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Pulitzer-Preisträgerin Harper Lee wurde mit ihrem Debütroman berühmt.
Pulitzer-Preisträgerin Harper Lee wurde mit ihrem Debütroman berühmt.(Foto: AP)

Autorin von "Wer die Nachtigall stört": Pulitzer-Preisträgerin Harper Lee ist tot

Für ihren Roman "Wer die Nachtigall stört" erhält Schriftstellerin Harper Lee 1961 den Pulitzer-Preis - die Geschichte eines Südstaaten-Mädchens erobert die literarische Welt im Sturm. Dann zieht sich die US-Amerikanerin lange Zeit zurück.

Die US-Schriftstellerin Harper Lee, die mit dem Roman "Wer die Nachtigall stört" Weltruhm erlangte, ist tot. Lee sei im Alter von 89 Jahren gestorben, bestätigte die Verwaltung ihrer Heimatstadt Monroeville im US-Bundesstaat Alabama. Ihr 1960 veröffentlichter Roman "Wer die Nachtigall stört" verkaufte sich rund 40 Millionen Mal und wurde ein Jahr nach Erscheinen mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet.

Der damalige US-Präsident Bush verlieh Harper Lee 2007 die "Medal of Freedom".
Der damalige US-Präsident Bush verlieh Harper Lee 2007 die "Medal of Freedom".(Foto: AP)

Bis heute ist das Buch über die Rassenprobleme im Amerika der 1930er Jahre in vielen Schulen Standardlektüre und gehört zu den meistgelesenen Büchern aller Zeiten. Mit Hollywoodstar Gregory Peck in der Hauptrolle wurde das Werk auch verfilmt und gewann drei Oscars. In dem Roman geht es um die neunjährige Scout, deren Kindheit in den Südstaaten von Rassismus und Intoleranz überschattet wird. Dass es sich bei dem Roman, in dem es zahlreiche Parallelen zum Leben der Autorin gibt, um eine Autobiografie handelt, hatte Lee stets bestritten.

Zweites Buch nach 55 Jahren

Nach diesem Welterfolg hatte sich die 1926 als jüngste von vier Kindern eines Anwaltes geborene Lee in ihr Heimatstädtchen Monroeville zurückgezogen und jahrzehntelang jedes Interview und weitere Bücher verweigert. Erst 2015 erschien mit "Gehe hin, stelle einen Wächter" ein zweiter Roman. Das Werk war allerdings nicht neu geschrieben, sondern ein wiederentdecktes Manuskript für "Wer die Nachtigall stört", das von der erwachsenen Scout erzählt. Trotzdem wurde es zur literarischen Sensation, verkaufte sich millionenfach - und schockte viele Fans, denn die Hauptfigur des weisen Rechtsanwalts Atticus war auf einmal ein Rassist.

Das bereits Mitte der 50er Jahre fertiggestellte Manuskript wurde nach Angaben von HarperCollins in einem Schließfach entdeckt, die Umstände sind unklar. Befürchtungen wurden laut, dass die zuletzt schwerhörige und blinde Lee manipuliert worden sein könnte, um ihre Zustimmung zur Veröffentlichung des Buches zu erhalten.

Quelle: n-tv.de

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