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Einer der vier Angeklagten. Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte wurde er unkenntlich gemacht.
Einer der vier Angeklagten. Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte wurde er unkenntlich gemacht.(Foto: dpa)
Montag, 17. Juli 2017

Toter Rocker in Leipzig: Prozess gegen vier Hells Angels vertagt

Der Bandenkrieg im Leipziger Rockermilieu kommt vor Gericht. Vier Hells Angels müssen sich wegen gemeinschaftlichen Mordes an einem verfeindeten Rocker verantworten. Zum Prozessbeginn sorgt die Verteidigung erst einmal für Aufschub.

Der Mordprozess gegen vier Rocker der Hells Angels am Leipziger Landgericht ist direkt zum Auftakt vertagt worden. Die Verteidigung forderte andere Schöffen, außerdem wurde ein Befangenheitsantrag gegen eine psychologische Sachverständige gestellt. Die Verlesung der Anklage, die eigentlich für Montag geplant gewesen war, wurde deshalb auf den nächsten Termin am 1. August verschoben.

In dem Prozess geht es um tödliche Schüsse im Leipziger Rockermilieu. Den Beschuldigten wird gemeinschaftlicher Mord vorgeworfen. Wegen strenger Einlasskontrollen und vieler Zuschauer - darunter zahlreiche Rocker - verzögerte sich der Verhandlungsbeginn am Leipziger Landgericht um etwa 40 Minuten.

Der mutmaßliche Haupttäter, ein 31 Jahre altes Mitglied der Hells Angels, soll am 25. Juni vergangenen Jahres in der als Kriminalitäts-Hotspot berüchtigten Eisenbahnstraße mehrere Schüsse auf Mitglieder des verfeindeten Rocker-Clans United Tribuns abgegeben haben. Ein 27-Jähriger starb, zwei weitere Männer wurden lebensgefährlich verletzt. Die anderen drei Angeklagten sollen sich mit "Gewalttätigkeiten" beteiligt haben.

Was sich genau abgespielt hat, ist immer noch unklar. Die Staatsanwaltschaft will Details bis zum Prozessauftakt unter Verschluss halten. Es soll um Rache für einen vorherigen Angriff der United Tribuns auf einen Hells Angel gegangen sein.

Unmittelbar nach der Tat löste sich das Leipziger Charter der Hells Angels auf. Der mitangeklagte 34 Jahre alte Boss der Leipziger Gruppierung saß nach den Schüssen erst in Untersuchungshaft, wurde dann aber freigelassen und tauchte unter. Später setzte die Polizei 10.000 Euro Belohnung aus. Anfang Januar wurde er in Wien dingfest gemacht. Die drei anderen Angeklagten sitzen seit ihren Festnahmen im Gefängnis. Alle vier schweigen zu den Vorwürfen. Bis Januar 2018 sind 36 Termine angesetzt.

Quelle: n-tv.de

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