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Mit etwas Glück erhalten die Menschen auf Puerto Rico derzeit nach stundenlangem Warten ein wenig Benzin, um ihre Stromgeneratoren antreiben zu können.
Mit etwas Glück erhalten die Menschen auf Puerto Rico derzeit nach stundenlangem Warten ein wenig Benzin, um ihre Stromgeneratoren antreiben zu können.(Foto: AP)
Dienstag, 26. September 2017

Verwüstungen durch "Maria": Puerto Rico fleht Trump um Hilfe an

Hurrikan "Maria" verursacht auf Puerto Rico Schäden in Milliardenhöhe. Doch US-Präsident Donald Trump zeigt wenig Interesse an der verwüsteten Insel vor seiner Tür. Jetzt erinnert das US-Außengebiet an seine katastrophale Lage.

Angesichts der schweren Verwüstungen durch Hurrikan "Maria" auf Puerto Rico hat der Gouverneur des US-Außengebiets Unterstützung durch die Regierung in Washington gefordert. "Das ist eine humanitäre Katastrophe, die 3,4 Millionen US-Bürger betrifft. Wir werden die volle Unterstützung durch die US-Regierung brauchen. Die Leute dürfen nicht vergessen, dass wir US-Bürger sind - und stolz darauf", hieß es in einer Stellungnahme von Gouverneur Ricardo Rosselló. "Angesichts der fragilen wirtschaftlichen Lage von Puerto Rico bitten wir die Regierung von Präsident Donald Trump und den US-Kongress, entschlossen zu handeln, um Puerto Rico wieder aufzubauen."

Das Weiße Haus hatte wenige Stunden zuvor die Darstellung zurückgewiesen, Trump widme der Lage in dem Außengebiet nicht genügend Aufmerksamkeit. Die Regierung habe einen "beispiellosen" Einsatz geleistet, um den Menschen auf Puerto Rico mit Bundesmitteln zu helfen, sagte Trumps Sprecherin Sarah Sanders in Washington. Die Reaktion sei "alles andere" als langsam gewesen. Man werde weiterhin alles tun, was möglich sei.

Trump war dafür kritisiert worden, dass er übers Wochenende auf Twitter mehrfach US-amerikanische Sportstars kritisierte, sich aber gleichzeitig nicht zu der Zerstörung auf Puerto Rico äußerte. Versicherungsexperten zufolge hat "Maria" in der Karibik Schäden zwischen 40 und 85 Milliarden Dollar verursacht. Allein auf Puerto Rico dürften demnach über 85 Prozent entfallen. Der Hurrikan hatte die Stromversorgung des US-Außengebiets unterbrochen und zu Überschwemmungen geführt.

Als assoziierter Freistaat gehört Puerto Rico nicht zu den Vereinigten Staaten von Amerika. Zwar sind die Bewohner US-Bürger, aber sie dürfen nicht an der Präsidentschaftswahl teilnehmen, und ihre Delegierten im Kongress in Washington haben kein Stimmrecht. Zuletzt stand das Außengebiet mehrfach am Rand der Pleite und ist auf Hilfe aus Washington angewiesen.

Quelle: n-tv.de

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