Panorama

600 Menschen vermisstSchlammlawine begräbt Dorf

11.08.2009, 10:32 Uhr

Im Süden Taiwans suchen Rettungskräfte nach Überlebenden eines Erdrutsches, der ein ganzes Dorf verschüttet hat. Unter den Schlammmassen werden Hunderte Tote vermutet.

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"Der ganze Berg ist einfach runtergekommen." (Foto: REUTERS)

Ausgelöst worden war die Schlammlawine durch den Taifun "Morakot", der in den vergangenen Tagen über die Insel hinweggepeitscht war und inzwischen das chinesische Festland erreicht hat.

Hubschrauber brachten Rettungskräfte in das nach den heftigen Niederschlägen von der Außenwelt abgeschnittene Dorf Hsiao Lin in der Bergregion Kaohsiung. Etwa 100 der rund 1000 Dorfbewohner konnten dem Katastrophenschutz zufolge lebend aus Schlamm und Geröll befreit werden. Zu anderen Bewohnern sei Kontakt aufgenommen worden. Das Schicksal von rund 600 Menschen war zunächst unklar. Ein Überlebender schilderte, wie die Schlammlawine das Dorf auslöschte: "Ich habe aus meinem Haus herausgeschaut. Der ganze Berg ist einfach runtergekommen. Als ich das sah, bin ich losgelaufen."

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In Taimali stürzte eine Brücke ein: Mindestens 14 Menschen starben, weitere 51 werden vermisst. (Foto: AP)

In den vergangenen Tagen hatten die Taifune "Morakot" und der Tropensturm "Etau" rund 80 Menschen in Taiwan, auf den Philippinen, in Japan und in China das Leben gekostet. Es entstanden Schäden im Umfang von Hunderten Millionen Dollar. Starke Regenfälle unterspülten Straßen und rissen Brücken mit sich.

"Morakot" schwächte sich ab. Im Osten Chinas hatte er am Montagabend nach einer Meldung der amtlichen Agentur Xinhua noch einen Erdrutsch ausgelöst, bei dem zwei Menschen getötet wurden. In Japan näherte sich "Etau" der Hauptstadt Tokio, die kurz zuvor noch von einem Erdbeben der Stärke 6,5 erschüttert wurde. Die Erdstöße erschütterten Häuser. Das Fernsehen zeigte Bilder von zerbrochenen Flaschen in einem Laden und einem Tempel mit zum Teil abgedeckten Dachziegeln. Dem Sender NHK zufolge lagen Berichte von Leichtverletzten vor.

Quelle: rts