Panorama

Pannen nach MesserattackeSchlamperei im Fall Mannichl

25.11.2009, 16:26 Uhr

Die Messerattacke auf den Passauer Polizeidirektor Alois Mannichl vor beinahe einem Jahr ist noch immer nicht aufgeklärt. Das könnte auch daran liegen, dass bei den Ermittlungen erhebliche Fehler gemacht wurden.

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Mannichl hatte seine Kollegen bereits kritisiert. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Wie die "Zeit" berichtet, versäumten es die Ermittler, bei dem Opfer DNA-Material zu sichern und sofort eine Fahndung auch in Österreich einzuleiten. Mannichl hatte nach der Tat ausgesagt, er habe mit dem Täter gerangelt. Es wurde jedoch kein Versuch unternommen, DNA-Material unter Mannichls Fingernägeln zu sichern. Solches DNA-Material hätte eine entscheidende Spur sein können. Der Leiter der Ermittlungen, Oberstaatsanwalt Helmut Walch, räumte das Versäumnis ein: "Das ist nicht gemacht worden", bestätigte er der "Zeit".

Zudem fahndete die Polizei offensichtlich zunächst nur in Bayern, obwohl der Tatort Fürstenzell keine 15 Autominuten von der österreichischen Grenze entfernt liegt. Mannichl hatte davon gesprochen, dass der Täter seine "Grüße vom nationalen Widerstand" in "bayerischem Dialekt mit österreichischer Einfärbung" formuliert hatte. Die dringende Bitte, eine Sofortfahndung einzuleiten, erreichte die österreichische Polizei aber erst gut zwei Stunden nach der Tat, zitierte die Wochenzeitung aus Ermittlerkreisen.

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Der Polizist war vor seinem Haus angegriffen worden. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Oberstaatsanwalt Walch sagte, dies "könnte richtig sein". Offiziell gibt es demnach bis heute keine Anhaltspunkte, wer der Täter sein könnte. Eine Beziehungstat schließt die Staatsanwaltschaft allerdings aus. Der Polizeidirektor war am 13. Dezember 2008 direkt vor seiner Haustür niedergestochen worden, nach eigener Aussage von einem Täter aus dem rechtsextremen Milieu.

Quelle: AFP