Panorama
Im Zentrum des Prozesses gegen Berlusconi:  Karima El Mahroug alias Ruby.
Im Zentrum des Prozesses gegen Berlusconi: Karima El Mahroug alias Ruby.(Foto: picture alliance / dpa)

Berlusconi-Zeuge sagt aus: Ruby roch schlecht

Der Sex-Prozess gegen Silvio Berlusconi geht in seine heiße Phase. Die Befragung von Ruby steht unmittelbar bevor. Eine Zeuge beschreibt das Partygirl, das als Minderjährige bezahlten Sex mit Berlusconi gehabt haben soll, wenig schmeichelhaft. So sei Ruby hässlich gewesen und habe schlecht gerochen.

Im Sex-Prozess des früheren italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi hat ein Zeuge die junge Marokkanerin Ruby als unattraktiv beschrieben. "Sie war hässlich und roch schlecht", erklärte Emilio Fede vor Gericht. Berlusconi soll bezahlten Sex mit Ruby gehabt haben, als sie noch minderjährig war.

Die Verteidigung hat die heute 20-Jährige für kommenden Montag als Zeugin geladen. Er habe nicht gewusst, dass die Ruby genannte Karima el-Mahroug damals noch minderjährig gewesen sei, sagte Fede aus. Er war ehemals Moderator in einem TV-Programm des Medienzars Berlusconi. Fede ist angeklagt, Berlusconi Frauen organisiert zu haben.

Ruby war Anfang 2010 auf Berlusconis Festen in seiner Villa Arcore bei Mailand. Beide haben bestritten, miteinander geschlafen zu haben. Am 10. Dezember soll das Partygirl als Zeugin der Verteidigung aussagen. Die Anklage lautet auf illegalen Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch.

"Striptease nie gesehen"

Eine weitere Zeugin hatte zuletzt bereits erklärt, dass die "Bunga-Bunga"-Partys des früheren italienischen Ministerpräsidenten harmlos gewesen sein sollen. "Szenen sexueller Natur oder Stripteases habe ich nie gesehen", sagte eine 22 Jahre alte Studentin in dem Prozess gegen den 76-Jährigen. Auch habe sie nie erlebt, dass Berlusconi intime Körperteile berührt habe.

Stattdessen habe der damalige Regierungschef sich in der Villa Arcore bei Mailand mit seinen Gästen gerne über Politik unterhalten, ergänzte die junge Frau, die nach eigenen Angaben von Berlusconi mit rund 2500 Euro im Monat unterhalten wurde. Sie sei zu etwa 15 dieser Partys eingeladen gewesen. "Üblicherweise sprach er zunächst über aktuelle Themen, Wirtschaft und Fußball", sagte die 22-Jährige. "Danach fragte er die Girls nach ihrer Meinung zu bestimmten politischen Fragen oder zu der Wirtschaftskrise."

Eine andere Zeugin, die aus der TV-Sendung "Big Brother" in Italien bekannt ist, sagte aus, sie habe junge Frauen in der Villa Schlange stehen sehen, um Geld zu erhalten. Sie selbst habe über Berlusconis Medienkonzern Mediaset einen 50.000 Euro schweren Jahresvertrag gehabt, fügte die 31-Jährige hinzu.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen