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Das Atomunglück von Fukushima war das schwerste derartige Unglück seit der Katastrophe von Tschernobyl 1986.
Das Atomunglück von Fukushima war das schwerste derartige Unglück seit der Katastrophe von Tschernobyl 1986.(Foto: picture alliance / kyodo/dpa)
Sonntag, 23. Juli 2017

Bilder von lavaartigem Brocken: Roboter findet wohl Fukushima-Brennstoff

Vom Boden des gefluteten Reaktors 3 von Fukushima sendet ein Roboter Bilder, die auf geschmolzenen Kernbrennstoff hinweisen. Betreiberkonzern Tepco muss genau wissen wo dieser sich befindet - eine Stilllegung der Atomruine ist sonst unmöglich.

In der Ruine des japanischen Atomkraftwerks Fukushima hat ein Unterwasserroboter lavaähnliche Brocken entdeckt, bei denen es sich offenbar um geschmolzenen radioaktiven Brennstoff handelt. Wie die Betreiberfirma Tepco nach Beendigung der dreitägigen Robotermission am Samstag mitteilte, wurden erstmals große Teile der erstarrten Klumpen gefunden. Sie befinden sich demnach am Boden eines Sicherheitsbehälters unter dem Reaktor Nummer drei des Atomkraftwerks.

Bilder eines Unterwasserroboters zeigen Ablagerungen, von denen angenommen wird, dass sie geschmolzen sind.
Bilder eines Unterwasserroboters zeigen Ablagerungen, von denen angenommen wird, dass sie geschmolzen sind.(Foto: dpa)

"Es ist sehr wahrscheinlich, dass die erstarrten Objekte eine Mischung aus geschmolzenem Metall und Brennstoff sind, die aus dem Behälter gefallen sind", sagte ein Tepco-Sprecher. Es sei "sehr wahrscheinlich" die erste Sichtung geschmolzenen Brennstoffs seit der Atomkatastrophe im Jahr 2011. Das Unternehmen werde die Aufnahmen des Roboters nun weiter analysieren.

Die Lokalisierung der Brennstoffreste ist ein wichtiger Teil beim Stilllegungsprozess des Kraftwerks, der Jahrzehnte dauern dürfte. Bereits im Februar hatte Tepco einen anderen Roboter in einem der drei beschädigten und verstrahlten Reaktoren eingesetzt. Die Mission in Reaktor Nummer zwei musste jedoch abgebrochen werden, weil der Roboter Schwierigkeiten bei der Bewegung hatte und sein Ziel unter der Druckschale nicht erreichen konnte. Auch dort wird geschmolzener Brennstoff vermutet.

Das Atomunglück von Fukushima in Folge der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe im März 2011 war das schwerste derartige Unglück seit der Katastrophe von Tschernobyl 1986. Die japanische Regierung rechnet für die Stilllegung Fukushimas, Entschädigungen und Dekontaminierung mit umgerechnet 165 Milliarden Euro. Der Prozess dürfte angesichts der Verstrahlung mindestens vier Jahrzehnte dauern.

Quelle: n-tv.de

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