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Hilfloser Koloss: Der ungewöhnlich hohe Wasserstand einer Neumondnacht könnte den Helfern in die Hände spielen.
Hilfloser Koloss: Der ungewöhnlich hohe Wasserstand einer Neumondnacht könnte den Helfern in die Hände spielen.(Foto: dpa)

Neuer Bergungsversuch auf der Elbe : Schlepper sollen "Indian Ocean" befreien

Die Flut und die geballte Kraft von einem Dutzend leistungsstarker Spezialschiffe könnte den Seefrachtgiganten vom Ufer ziehen: Auf der Unterelbe vor Hamburg soll in der Nacht ein außergewöhnliches Schlepper-Spektakel beginnen.

Zwölf Schlepper mit zusammen mehr als 1000 Tonnen Zugkraft sollen den im Elbschlick bei Stade festsitzenden Containerriesen "CSCL Indian Ocean" in der Nacht freischleppen. Der Versuch werde gegen 2.00 Uhr beginnen, teilte das Havariekommando mit. Der Schleppversuch könne "mehrere Stunden dauern", hieß es.

Riesige Dimensionen: Ein Feederschiff zieht auf der Elbe vor Grünendeich an der "Indian Ocean" vorbei.
Riesige Dimensionen: Ein Feederschiff zieht auf der Elbe vor Grünendeich an der "Indian Ocean" vorbei.(Foto: dpa)

In der anstehenden Neumondnacht soll der Wasserspiegel der Elbe gegen 4.00 Uhr gut 1,20 Meter höher als normal auflaufen. Der ungewöhnlich starke Tidenhub bietet den Bergungskräften optimale Bedingungen für einen neuerlichen Anlauf, das riesige Frachtschiff freizubekommen.

Vor Ort laufen umfangreiche Vorbereitungen: Ein Abschnitt der Elbe bleibt für die Dauer des Manövers den Bergungskräften vorbehalten. "Der Elbabschnitt von Tonne 111 (Nordspitze Lühesand) bis Tonne 125 (Höhe Schulau) ist von 2.00 bis 6.00 Uhr für den Schiffsverkehr gesperrt", erklärte das Havariekommando. Ebenfalls gesperrt ist der Luftraum über dem Containerschiff.

Die "CSCL Indian Ocean", die mit einer Länge von 400 Metern zu den größten Containerschiffen der Welt gehört, war am Mittwochabend bei der Anfahrt auf den Hamburger Hafen auf Grund gelaufen. Die "Indian Ocean" liegt mit dem Bug in Fahrtrichtung Hamburg am Nordrand der Fahrrinne auf der schleswig-holsteinischen Seite der Elbe.

Umfangreiche Vorbereitungen

In den vergangenen Tagen hatten Helfer 6500 Tonnen an Treibstoffen und Ballastwasser abgepumpt, um das Gewicht und damit den Tiefgang des Schiffes zu verringern. Zusätzlich trugen Schiffsbagger an der Steuerbordseite der "Indien Ocean" - also zur Fahrtrinne hin - sowie am Heck und im Bugbereich Sand und Elbschlick ab, um die Chancen auf eine reibungslose Bergung zu verbessern.

Quelle: n-tv.de

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