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Ein Triebwerk des abgestürzten Learjets wurde bis auf die angrenzende Straße geschleudert.
Ein Triebwerk des abgestürzten Learjets wurde bis auf die angrenzende Straße geschleudert.(Foto: REUTERS)

Flugzeugunglück im Sauerland: Retter finden Leichenteile an Absturzstelle

Zwei Eurofighter steigen nach einem Alarm von ihrem Fliegerhorst bei Köln auf: Sie sollen eine zivile Maschine abfangen, zu der kein Funkkontakt besteht. Was als harmlose Übung beginnt, wird zum Ernstfall. Am Ende ist mindestens ein Mensch tot.

Absturz über dem Sauerland: Nach der Kollision mit dem  Learjet dreht der beschädigte Eurofighter ab, um auf dem Fliegerhorst Nörvenich südwestlich von Köln zu landen.
Absturz über dem Sauerland: Nach der Kollision mit dem Learjet dreht der beschädigte Eurofighter ab, um auf dem Fliegerhorst Nörvenich südwestlich von Köln zu landen.

Bei dem Zusammenstoß eines Kampfjets der Bundeswehr mit einem Zivilflugzeug über dem Sauerland ist mindestens ein Mensch getötet worden. Nahe der Absturzstelle seien Leichenteile gefunden worden, wie ein Sprecher der Polizei in Meschede am Montagabend sagte. Es handle sich wahrscheinlich um einen der beiden Insassen der Zivilmaschine. Der Learjet mit zwei Personen an Bord war am Nachmittag in ein Waldstück bei Olsberg-Elpe abstürzt und in Flammen aufgegangen. Die nächsten Häuser sind nur einige Steinwürfe entfernt.

Ein Bundeswehr-Kampfjet war mit dem Learjetz in einer Höhe von 3000 bis 5000 Metern bei einer Übung zusammengestoßen. Der Eurofighter landete sicher auf dem Fliegerhorst Nörvenich bei Köln. Zwei Eurofighter und die zivile Maschine der Gesellschaft für Flugzieldarstellung (GFD) waren in gemeinsamer Mission am Himmel unterwegs und wollten den Ernstfall simulieren - einer in Not geratenen Maschine zur Hilfe kommen.

Berührung in der Luft

Aus der Ferne ist die gewaltige Rauchwolke über dem Absturzort zu sehen.
Aus der Ferne ist die gewaltige Rauchwolke über dem Absturzort zu sehen.

Offenbar habe einer der Kampfjets die Zivilmaschine berührt, sagte ein Sprecher der Luftwaffe. Der General der Flugsicherheit der Bundeswehr sowie die Bundesanstalt für Flugunfalluntersuchung hätten die Ermittlungen an der Absturzstelle aufgenommen. Mehrere Hubschrauber kreisen in der Luft, um nach den Insassen zu suchen - für den Fall, dass die beiden sich per Fallschirm aus dem Flugzeug retten konnten. Im Ort wird nach ersten Angaben von Polizei und Feuerwehr niemand verletzt.

Das Bugrad des Fliegers liegt ohne Reifen am Rand einer Weide, einige Meter weiter sind mehrere Haufen verbrannter Wrackteile. Unten im Tal liegt der Rest des Flugzeuges. Auch einige Kilometer entfernt auf der anderen Seite des Ortes werden Wrackteile entdeckt. Sie stammen nach Auskunft der Feuerwehr von dem Kampfjet, der es nach der Kollision noch schwer beschädigt zum Stützpunkt nach Nörvenich bei Köln schafft. Es sei eine Glanzleistung des Piloten des beschädigten Flugzeugs gewesen, seine Maschine wieder sicher zurückzubringen, sagt der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31, Oberst Andreas Hoppe. Er ist Chef der Einheit, zu dem die beiden Eurofighter gehören.

Learjet gehörte Airbus-Tochter

Die GFD unterstützt die Bundeswehr bei Übungen, indem sie Ziele simuliert. Sie ist eine Tochtergesellschaft von Airbus Defense and Space. Bei der Bundeswehr-Maschine handele es sich um einen Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31. Ein zweiter an der Übung beteiligter Eurofighter sei in Köln-Wahn gelandet, sagte der Luftwaffensprecher.

Das Geschwader teilt auf seiner Homepage mit, dass es sich vom 2. bis zum 30. Juni mit einer sogenannten Alarmrotte in einer ununterbrochenen Einsatzbereitschaft befindet. Diese bestehe aus zwei einsatzklaren Luftfahrzeugen. Beschrieben wird ein Einsatzszenario, bei dem zwischen zivilen Luftfahrzeugen und Flugsicherung kein Funkkontakt aufgenommen werden kann. Der Alarmrotte blieben nach Alarmierung durch den zuständigen Gefechtsstand 15 Minuten, um abzuheben. "In solch einem Fall steigt die Alarmrotte auf und nimmt über Funk oder mittels Zeichen Kontakt zu dem betroffenen Luftfahrzeug auf", heißt es im Internet.

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Quelle: n-tv.de

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