Panorama

Metropole steht vor Nahverkehrschaos : "Sandy" flutet New Yorker Tunnel

In den kommenden Tagen wird die Millionenstadt New York vor erheblichen Verkehrsproblemen stehen. Sieben U-Bahn-Tunnel sind mit Wasser voll gelaufen. Wann hier wieder Züge durchfahren können, ist offen. Zudem müssen zwei wichtige Autotunnel wegen Überschwemmung gesperrt werden.

Mit Sandsäcken hatte die MTA versucht, die Fluten abzuhalten.
Mit Sandsäcken hatte die MTA versucht, die Fluten abzuhalten.(Foto: REUTERS)

Sturm "Sandy" löst in New York eine nie dagewesene Infrastrukturkrise aus. Die Flutwelle hat in der Mega-Metropole an der US-Ostküste sieben U-Bahn-Schächte überschwemmt. Für die Verkehrsbehörde Metropolitan Transportation Authority - kurz MTA - bedeutet das den schlimmste Zwischenfall, den der Nahverkehr der Stadt seit über 100 Jahren erlebt hat.

"Die New Yorker U-Bahn ist 108 Jahre alt, aber niemals war sie mit einer derart verheerenden Katastrophe konfrontiert, wie wir sie in der vergangenen Nacht erlebt haben", erklärte Joseph Lhota, der Chef der MTA.

Unklar ist derweil noch, wie hoch das Wasser in den Tunneln steht. Die MTA konnte dazu bislang noch keine verlässliche Aussage treffen. TV-Sender berichteten indessen die Schächte bis auf eine Höhe von 1,20 Metern unter Wasser stehen. Experten befürchten, dass das einströmende Salzwasser unter anderem das Signalsystem der Untergrundbahn erheblich beschädigen wird.

Prognose schwierig

Die meisten überschwemmten U-Bahn-Tunnel befanden sich unter dem East River, der sich an der Halbinsel Manhattan entlangzieht, auf die heftige Regenfälle niedergingen. "Sandy" verursachte der MTA zufolge im gesamten U-Bahn-Netz "Chaos", führte zu Stromausfällen und überschwemmte sechs Bus-Depots.

Die New Yorker U-Bahn hatte ihren Betrieb am Sonntagabend vorsorglich unterbrochen. Die MTA widersprach zunächst Spekulationen, wonach es eine Woche dauern würde, bis die U-Bahnen wieder fahren. "MTA kann den Schaden nicht vor Dienstag abschätzen", hieß es. Es sei zu früh, um einen Zeitplan für die Wiedereröffnung zu nennen.

Unter Wasser steht auch der längste Straßentunnel Nordamerikas: Der Battery Tunnel liegt unter dem East River und verbindet Manhattan über drei Kilometer mit Brooklyn. Nach entsprechenden Wetterprognosen war neben dem Battery Tunnel bereits vor "Sandy" auch der Holland Tunnel geschlossen worden. Er verläuft unter dem Hudson River und verbindet Manhattan mit New Jersey. Beides sind Verkehrs-Nadelöhre in der Millionen-Metropole.

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Quelle: n-tv.de

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