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Der Pferdefleischskandal zieht immer weitere Kreise.
Der Pferdefleischskandal zieht immer weitere Kreise.(Foto: dpa)

Pferdefleisch auch in Deutschland?: Regierung meldet Verdachtsfall

Bislang sind deutsche Verbraucher von als Rind deklariertem Pferdefleisch verschont geblieben, nun gibt es jedoch einen ersten Verdacht. Möglicherweise findet sich ein belastetes Fertiggericht im Sortiment eines Händlers in Nordrhein-Westfalen.

Im Pferdefleisch-Skandal gibt es nun auch einen ersten Verdachtsfall in Deutschland. Über das europäische Schnellwarnsystem seien laut Verbraucherministerium die deutschen Behörden über den Verdacht informiert worden, dass falsch deklarierte Lebensmittel nach Deutschland gelangt seien, sagte eine Sprecherin. Den Angaben zufolge handele es sich um verarbeitete Lasagne, die an mindestens einen Händler in Nordrhein-Westfalen geliefert worden sei. Es sei nicht auszuschließen, dass weitere Händler oder Produkte betroffen seien.

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Die Überwachungsbehörden in NRW prüften derzeit, ob alle Produkte vom Markt genommen worden seien, sagte die Sprecherin. Sie verwies darauf, dass bei bisherigen amtlichen Untersuchungen alle Proben negativ gewesen seien. Wegen des Verdachtsfalls werde Deutschland auch an einem EU-Informationstreffen in Brüssel zu dem Skandal teilnehmen. Davon würden weitere Klärungen erwartet. In den vergangenen Wochen waren in zahlreichen Ländern der EU Fertiggerichte entdeckt worden, in denen statt des angegeben Rindfleischs auch Pferdefleisch verarbeitet wurde.

Indessen bemühen sich die britischen Behörden um eine Aufklärung der Fälle auf der Insel. In zwei Verarbeitungsbetrieben in England und Wales ist Pferdefleisch gefunden worden. Die Lebensmittelaufsicht FSA werde ermitteln, "bis es nichts mehr zu finden gibt", sagte der Leiter der Ermittlungen, Andrew Rhodes, der BBC. Die Behörde hatte die beiden Betriebe sofort geschlossen.

Spuren führen lange nur ins Ausland

Der Betreiber eines Schlachthofs in der Grafschaft Yorkshire in Nordengland steht unter dem Verdacht, geschlachtete Pferde an einen Betrieb in der Grafschaft Pembrokeshire in Wales weitergegeben zu haben. Das Fleisch wurde vermutlich zu Burger-Frikadellen und Kebabs verarbeitet und als Rind verkauft. Polizisten und Lebensmittelkontrolleure beschlagnahmten in den beiden Betrieben Fleisch, Dokumente und Kundenlisten. Die Dokumente werden nach Angaben eines Sprechers ausgewertet, um genau feststellen zu können, was mit dem Pferdefleisch geschah.

Umweltminister Owen Paterson, der sich mit Vertretern der Lebensmittelindustrie traf, wollte am Mittwoch mit Ministern aus EU-Ländern über den Fleischskandal beraten. Der irische Landwirtschaftsminister Simon Coveney will bei dem Treffen mit EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg und weiteren EU-Ministern die Auswirkungen der jüngsten Erkenntnisse über die Beimischung von Pferdefleisch besprechen.

Mit der Razzia ist im Pferdefleischskandal erstmals eine britische Anlage ins Visier der Behörden und der Polizei geraten. Bislang führten die Spuren ins Ausland. Die Supermarktketten und Discounter, um deren Produkte es geht, beziehen die Ware von einem weit verzweigten Netz von Lieferanten und Produzenten über ganz Europa zerstreut.

Verdächtige Produkte zurückbringen

Spekulationen zufolge könnte der Skandal von Rumänien ausgegangen sein. Die rumänische Regierung geht jedoch davon aus, dass es in dem Land keine Verstöße gegen irgendwelche EU-Regeln gegeben hat. Betroffen waren Produzenten in Frankreich. Mehrere Lebensmittelketten, darunter auch die britischen Ableger der deutschen Discounter Aldi und Lidl mussten Fleischprodukte aus dem Sortiment nehmen. Sie trennten sich zum Teil von Lieferanten.

Mitte Januar waren in Großbritannien Pferdefleischspuren in Fertigkost aus Rinderhack entdeckt worden. Teilweise erreichte der Pferdefleischanteil in Fertiggerichten bis zu 100 Prozent. Zuletzt hatte die Supermarktkette Tesco in Spaghetti Bolognese Pferdefleisch entdeckt und das entsptrechende Produkt aus dem Verkehr gezogen.

Die Behörden raten Verbrauchern, verdächtige Produkte in den Supermarktprodukte zurückzubringen. Laut FSA birgt der Verzehr von mit Pferdefleisch versetzten Produkten jedoch keine unmittelbare gesundheitliche Gefahr. Britische Fertigprodukte, die laut Etikett aus Rinderhackfleisch bestehen sollten, werden auf Anordnung der Lebensmittelaufsicht auf Pferdefleischspuren getestet. Erste Ergebnisse sollen erst am Freitag vorliegen.

Quelle: n-tv.de

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