Rätselhafter Absturz in den AtlantikRoboter suchen Flug AF 447
Die Fluggesellschaft Air France startet zusammen mit Airbus und französischen Unfallermittlern eine neue Suchaktion im südlichen Atlantik. Es ist wohl die endgültig letzte Chance, den mysteriösen Flugzeugabsturz aus dem Sommer 2009 doch noch aufzuklären.
Im Atlantik hat eine letzte Suche nach dem Wrack der Air-France-Maschine begonnen, die dort vor mehr als anderthalb Jahren mit 228 Menschen an Bord abgestürzt war. Ein Suchschiff mit Tauchrobotern an Bord sei von Brasilien aus unterwegs ins Suchgebiet, bestätigte der Flugzeughersteller Airbus entsprechende Berichte.
Das Vorhaben wird von Air France und der EADS-Tochter Airbus mit zusammen rund 9,2 Mio. Euro finanziert. Mit den Tauchrobotern soll erneut eine Meereszone von 10.000 Quadratkilometern abgesucht werden. Dabei handelt es sich offenbar nicht um das eng eingegrenzte Suchgebiet, das französische Marineexperten Anfang Juli 2010 anhand von schwachen Peilsignalen der verschollenen Flugschreiber markiert hatten.
Kurz nach dem ersten Jahrestag des mysteriösen Unglücks hatte das französische Verteidigungsministerium mitgeteilt, die Position der Blackbox von Flug AF 447 ermittelt zu haben. Später stellte sich heraus, dass lediglich ein fünf Quadratkilometer großes Gebiet benannt werden konnte, in dem die Flugschreiber vermutet wurden. Der Atlantik ist an dieser Stelle bis zu 4000 Meter tief, der Meeresgrund ist stark zerklüftet. Eine genaue Suche in diesem Gebiet blieb ohne Erfolg.
Die nun angelaufene Suchaktion ist für die Hinterbliebenen die wohl letzte Hoffnung, Gewissheit über das genaue Schicksal der Passagiere von Flug AF 447 zu bekommen. Es ist die vierte Unternehmung dieser Art, mit der Luftunfallermittler, Hersteller und Fluggesellschaft den genauen Unglückshergang ermitteln wollen.
Der zweistrahlige Airbus A330-200 war am 1. Juni 2009 auf dem Nachtflug von Rio nach Paris mitten in einer Unwetterfront abgestürzt, nachdem die Geschwindigkeitsmesser und mehrere Geräte ausgefallen waren. Bisherigen Erkenntnissen zufolge und mit großer Fallgeschwindigkeit bäuchlings auf das Wasser auf.
Maßnahmen für eine Notwasserung seien nicht eingeleitet worden, hieß es den in vorläufigen Untersuchungsberichten. Auch der Kabinendruck sei bis zum Aufschlag stabil geblieben. Dies deutet darauf hin, dass die Katastrophe für Crew und Passagiere unvermittelt und ohne Vorwarnungen eingetreten sein könnte.
Die genaue Unglücksursache ist aber nach wie vor unbekannt. Vom Ausgang der nun stattfindenden Ermittlungsversuche hängen nicht nur mögliche Schadenersatzleistungen ab. Auch die beteiligten Ingenieure dringen darauf zu verstehen, was genau im Fall der Airbus-Maschine zum Absturz führte.
Die automatisch gefunkten Meldungen des Flugzeugs und die aus dem Atlantik gefischten Wrackteile reichten nicht aus, den Hintergrund der Katastrophe zu klären. Die ersten drei Suchen nach Wrack und Flugschreibern waren erfolglos geblieben. Die neue kann bis Juli dauern.
Für die Hinterbliebenen der 228 Opfer des Absturzes dauert die Zeit der Ungewissheit über die letzten Minuten von Flug AF 447 damit weiter an.