Panorama

Organisierte KriminalitätRockerbanden mischen kräftig mit

14.09.2012, 12:16 Uhr
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Polizisten bei einer Razzia in Krefeld im Juni. (Foto: picture alliance / dpa)

Die organisierte Kriminalität in Deutschland ist vielfältig. Bundeskriminalamts-Chef Ziercke spricht von einem "konstant hohen Niveau". Und auffällig oft sind Täter aus der Rockerszene an Drogenhandel und krummen Finanzgeschäften beteiligt.

Fast jedes zehnte Ermittlungsverfahren zur Organisierten Kriminalität (OK) in Deutschland hat im vergangenen Jahr Bezüge zur aufgewiesen. In 57 von insgesamt 589 Verfahren im Jahr 2011 gab es Verbindungen in die Szene, wie das Bundeskriminalamt in Wiesbaden mitteilte. Die unverändert hohe Zahl von Verfahren mit Bezügen zur Rockerszene verdeutliche "die enge Verflechtung von kriminellen Rockergruppierungen und Organisierter Kriminalität", erklärte BKA-Präsident Jörg Ziercke.

Bei nur rund 4000 Menschen, die der Szene zugerechnet würden, sei dies eine bemerkenswerte Zahl, sagte eine BKA-Sprecherin. Ziercke betonte: "Die intensive Bekämpfung der Rockerkriminalität leistet daher auch einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität in Deutschland."

Relativ stabile Zahlen

Die Zahl der OK-Verfahren nahm im Vergleich zum Vorjahr, als 606 Verfahren geführt wurden, im vergangenen Jahr insgesamt leicht ab. Von den 589 Ermittlungsverfahren im Jahr 2011 wurden 318 neu eingeleitet. In den übrigen Verfahren wurden laufende Ermittlungen fortgeführt. Insgesamt wurden 8413 Tatverdächtige ermittelt und damit knapp 13 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die durch OK-Gruppierungen verursachten Schäden beliefen sich laut BKA auf 884 Millionen Euro, nachdem im vergangenen Jahr noch ein Schaden von 1,65 Milliarden Euro ermittelt worden war. Der Großteil der Schäden entfiel auch im Jahr 2011 mit 576 Millionen auf die Wirtschaftskriminalität. Die meisten Verfahren mit einem Anteil von 37 Prozent gingen dagegen auf die Rauschgiftkriminalität zurück.

Die Spur des Geldes

Ziercke forderte verbesserte rechtliche Rahmenbedingungen, um Vermögen effektiver abschöpfen zu können. "Unser Ziel bei der OK-Bekämpfung muss es daher sein, die organisierte Kriminalität unrentabel zu machen und den Tätern ihren finanziellen Gewinn - die Früchte der Tat - zu entziehen."

In fast allen Verfahren gab es auch Finanzermittlungen. Insgesamt konnten die Ermittler Vermögen in Höhe von 85 Millionen Euro vorläufig sichern. Höchster Einzelbetrag: 17 Millionen Euro im Zusammenhang mit einem Insolvenzdelikt.

Erstmals berechneten die Ermittler auch die Erträge, die aus den kriminellen Machenschaften "erwirtschaftet" wurden: insgesamt 347 Millionen Euro. Die Hälfte davon kam aus der Wirtschaftskriminalität. Allein 28 Millionen Euro davon waren es bei einem Anlagedelikt.

Die Internetkriminalität ist bei geringen Fallzahlen weiter auf dem Vormarsch. Neun Ermittlungsverfahren wurden 2011 geführt nach vier im Jahr 2010. Hier erkannten die Ermittler einen hohen Spezialisierungsgrad der Täter. Die Zahl der Verfahren wegen Zahlungskartenkriminalität verdoppelte sich fast von 7 auf 13.

Quelle: ntv.de, AFP/dpa