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Dieter Pfaff wurde 65 Jahre alt.
Dieter Pfaff wurde 65 Jahre alt.(Foto: picture alliance / dpa)

Nicht nur der "Dicke", auch der Sensible: Schauspieler Dieter Pfaff ist tot

"Der Krebs ist weg", sagte Dieter Pfaff vor nicht mal einem Monat. Vor wenigen Tagen wurden sogar die Dreharbeiten für "Der Dicke" wieder aufgenommen, in wenigen Tagen sollte der 65-Jährige wieder vor der Kamera stehen. Doch der Kampf des langjährigen Rauchers gegen den Lungenkrebs war doch nicht gewonnen.

Dieter Pfaff bei der Verleihung des Steiger Awards 2008 in Bremen. Dies war nur eine von zahlreiche Auszeichnungen für den Schauspieler.
Dieter Pfaff bei der Verleihung des Steiger Awards 2008 in Bremen. Dies war nur eine von zahlreiche Auszeichnungen für den Schauspieler.(Foto: dapd)

Der zu den beliebtesten Schauspielern der vergangenen zwanzig Jahre zählende Dieter Pfaff ist tot. Pfaff starb mit 65 Jahren an Lungenkrebs in seinem Haus in Hamburg. Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor würdigte den Schauspieler als "wahrhaftig, beharrlich, einfühlsam und von einzigartiger Präsenz".

Pfaff, der starker Raucher war, machte im September die Diagnose Lungenkrebs öffentlich. Nach mehreren Chemotherapien sah er sich auf dem Weg der Besserung. Vor nicht einmal einem Monat war er noch zuversichtlich: "Der Krebs ist weg". Doch vor einigen Tagen verschlechterte sich sein Zustand, zuletzt musste er sich wiederholt ambulant im Krankenhaus behandeln lassen.

Pfaff sei am Dienstag um acht Uhr in seinem Haus im Kreis seiner Familie gestorben, sagte seine Agentin Sibylle Flöter. Im Stadtteil Altona lebte der Mime mit seiner Frau Eva-Maria und seinen Zwillingskindern Maximilian und Johanna mit deren Familien in einem Mehrgenerationenhaus. Ob es eine öffentliche Trauerfeier für den Verstorbenen geben werde, stehe noch nicht fest, sagte Flöter.

Pfaff im Jahr 2008 als Anwalt Gregor Ehrenberg in einer Szene der ARD-Staffel "Der Dicke".
Pfaff im Jahr 2008 als Anwalt Gregor Ehrenberg in einer Szene der ARD-Staffel "Der Dicke".(Foto: dpa)

Die erste Rolle, die den gebürtigen Dortmunder bundesweit bekannt machte, war ab 1983 die des tollpatschigen Polizisten Otto in der ARD-Vorabendserie "Der Fahnder". Später spielte Pfaff erfolgreich auf RTL "Bruder Esel". Ein Millionenpublikum fand Pfaff besonders für seine großen Rollen als Therapeut "Bloch", als Kommissar "Sperling" und als Kleine-Leute-Anwalt "Der Dicke".

Bei der Bloch-Folge "Ein krankes Herz" bekam Pfaff irgendwann selbst Herzrhythmusstörungen, wie er erzählte. "Ich betreibe einen emotionalen Hochleistungssport."

"Weil ich ein sensibles Wesen bin"

Die Dreharbeiten zum Film "Der Dicke" waren bereits wieder angelaufen.
Die Dreharbeiten zum Film "Der Dicke" waren bereits wieder angelaufen.(Foto: dapd)

Der Dreh der fünften Staffel zur Anwaltsserie "Der Dicke" musste nach Bekanntwerden von Pfaffs Krebserkrankung verschoben werden, wurde im Februar aber wieder aufgenommen. In diesem Monat wollte dazu auch Pfaff vor die Kamera zurückkehren. Im Februar gab er an, zwar von der Chemotherapie noch geschwächt zu sein, aber bereits wieder Atem und Stimme zu trainieren. Pfaff erhielt im Laufe seiner Karriere eine Reihe von Preisen, darunter die "Goldene Kamera", den Bayerischen Fernsehpreis und zwei Mal den Adolf-Grimme-Preis.

Sein starkes Übergewicht sah er ebenfalls als Folge dieses intensiven Einsatzes für seinen Beruf. Mit der Schwangerschaft seiner Frau habe er zugenommen und später nicht mehr abnehmen können. "Ich glaube, weil ich ein sensibles Wesen bin und Schutz um mich brauchte", sagte er mal der "Bild".

Erst mit den Jahren wuchs bei Pfaff das Bewusstsein, dass er mehr auf seine Gesundheit achten müsste. Immer mal wieder versuchte er, mit dem Rauchen aufzuhören. Doch erst nach der Krebsdiagnose im September schaffte er das wirklich - zu spät, um die Krankheit noch zu besiegen.

 Ein Volksschauspieler erster Güte

Der ARD-Vorsitzende Marmor erklärte zu Pfaff, "mit seinem Tod verliert das deutsche Fernsehen eine wichtige Persönlichkeit." ARD-Programmdirektor Volker Herres ergänzte, Pfaff habe sich immer wieder an schwierige Stoffe gewagt, auch düstere und unbequeme Geschichten erzählt. "Er wusste, was Fernsehen alles zu leisten vermag, und hat dem Medium unvergleichbare Filme und Serienpersönlichkeiten geschenkt."

ZDF-Fernsehspielchef Reinhold Elschot erklärte, "mit Dieter Pfaff verlieren wir einen unserer ganz großen Schauspieler." Bei dem Sender spielte Pfaff seine letzte neue Rolle: die Figur des Kriminalschriftstellers Balthasar Berg wollten im November knapp 5,5 Millionen Menschen sehen. Auch diese Rolle sollte eigentlich zu einem Mehrteiler werden, für dieses Jahr waren weitere Dreharbeiten geplant. "Dieter Pfaff war ein Volksschauspieler erster Güte, das Publikum und wir werden ihn sehr vermissen", erklärte Elschot.

Quelle: n-tv.de

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