Panorama
Freitag, 23. März 2012

Verdacht auf Drogenhandel in Spanien: Rückschlag für Cannabis-Projekt

Ausgerechnet mit dem Anbau des Rauschmittels Cannabis wollte die spanische Kleinstadt Rasquera ihren drückenden Schuldenberg abbauen. Dutzende Jobs sollten entstehen. Jetzt scheint das Projekt zu wackeln. Wegen dringenden Verdachts auf Drogenhandel wird ein Lokal des Vereins geschlossen. zudem werden mehrere Anzeigen erstattet.

Illegaler Hanfanbau in einem Gewächshaus im niederländischen Venlo.
Illegaler Hanfanbau in einem Gewächshaus im niederländischen Venlo.(Foto: picture alliance / dpa)

Das umstrittene Vorhaben zum Anbau von Cannabis in einem spanischen Dorf als Antwort auf die Wirtschaftskrise hat einen schweren Rückschlag erlitten. Die Polizei in Barcelona teilte mit, sie habe wegen des Verdachts des Drogenhandels das Lokal einer Vereinigung von Cannabis-Konsumenten versiegelt, die in der Ortschaft Rasquera im Nordosten Spaniens Hanf-Pflanzen anbauen will. Die Verwalterin des Lokals sei vorübergehend festgenommen worden. Gegen vier Mitarbeiter wurde Anzeige erstattet.

Bei einer Durchsuchung des Lokals hatte die Polizei nach eigenen Angaben ein Dutzend Menschen angetroffen, die Marihuana oder Haschisch kaufen wollten oder die Droge bereits kifften. Die Vereinigung sei zwar legal eingetragen, im Lokal seien jedoch auch Drogen an Nicht-Clubmitglieder verkauft worden.

Die Gemeinde der 900-Seelen-Ortschaft Rasquera will dem Verein Felder verpachten, damit dort Cannabis für den Eigenbedarf angebaut wird. Der Bürgermeister Bernat Pellissa geht davon aus, dass das Vorhaben legal ist. Der Cannabis-Anbau im privaten Rahmen für den Eigenbedarf sei nicht verboten.

Das Dorf erhofft sich von dem Projekt die Schaffung neuer Arbeitsplätze und einen Abbau seines Schuldenbergs von 1,3 Millionen Euro. Der Gemeinderat hat für den 10. April eine Befragung der Bewohner zu dem Projekt angekündigt.

Quelle: n-tv.de

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