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Womöglich müssen heute Tausende Jecken zuhause feiern.
Womöglich müssen heute Tausende Jecken zuhause feiern.(Foto: dpa)

Essen, Recklinghausen, Mainz, Münster: Sagt auch Düsseldorf den Zug ab?

Nun also auch in Essen: Viele Karnevalszüge werden wegen Unwetterwarnungen abgesagt. Schon erreichen erste Sturmböen Nordrhein-Westfalen. Nun steht auch der Zug in der Hochburg Düsseldorf auf der Kippe.

Nach der Absage der Rosenmontagszüge wegen einer Sturmwarnung in Mainz und Münster warten die Jecken in Düsseldorf auf die Entscheidung ihres Karnevalsvereins am Morgen. Das Orkantief "Ruzica" (gesprochen: Ruschiza) bringt schwere Böen - nach den letzten Vorhersagen wird der Sturm sogar noch etwas stärker als zunächst erwartet. In Köln soll es dennoch den Rosenmontagszug geben - wenn auch mit einigen Einschränkungen.

Die ersten Ausläufer von "Ruzica" erreichten bereits den Westen Nordrhein-Westfalens. Im Münsterland wurden die ersten Böen mit Windstärke 8 gemessen. Bei Aachen an der belgischen Grenze ist der Wind zum Teil noch stärker. Wie n-tv-Meteorologe Björn Alexander mitteilt, sind auch im Flachland Windböen von 70 bis 110 Stundenkilometern nicht auszuschließen.

Wegen des Unwetters ist inzwischen auch der zentrale Essener Rosenmontagszug im Stadtteil Rüttenscheid abgesagt worden. "Wir haben uns schweren Herzens dazu entschieden", sagte der Erste Vorsitzende des Festkomitees Essener Karneval, Volker Sassen. Bei Windstärke 6 müsse diese Entscheidung in Essen getroffen werden. Die Prognosen gingen aber von Stärke 10 aus. Unklar sei, ob der Zug komplett abgesagt oder zum Beispiel in den Sommer verschoben werde. "Aber ein Rosenmontagszug, der kann eigentlich auch nur an einem Rosenmontag stattfinden", sagte Sassen. Es waren 80.000 Zuschauer erwartet worden. Zuvor war in Essen bereits der Traditionszug im Stadtteil Kupferdreh abgesagt worden.

Auch der Rosenmontagszug in Recklinghausen fällt wegen der heftiger werdenden Sturmböen aus. Das teilte die Stadt am Morgen mit. Im vergangenen Jahr waren rund 100.000 Menschen zum Zug in die Ruhrgebietsstadt gekommen.

Am Sonntagabend hatte bereits der Mainzer Carneval Verein (MCV) entschieden, den Zug abzusagen. Kurz darauf folgte die Absage aus Münster. Es sei unverantwortlich, den Zug bei einer vorhergesagten Windstärke von 8 oder gar 9 laufen zu lassen, sagte der Vizepräsident vom Bürgerausschuss Münsterscher Karneval, Helge Nieswandt. Zuvor hatten bereits Duisburg, Hagen, das sauerländische Wenden und ein Essener Stadtteil ihre Rosenmontagszüge aus Sicherheitsgründen abgeblasen.

Düsseldorf bangt

In Düsseldorf will eine Koordinierungsgruppe um 8 Uhr ein letztes Mal über die Wetterprognosen beraten und eine Entscheidung treffen. Planmäßig soll der Zug um 12.30 Uhr starten. Anstelle einer Absage könnte eine mögliche Option sein, den Zug eine Stunde später starten zu lassen, wie der Sprecher des Comitee Düsseldorfer Carneval sagte. Voraussetzung wäre, dass der Sturm bereits am Vormittag aufzieht und abflaut. Dem Sicherheitskonzept zufolge muss der Zug ab Windstärke 8 abgesagt werden.

Der Kölner Rosenmontagszug soll auf jeden Fall stattfinden, allerdings in abgespeckter Version. Die Prunkwagen samt Figuren sollen wie geplant rollen. Nur Großfiguren in den Fußgruppen sind nicht zugelassen, ebenso wie Fahnen und Trageschilder. Der Zug findet außerdem ohne die sonst üblichen 500 Pferde statt. An den Zuschauertribünen werden Dächer und Rückwände entfernt, damit sich diese nicht lösen und umherfliegen können. Ob noch weitere Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden müssen, wollen die Verantwortlichen von Karnevalsverein, Stadt, Polizei und Feuerwehr am Montagmorgen beschließen.

Trotz der Absage des Mainzer Rosenmontagszuges stellt sich die Polizei auf zahlreiche feiernde Besucher in der Stadt ein. Man werde mit starken Kräften vor Ort sein, sagte ein Sprecher am Sonntagabend. Vor der Absage hatte die Polizei geplant, den traditionellen Zug und die erwarteten mehreren hunderttausend Besucher mit rund 1100 Einsatzkräften zu sichern. Der Einsatz werde trotz der Absage stattfinden, sagte der Polizeisprecher, mit wie vielen Kräften, stehe allerdings noch nicht fest.

Quelle: n-tv.de

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