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Die Bergungsarbeiten dauern fast zehn Stunden.
Die Bergungsarbeiten dauern fast zehn Stunden.(Foto: dpa)

Kollision auf Nord-Ostsee-Kanal: Schiffe und Bahn dürfen wieder fahren

In Rendsburg stoßen eine Schwebefähre und ein Frachter zusammen. Zwei Menschen werden verletzt, einer von ihnen schwer. Die Einsatzkräfte sind stundenlang mit den Bergungsarbeiten beschäftigt.

Dieses Unglück hätte noch viel schlimmer ausgehen können: Die Schwebefähre bei Rendsburg, die an einer Eisenbahnbrücke hängend den Nord-Ostsee-Kanal überquert, ist am Morgen mit einem Frachter zusammengestoßen. Dabei wurde der Fährführer schwer verletzt, wie die Polizei berichtete. Der Mann kam ins Krankenhaus. Der einzige Passagier, ein Polizist auf dem Heimweg, erlitt bei demZusammenstoß im Morgendunkel leichte Verletzungen - er trug einen schützenden Fahrradhelm.

In stundenlanger Arbeit muss die Schwebefähre wieder in ihre Verankerung gehängt werden.
In stundenlanger Arbeit muss die Schwebefähre wieder in ihre Verankerung gehängt werden.(Foto: dpa)

Beide Verletzte wurden mit einer anderen Fähre in Sicherheit gebracht. Aussagen zum Unglück liegen von ihnen bislang nicht vor. Der Kanal und die für den Nord-Süd-Verkehr zwischen Deutschland und Dänemark wichtige Eisenbahnbrücke wurden für die Rettungs- und Bergungsarbeiten rund zehn Stunden lang gesperrt. Der beschädigte Frachter "Evert Prahm" machte im Hafen von Rendsburg fest.

Am Nachmittag wurden der Kanal für den Schiffsverkehr und die Eisenbahnbrücke für den Bahnverkehr wieder freigegeben. Warum das unter deutscher Flagge fahrende Schiff gegen 6.40 Uhr mit der Schwebefähre, die an Stahlseilen an der Eisenbahnhochbrücke hängt, zusammenprallte, ist immer noch unklar. Vorfahrt auf dem rund 100 Kilometer langen Kanal zwischen Kiel und Brunsbüttel haben stets die in Längsrichtung fahrenden Schiffe. Hinweise auf Alkoholeinfluss hätten sich nicht ergeben, gab die Polizei an. An Bord des Schiffes wurde niemand verletzt.

Spätere Kollision hätte schlimmere Folgen gehabt

Hätte sich die Kollision später ereignet, wären die Folgen wohl weit schlimmer gewesen: Dann hätte die Fähre wahrscheinlich auch Schulkinder und Autos befördert. "Eine Stunde später hätten wir möglicherweise eine größere Zahl an Geschädigten gehabt", sagte Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Die über 100 Jahre alte denkmalgeschützte Schwebefähre, die von Fußgängern, Radfahrern und Autos benutzt wird, transportiert täglich etwa 520 Fahrzeuge und 1700 Menschen.

Sie war laut Polizei auf dem Weg vom Nord- zum Südufer. Der 74 Meter lange Frachter fuhr nach Westen in Richtung Brunsbüttel, als beide Fahrzeuge mitten über dem Kanal zusammenkrachten. Spezialisten schafften es erst nach mehreren Stunden, die Schwebefähre wieder sicher in ihre Laufschiene einzuhängen. Arbeiter zogen sie dann Stück für Stück 70 Meter weit mit Muskelkraft zur Südseite. Am Nachmittag teilte die Polizei mit, alle Bergungsmaßnahmen seien abgeschlossen.

Quelle: n-tv.de

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