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Nur Stunden nach dem Fahndungsaufruf gibt es einen Hinweis auf den mutmaßlichen Täter.
Nur Stunden nach dem Fahndungsaufruf gibt es einen Hinweis auf den mutmaßlichen Täter.(Foto: Polizei Aaachen)
Donnerstag, 14. September 2017

Fünffacher Mordversuch: Rohrreiniger-Täter muss in die Psychiatrie

Drei Monate lang verteilt ein Unbekannter ätzenden Rohrreiniger auf Spielplätzen in Aachen. Ein Bild aus einer Fotofalle führt die Fahnder schnell zu einem 53-Jährigen. Der Mann gesteht - und muss nun laut Staatsanwaltschaft in eine Psychiatrie eingewiesen werden.

Das Aachener Amtsgericht hat laut Staatsanwaltschaft die Unterbringung eines 53-Jährigen in der Psychiatrie angeordnet, der an Grillhütten und auf einem Spielplatz in Aachen giftigen Rohrreiniger ausgelegt haben soll. Dem mutmaßlichen Täter werden fünffacher Mordversuch, gefährliche Körperverletzung in drei Fällen und in zwei Fällen versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Ein abgesperrter Spielplatz in Aachen. Auch hier wurde Rohrreiniger entdeckt.
Ein abgesperrter Spielplatz in Aachen. Auch hier wurde Rohrreiniger entdeckt.(Foto: dpa)

Der Mann hat nach Justizangaben zugegeben, die Chemikalie verstreut zu haben. Drei Kinder waren dadurch leicht verletzt worden. Die Ermittler waren dem 53-Jährigen mit einer Fotofalle auf die Spur gekommen. Die Polizei hatte eine Belohnung von 3000 Euro für erfolgbringende Hinweise ausgelobt.

Nur Stunden nach der Veröffentlichung der Bilder wurde der Mann gefasst. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der versuchten Tötung. Am Nachmittag soll der Mann dem Haftrichter vorgeführt werden.

Verdächtiger nannte keine Einzelheiten

Laut Staatsanwaltschaft ist das bloße Zugeben der Tat jedoch noch nicht juristisch verwertbar. "Das ist noch kein Geständnis", sagte eine Sprecherin zum Stand der Ermittlungen. Denn der Verdächtige habe bisher keine Einzelheiten geschildert.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung hatten Polizisten unter anderem auch Rohrreiniger gefunden. Seit Juni war auf Spielplätzen und an Grillhütten immer wieder das hochgiftige Granulat gefunden worden. Die Kinder, die durch den Rohrreiniger verletzt wurden, erlitten Verätzungen. Sie konnten nach kurzen Aufenthalten im Krankenhaus wieder entlassen werden.

Quelle: n-tv.de

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