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Unter anderem mit Hunden versuchen die Retter, weitere Überlebende aufzuspüren.
Unter anderem mit Hunden versuchen die Retter, weitere Überlebende aufzuspüren.(Foto: dpa)

Zwei Tage nach Beben in Taiwan: Retter finden Überlebende in Trümmern

"Wir haben noch nicht aufgeben", sagt der Bürgermeister der vom Beben am stärksten betroffenen Stadt Tainan. Obwohl die Chancen gering sind, suchen die Bergungstrupps weiter und bergen auch nach zwei Tagen noch Überlebende.

Zwei Tage nach dem schweren Erdbeben in Taiwan haben Rettungskräfte zwei Menschen lebend aus den Trümmern eines Hochhauses gerettet. Zunächst wurde am Morgen eine Frau geborgen. Einem Behördenvertreter zufolge kamen ihr Mann und ihr zweijähriger Sohn bei dem Unglück ums Leben. Anschließend wurde Fernsehsendern zufolge ein Mann aus den Trümmern gezogen.

Mehr als 100 Personen werden noch vermisst und es wird befürchtet, dass sie unter dem eingestürzten Hochhaus in der besonders stark betroffenen Stadt Tainan verschüttet sind. Mindestens 35 Menschen kamen bei dem Beben der Stärke von 6,4 ums Leben, die meisten von ihnen in dem Wohnkomplex. Die Rettungsarbeiten dauerten an. "Wir haben noch nicht aufgegeben", sagte der Bürgermeister von Tainan, William Lai.

Lai sagte auch, die Staatsanwaltschaft habe nach Beschwerden von Überlebenden und Angehörigen Ermittlungen wegen des Verdachts auf Pfusch am Bau aufgenommen. Sollte die Baufirma des Gebäudes gegen Vorschriften verstoßen haben, werde sie zur Verantwortung gezogen.

China bietet Hilfe an

Der Einsturz des 1994 errichten Gebäudes mit 17 Stockwerken schürte Fragen bezüglich der Qualität der Baumaterialien und Verarbeitung. Die designierte Präsidentin Tsai Ing-wen erklärte bei einem Besuch in Tainan, es müsse sichergestellt werden, dass alte Gebäude solchen Naturkatastrophen standhielten. Heute wird auch der amtierende Präsident Ma Ying Jeou am Unglücksort erwartet.

Auch Chinas Präsident Xi Jinping sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus und bot Hilfe an, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Das demokratisch regierte Taiwan wird von China als abtrünnige Provinz betrachtet, die notfalls auch mit Gewalt unter die Kontrolle der Pekinger Führung gebracht werden könnte.

Quelle: n-tv.de

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