Montag, 15. März 2010
Mehr als Hühnerbeine: Rettungsaktion für Zootiger
Sie gelten als kraftspendende Glücksbringer, doch Kraft haben die Tiger in Shenyang kaum noch.
(Foto: REUTERS)
Nach dem Hungertod von elf Sibirischen Tigern bekommt ein chinesischer Privatzoo eine kräftige Finanzspritze. Neben einer Aufstockung der staatlichen Förderung um umgerechnet knapp 728.000 Euro leiteten die örtlichen Behörden eine Untersuchung der Missstände in dem Zoo in Shenyang im Nordosten Chinas ein, berichteten staatliche Medien. Seit November waren in dem Zoo ingesamt elf Sibirische Tiger - die größte Raubkatzenart der Welt - aufgrund von Unterernährung gestorben. Sie hatten aus Geldmangel seit Monaten nur noch Hühnerbeine zu fressen bekommen.
Im November hatten zwei der Tiger offenbar aus Hunger einen Tierwärter angefallen und verletzt. Nach der Attacke wurden die übrigen Tiger offenbar vernachlässigt und zudem nicht mehr ins Freie gelassen. Der Mann überlebte den Angriff, die beiden aggressiv gewordenen Raubkatzen wurden jedoch dabei erschossen.
Neben den Sibirischen Tigern starben in dem Zoo in Shenyang noch 22 weitere, zum Teil vom Aussterben bedrohte Tiere wie zwei Makaken und ein Braunbär, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Insgesamt werden in chinesischen Zoos, die oft unter chronischem Geldmangel leiden, rund 6.000 Tiger in Gefangenschaft gehalten. In freier Wildbahn gibt es nur noch 50 bis 60, darunter rund 20 Sibirische Tiger.
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