3 Prozent.

Gegen den allgemeinen Trend können die privaten Bildungseinrichtungen bereits seit 1992 jedes Jahr steigende Schülerzahlen vermelden. Damals gab es erst 574.000 Privatschüler.

Von allen Schulen in privater Trägerschaft sei das Gymnasium am beliebtesten - etwa jeder zehnte Gymnasiast in Deutschland wurde im Schuljahr 2006/07 an einer Privatschule unterrichtet. Dabei gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern: Die Spanne reicht von 2,0 Prozent in Schleswig-Holstein bis 16,5 Prozent in Nordrhein-Westfalen. Mädchen besuchen mit 12,2 Prozent häufiger private Gymnasien als Jungen (9,1 Prozent).

Jungen werden benachteiligt

Jungen bekommen in der Schule auch bei gleichem Wissensstand schlechtere Noten als Mädchen. Zu diesem Ergebnis kommt dem "Spiegel" zufolge ein Bericht des Bundesbildungsministeriums, für den verschiedene Studien ausgewertet wurden. In Deutsch, Mathematik und Sachkunde erhielten Mädchen demnach bei gleichen Leistungen bessere Noten als Jungen. Das liege möglicherweise auch daran, dass das sozial zumeist angepasstere Verhalten der Mädchen in die Note einfließe.

Insgesamt schneiden männliche Schüler den Experten zufolge deutlich schlechter ab als weibliche. So betrage der Jungen-Anteil an den Hauptschulen 56 Prozent, an den Gymnasien aber nur 46 Prozent. Um dies zu ändern, schlagen die Autoren die "Umgestaltung des schulischen Alltags nach geschlechtergerechten Gesichtspunkten" vor. Allerdings heißt es laut "Spiegel" in dem Bericht: "Ungeklärt ist, wie ein an Jungen-Interessen orientierter Unterricht aussehen könnte, ohne die Interessen von Mädchen zu vernachlässigen."