Bedrohte SchildkrötenSchmuggel nimmt zu
Eine Polizeieinheit auf der Tropeninsel Madagaskar hat 46 Strahlenschildkröten, 70 Kilogramm Schildkrötenfleisch und etliche Waffen sichergestellt. Weiteren Schmugglern sei die Flucht gelungen, so die Polizei.
Der illegale Fang seltener Schildkröten nimmt auf der Tropeninsel Madagaskar immer größere Ausmaße an. Im Süden der Mosambik vorgelagerten Insel stellte eine Spezialeinheit der Polizei bei der Stadt Ampanihy einen Ochsenkarren mit 46 Strahlenschildkröten, 70 Kilogramm getrocknetem Schildkrötenfleisch und auch etlichen Waffen sicher.
Den Besitzern vier weiterer Karren mit derselben Fracht gelang die Flucht. Schildkröten-Schmuggel steht inzwischen auf Madagaskar unter hoher Strafe. Dennoch nimmt er nach Polizeiberichten neue, gut organisierte Formen an.
Bis zu 3000 Euro
Das Fleisch werde vor allem in die beiden großen Hafenstädte Tulear und Fort Dauphin im Südwesten und Süden transportiert und dort auf den Märkten verkauft, die lebende Fracht über Zwischenhändler ins Ausland geschmuggelt. Für eine Schildkröte der Art Radiata, deren Panzer besonders schön gemasert ist, würden bis zu 3000 Euro gezahlt.
Auf Madagaskar kommen neun endemische Land- und Wasserschildkröten vor, von denen fast alle auf der "Roten Liste" der vom Aussterben bedrohten Arten stehen.