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Epileptischer Anfall bei Telefonat: Reddit-Retterin erhört Hilferuf

Wenn die Liebsten in Not geraten, will man sofort helfen. Aber wenn sie weit entfernt sind, ist das leichter gesagt, als getan. Eine junge Amerikanerin findet trotzdem eine Lösung.

Man kann ja auf zahlreichen Seiten im Internet eine Menge Zeit verbringen, ohne dass sich der Sinn immer erschließt. Man kann aber auch im entscheidenden Moment im Internet lebensrettende Hilfe finden. So erging es  zwei jungen Frauen.

Anna Messner und Melody Madill skypten gerade miteinander, als  Madill offenbar einen heftigen epileptischen Anfall erlitt. "Ich hatte Angst", sagte Messner. "Ich habe sie noch nie so heftig zucken sehen, sie hatte Schaum vor dem Mund und ihre Lippen wurden blau." Das Problem dabei: Messner saß in Oakridge im US-Bundesstaat Tennessee, ihre Verlobte aber im neuseeländischen Dunedin.

Messner versuchte über die Notrufnummer 911 Hilfe für ihre Freundin zu holen, aber dort wurde ihr gesagt, dass man bei ausländischen medizinischen Notfällen nicht helfen könne. "Ich habe versucht, sie dazu zu bringen, zu reagieren oder ihren Kopf zu drehen, damit sie nicht erstickt. Ich schrie sie an, bei mir zu bleiben", berichtete Messner, die Madill online kennengelernt hatte.

Hilferuf ins Internet

In ihrer Verzweiflung schrieb sie schließlich bei Reddit, ob jemand in Neuseeland einen Krankenwagen für ihre Freundin rufen könne. Ihr Eintrag lautete: "Mayday, ich brauche jemanden, der 111 anruft." Etwas später schrieb sie noch einmal "Hilfe".Innerhalb der nächsten zehn Minuten wurde ihr Hilferuf erhört. Jana Hayes aus Christchurch meldete sich und rief auch den neuseeländischen Notruf an. Später berichtete Hayes, sie sei ein wenig skeptisch gewesen, ob es sich  vielleicht um einen schlechten Scherz handelt. Aber später sei sie froh gewesen, geholfen zu haben.

Eine Dreiviertelstunde, nachdem der Anfall begonnen hatte, hörte Messner schließlich die Sanitäter an die Tür ihrer Freundin klopfen. Madill konnte sie selbst hereinlassen, war allerdings noch ziemlich verwirrt. Das letzte, woran sie sich erinnerte, war, dass sie mir ihrer Verlobten sprach. Sie kam wieder zu sich, als die Sanitäter an ihre Fenster klopften.

Bei Madill wurde bereits als Kind Epilepsie diagnostiziert, sie hatte aber in den vergangenen zehn Jahren keinen Anfall. Inzwischen ist sie nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt wieder zu Hause und wohlauf. Über ihre Freundin sagte sie: "Ich bin so stolz und dankbar für das, was Anna tat, sie hat ziemlich schnell geschaltet." Das sei eines der erstaunlichsten Dinge, die geschehen, wenn man in einer vernetzten Welt lebt.

Quelle: n-tv.de

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