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Die Mutter des toten Mädchens hat über die Tat aus dem Jahr 2010 gesprochen.
Die Mutter des toten Mädchens hat über die Tat aus dem Jahr 2010 gesprochen.(Foto: picture alliance / dpa)

Mutter gesteht die Tat: Säuglingstod nach sechs Jahren aufgeklärt

Nach dem gewaltsamen Tod eines Säuglings im Jahr 2010 mussten Tausende Frauen zum Gentest - ohne Ergebnis. Erst jetzt, sechs Jahre später, hat der Zufall den Ermittlern geholfen. Der Säuglings-Tod von Bad Vilbel ist aufgeklärt.

Viele Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines neugeborenen Babys in der Nähe von Frankfurt/Main ist der Fall gelöst. Die Mutter des Mädchens, das am 27. Mai 2010 tot am Ufer der Nidda in Bad Vilbel gefunden wurde, sitzt in Untersuchungshaft. Die heute 22-Jährige sei vor etwa zwei Wochen in Frankfurt als hilflose Person aufgegriffen worden. Dabei habe sie dann selbst über die Tat gesprochen, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin Nadja Niesen.

Der Frau wird vorgeworfen, im Alter von 16 Jahren das Kind zur Welt gebracht, es getötet zu haben. Danach soll sie das Kind in eine blaue Mülltüte gesteckt und abgelegt haben. Ihr wird von der Anklagebehörde Totschlag zur Last gelegt. Spaziergänger hatten den Sack mit der Babyleiche damals zwischen Brennnesseln entdeckt. Das später auf den Namen Magdalene getaufte Mädchen war den damaligen Ermittlungen zufolge kaum auf der Welt gewesen, bevor es vermutlich erstickt und in dem Unkraut-Dickicht abgelegt wurde. Die weiblichen Bürger aus dem Ort wurden nach der Tat zum Speicheltest gebeten.

Mutter-DNA war nicht unter getesteten Proben

Anhand der Plazenta konnte jedoch die DNA der Kindsmutter bestimmt werden. Danach wurde bei einem Reihentest mit Hilfe einer Speichelprobe die DNA von Tausenden Frauen untersucht. Angeschrieben worden waren fast 3000 im Alter von 15 bis 35 Jahren in Bad Vilbel. Der größte Teil kam der Aufforderung nach. Nicht alle aus dem Ort in der Wetterau wollten jedoch eine Probe abgeben.

Die Ermittler gingen damals davon aus, dass die gesuchte Frau ortskundig war. Eine Ortsfremde hätte die versteckte Stelle am Ufer des Flusses nicht gefunden, hieß es. Trotz der aufwendigen Ermittlungen wurden jedoch keine konkreten Hinweise auf die Täterin gefunden.

Quelle: n-tv.de

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