Sonntag, 20. September 2009
Gefährlicher Eingriff: Psycholytische Therapie
Die sogenannte psycholytische Therapie bedient sich unter anderem verschiedener Drogen, um Hilfssuchende - etwa Depressive - zu behandeln.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Zahlreiche der künstlichen und natürlichen Substanzen beeinflussen Nerven-, Muskel- und Gehirnzellen. Dabei greifen sie in deren Reizleitung und Kommunikation ein - mit zahlreichen Folgen: Dazu gehört vor allem ein übersteigertes Farbsehen, das von den Konsumenten als "Kick" wahrgenommen wird, sagt Andreas Schaper von der Giftnotrufzentrale Nord in Göttingen. Weitere Effekte sind traumähnliche Empfindungen, gehobene Stimmung oder Synästhesie (Farbsehen beim Hören von Tönen).
"Einige dieser Substanzen sind prinzipiell gefährlich", ergänzt Schaper. Sie können Hirnschäden, Krampfanfälle, Herzrhythmus-Störungen sowie Herzrasen auslösen. Werden solche Substanzen miteinander kombiniert, können sich ihre Wirkungen addieren. Schaper warnte mit allem Nachdruck vor der Einnahme, wenn diese nicht von einem fachkundigen Mediziner überwacht wird. "Biodrogen sind beileibe nicht weniger gefährlich", warnt Schaper mit Blick auf zahlreiche entsprechende Angebote wie bestimmte Pilze oder Früchte.
Die Gruppe der "psychedelischen" Drogen ist vielfältig. Natürliche Halluzinogene werden seit Jahrtausenden benutzt. Sie verändern Sinneswahrnehmungen und geben den Konsumenten das Gefühl, das Bewusstsein zu "erweitern". Vor tausenden Jahren beschränkte sich die Anwendung meist auf religiöse Rituale. In den 1960-er und 1970-er Jahren verbreitete sich der Gebrauch in der Öffentlichkeit.
Intensivere Wahrnehmung
Fürsprecher billigen den Substanzen zu, die Wahrnehmung zu intensivieren, die Wirklichkeit zu überhöhen, das persönliche Bewusstsein zu steigern sowie spirituelle und übernatürliche Erfahrungen entstehen zu lassen. Das zu den Amphetaminen zählende künstliche Ecstasy wurde von einigen Therapeuten bei depressiven Erkrankungen und depressiven Nachschwankungen von Psychosen eingesetzt. Die Drogen werden in entspannter Umgebung verabreicht, mitunter laufen Musik- und Trommelklänge im Hintergrund. dp
dpa
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