"Polizei schlug und trat zu"Schmitz spricht über Verhaftung

Er sei von Polizisten getreten und geschlagen worden, sagt der Megaupload-Gründer Kim Schmitz bei einer Gerichtsverhandlung in Neuseeland. "Ich brüllte vor Schmerzen", fügt er an. Auf die Frage, warum man auf Polizei-Fotos keine Spuren davon sehe, hat er aber eine nicht sehr überzeugende Antwort.
Der Gründer des Internet-Speicherdienstes Megaupload, Kim Schmitz, ist nach eigenen Angaben während der Razzia in seinem Haus in Neuseeland von Polizisten getreten und geschlagen worden. Die Beamten hätten ihn auf den Boden gezwungen, einer habe auf seiner Hand gestanden, ein zweiter auf seine Rippen gekniet, er habe Stiefeltritte gespürt und einen Fausthieb in seinem Gesicht, sagte der 38-jährige gebürtige Deutsche vor Gericht aus. "Ich brüllte vor Schmerzen", berichtete er weiter.
Auf die Frage, warum auf einem späteren Polizei-Foto keinerlei Gewaltspuren zu sehen seien, sagte er, die Aufnahme sei kurz nach seiner Festnahme gemacht worden. Die Blutergüsse und blauen Flecken seien aber erst am nächsten Tag zu sehen gewesen.
Entscheid über Auslieferung erst im März
In dem derzeitigen Berufungsverfahren der Staatsanwaltschaft geht es darum, ob die Razzia im Haus des Megaupload-Gründers in Auckland illegal war oder nicht. Sollte das Gericht dem folgen, wonach die Durchsuchung unangemessen war, wollen Schmitz' Anwälte durchsetzen, dass die beschlagnahmten Objekte und Computerdateien nicht als Beweise vor Gericht verwendet werden dürfen.
Kim Schmitz alias Kim Dotcom war bei der Razzia im Januar festgenommen und einen Monat später gegen Kaution auf freien Fuß gekommen. Sein 2005 gegründetes Internetportal wurde geschlossen. Megaupload bot seinen Nutzern an, Daten im Internet zu speichern und dort auch anderen zur Verfügung zu stellen. Dies ist nicht illegal, doch die Plattform wurde auch dazu genutzt, Raubkopien etwa von Musik, Filmen und Software zu verbreiten.
Die US-Behörden werfen Schmitz Verletzung des Urheberschutzes sowie Betrug vor und fordern seine Auslieferung. Darüber soll jedoch erst im März nächsten Jahres befunden werden. Sollte er vor ein US-Gericht gestellt werden, drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.